Die Hochschule Anhalt versteht sich als innovative und transferorientierte Hochschule. Durch enge Forschungskooperationen mit der regionalen und überregionalen Wirtschaft werden neueste Erkenntnisse problem- und unternehmensspezifisch zeitnah in die Praxis transferiert. Dies stärkt nicht nur die Unternehmen, sondern fördert auch die sozioökonomische Entwicklung der gesamte Region.
Für den Bereich der Lebensmittelwissenschaften lag in der Vergangenheit der Schwerpunkt darin, leistungsfähige Laboratorien und Technika in Bernburg und Köthen für Lehre und Forschung für jeweils spezifische Produktgruppen (z.B. Fleisch- und Wurstwaren, Feinkost, Milch und Milchprodukte, Wein, Bier) zu etablieren.
Da die Hochschule Anhalt zu den 10 forschungsaktivsten Hochschulen der Bundesrepublik zählt und in Ostdeutschland an 2. Stelle bei der Einwerbung für Fördermittel liegt, reifte die Idee eines Forschungsgebäudes, das den ganzheitliche Ansatz verfolgt, die Kompetenzen und das Knowhow unterschiedlicher Bereiche unter dem Dach eines interdisziplinären „Forschungszentrums für nachhaltige Lebensmittelproduktion (InFonaL)“ zu vereinen.
In 2021 wurde mit der Antragstellung zur Förderung des Forschungsneubaus im Rahmen des Förderprogramms „Forschungsbauten an Hochschulen“ der erste Grundstein für „InFonaL“ gelegt. Durch die Einwerbung von Fördermitteln des Bundes (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und des Landes Sachsen-Anhalt in Höhe von 36,45 Mio. Euro in 2022 war es dann möglich, den Neubau unter Federführung des Landesbetriebs Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt in Angriff zu nehmen.
Nach umfangreichen planerischen und ersten baulichen Vorarbeiten fand am 20.10.2025 der symbolische Spatenstich für das Forschungszentrum an seinem künftigen Standort in Köthen (Hubertus) statt.
Zahlreiche Gäste aus der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie den an der Umsetzung beteiligten Behörden und Unternehmen wurden Zeuge, wie unter anderem der Präsident der Hochschule Anhalt, Herr Prof. Dr. Jörg Bagdahn und der Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Herr Prof. Dr. Armin Willingmann zum Spaten griffen und symbolisch die weitere Etappe des Bauvorhabens einläuteten. Anvisiert ist die Fertigstellung der Fassade Ende 2026 und der Abschluss des Innenausbaus bis Dezember 2027, so dass das „Forschungszentrum für nachhaltige Lebensmittelproduktion“ in 2028 seine Arbeit aufnehmen kann.
Der Forschungsbau InFonaL soll dazu beitragen, nachhaltige, innovative und funktionale Lebensmittel unter ressourcen-, CO2- und energieeffizienten Gesichtspunkten und hoher Wertschöpfung zu entwickeln. Hierfür werden verschiedene Technika und Laboratorien konzipiert. Damit wird gewährleistet, dass im kleintechnischen Maßstab alle Stufen der Lebensmittelproduktion abgebildet werden können – von konventionellen und alternativen Rohstoffen (z.B. pflanzliche Proteinträger, Algen) sowie Rohstoffnebenströmen bis hin zu vermarktungsfähigen Lebensmitteln. All dies soll dazu beitragen, die Ernährungs- und Klimaziele umzusetzen und Sachsen-Anhalt als innovativen Forschungsstandort zu etablieren.
Das Center of Food Science and Engineering (CFSE), aktuell am Standort Bernburg ansässig, wird künftig dort seine Wirkungsstätte einrichten und kann dann auf beste Forschungsbedingungen sowohl im Labor- als auch Technikumsbereich zurückgreifen. So ergibt sich die Möglichkeit, beispielsweise prototypische Versuchsanlagen zur Lebensmittelproduktion in Industriebaugröße in einem speziell dafür ausgelegten Technikum zu testen, was neue Potentiale für künftige Kooperationen mit der Lebensmittelindustrie sowie dem Lebensmittelmaschinenbau eröffnet.