Aktuelles

Verleihung des Köthener Informatikpreises

  • Professorinnen Seewald-Heeg und Groß überreichen die Urkunden an Maximilian Schuckert, Hashem Sarwari und Maryam Akbari © sascha perten
    Professorinnen Seewald-Heeg und Groß überreichen die Urkunden an Maximilian Schuckert, Hashem Sarwari und Maryam Akbari

Maximilian Schuckert ist einer von drei Preisträgern des Köthener Informatikpreises und wurde für die beste Bachelorarbeit des Jahres gewürdigt. Neben Maryam Akbari für die beste Masterarbeit und Hashem Sarwari für eine herausragende Arbeit wurde er bei der Feierlichen Immatrikulation geehrt und darf damit als Vorbild für die neuen Studierenden gelten. Wir gratulieren herzlich! 

 

Hier berichtet Maximilian Schuckert über die Nachricht seines Gewinns und die Bedeutung des Preises.

 

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Köthener Informatikpreises! Die beste Bachelorarbeit des Jahres geschrieben zu haben, ist schon etwas Besonderes. Wie groß war die Freude darüber?

Ich bedanke mich vielmals für all die Glückwünsche, die ich bisher erhalten habe. Die Emotionen, die ich an dem Tag gespürt habe, als ich die Nachricht erhalten habe, lassen sich nur schwer in Worte fassen. Die Freude war sehr groß, da es für mich gleichzeitig auch eine sehr große Überraschung war.

Um es zeitlich einzuordnen: Zum Zeitpunkt, als ich die Nachricht erhielt, war es ungefähr ein Jahr her, dass ich die Bachelorarbeit abgegeben hatte und für mich somit der studentische Teil meines Lebens abgeschlossen war. Es hatte sich bereits eine gewisse Nostalgie auf das studentische Leben eingestellt und somit hatte ich die Gelegenheit, noch einmal für einen Abend zurückzukehren. Zusätzlich war es ein schöner Anlass, den italienischen Sekt zu öffnen, den ich erst ein paar Wochen zuvor aus Italien mitgebracht hatte.

 

Können Sie uns das Thema Ihrer Bachelorarbeit kurz umreißen und was hat Sie dazu inspiriert, dieses Thema zu wählen?

Schuckert: Es ging in der Bachelorarbeit um die Entwicklung eines Tools, das verschiedene Excel-Dateien mit Daten zu Schienenfahrzeugen miteinander vergleichen kann. Das Tool soll Datensätze erkennen, die das gleiche Schienenfahrzeug beschreiben, um eine doppelte Zählung desselben Fahrzeugs zu verhindern. Da Schienenfahrzeuge keine einzigartige Identifikation von sich aus besitzen und die einzelnen Daten zu Schienenfahrzeugen auf verschiedene, heterogene Excel-Dateien verteilt sind, war kein einfacher Vergleich der Datensätze möglich. 

Die Wahl des Themas ergab sich weniger aus einer Inspiration, sondern war der nächste logische Schritt im Rahmen der generellen Datenintegration von bestehenden Excel-Dateien zu einem einheitlichen Datenbank-System, die bereits im Praktikum vor der Bachelorarbeit angestoßen wurde.

 

Welche Hürden warteten beim Schreiben und wie sind Sie diesen begegnet? Eine Bachelorarbeit schreibt man ja nicht alle Tage.

Schuckert: Die wohl größte Hürde für mich war eine häufige Schreibblockade. Ich wusste zwar, welche Ideen ich zu Papier bringen wollte, aber mir fiel es schwer, die richtigen Formulierungen zu finden. Die Lösung, die ich für mich gefunden habe, bestand darin, das Schreiben eines Abschnitts in zwei Teile zu teilen. Im ersten Teil konzentrierte ich mich ausschließlich auf das Schreiben der Idee, ohne auf die Formulierung zu achten. Im zweiten Teil ging ich erneut über den Abschnitt und bearbeitete ihn, bis eine gute Formulierung entstanden ist.

Zusätzlich gab es häufig die Hürde, dass ich einen fachlichen Aspekt nicht immer durch eigene Recherche sofort verstanden habe. Hierbei half eine regelmäßige Kommunikation mit den Mentoren, sowohl aus dem Unternehmen als auch aus der Hochschule.


Rückblickend betrachtet, was hat Sie an Ihrem Studium der Angewandten Informatik am meisten weitergebracht? Wovon profitieren Sie ggf. jetzt im Berufsleben?

Schuckert: Abseits der direkten Wissensaneignung gibt es gibt zwei Dinge, die mich im Studium am meisten weitergebracht haben und die gleichzeitig auch für das Berufsleben entscheidend sind. Zum einen die direkte Zusammenarbeit in praktischen Projekten mit Kommilitonen und die anschließende Präsentation der Ergebnisse. Zum anderen der Tutorenjob, den ich 3,5 Jahre für das Modul Programmierung und Modellierung ausgeführt habe.

Durch diese Erfahrungen konnte ich effektiv lernen, wie ich mit anderen Personen gut zusammenarbeiten, meine Ergebnisse für verschiedene Zielgruppenpräsentieren und Personen aktiv bei Problemen unterstützen und weiterbilden kann. All diese Erfahrungen waren bereits in meinem jetzigen Beruf hilfreich, sodass ich mich gut in das bestehende Team integrieren konnte und meinen Teammitgliedern aktiv Unterstützung bieten kann.

 

Gibt es Professoren/Professorinnen oder Mitarbeitende, die Sie richtig begeistern konnten?

Schuckert: Es gibt einige Professoren, die mich für bestimmte Themen begeistern konnten. Besonders hervorheben möchte ich hier die Professoren, mit denen ich zusätzlich als Tutor für Programmierung und Modellierung zusammengearbeitet habe.

Zunächst möchte ich Prof. Dr. Andreas Both nennen, bei dem ich meine Begeisterung für das Programmieren entdeckt habe und Web-Technologien erlernen konnte, die in meinem aktuellen Beruf eine große Rolle spielen. Des Weiteren möchte ich Prof. Dr. Anika Groß erwähnen, die sowohl in den einzelnen Datenbank-Modulen als auch als Erstgutachterin meiner Bachelorarbeit ihr Fachwissen verständlich vermittelte und stets eine große Hilfsbereitschaft zeigte.

Zudem möchte ich noch Timo Hulsch von Railistics erwähnen, der mir mit seinem umfangreichen Fachwissen über Schienenfahrzeuge eine große Hilfe ist und war.

 

Gibt es etwas, das Sie gern vor oder während des Studiums gewusst hätten und unsere Studies weitergeben würden?

Schuckert: Da mein Studium aufgrund der Corona-Zeit etwas anders verlief als geplant, kann ich nur wenige Tipps geben, die noch relevant sind.

Ein besonderer und mir recht wichtiger Hinweis ist allerdings, dass einige Module zusätzlich zu den üblichen Vorlesungs- und Praktikumsstrukturen Tutorien anbieten. In diesen helfen meist Studierende höherer Semester neueren Studenten. Der Vorteil ist, dass dort generelle Fragen zum Modul gestellt werden können, die sich nicht nur auf den aktuellen Vorlesungs- bzw. Praktikumsstand beziehen.

Als ich mit meinem Studium angefangen hatte, war mir diese Option nicht bewusst. Als ich dann aber selbst circa drei Jahre lang Tutor für Programmierung war, konnte ich immer wieder feststellen, dass der direkte Austausch zwischen Studierenden immer wieder zu Erfolgen geführt hatte.

 

Wie geht es für Sie weiter? Sie sind schon voll ins Berufsleben eingetaucht?

Schuckert: Im Grunde habe ich genau dort weitergemacht, wo die Bachelorarbeit aufgehört hat und bin nun in Vollzeit bei dem Unternehmen Railistics angestellt. Ich nutze dort fast alle Fähigkeiten, die ich im Laufe des Studiums erworben habe, und arbeite weiterhin an dem Prozess, der damals im Praktikum begonnen und in der Bachelorarbeit fortgesetzt wurde.

Abseits davon überlege ich, in Zukunft einen Master zu machen. Allerdings wollte ich nach dem Bachelor erst einmal eine Pause vom Studieren nehmen, da ich weiterhin an dem Prozess arbeiten wollte und ich nach fast 20 Jahren schulischer und studentischer Laufbahn eine Abwechslung brauchte.

 

Der Köthener Informatikpreis zeichnet jährlich die beste Bachelor- und Masterarbeit am Fachbereich Informatik und Sprachen aus und ist mit 500 € für die ersten Plätze  sowie 250€ für weitere Auszeichnungen dotiert. 

Redaktion

Susanne Häfner