Aktuelles

Internationaler Austausch, Solar Chimney Prototypen und türkischer Tee

  • © FB 6, Tümler
    Karton, Lasercutting, 3D-Prints – Yuliia und Tim D. (EIT) vertieft in die Arbeit an Bauteilen
  • © FB 6, Tümler
    Projektbesprechung an der TOBB Ankara
  • © FB 6, Tümler
    Spezielles Lüfterdesign mit einem Radialventilator Solar Chimney der Gruppe von Tim D. (EIT)
  • © FB 6, Tümler
    Fertiger Solar Chimney mit Axialventilator und PC-Lüfter der Gruppe von Nick M. (BMT)
  • © FB 6, Tümler
    Kreativität trifft Kontrollzwang im studentischen Projektraum
  • © FB 6, Tümler
    Geniale Gruppe: Studierende der Ingenieurwissenschaften und der Architektur bilden gemeinsan ein starkes Team
  • © FB 6, Tümler
    Gelungene Exkursion - glückliche Gesichter

30 Studierende, 5 Teams und ein gemeinsames Ziel: Die Entwicklung von Schornstein-Prototypen, die die Energie der Sonne nutzen, um elektrische Energie durch aufsteigende Wärme zu erzeugen – und das in der Rekordzeit von einer knappen Woche (24. – 30.04.2025). Das war die Mission der studentischen Exkursion an die Uni TOBB in Ankara im Rahmen des ERASMUS+ Lehrprojektes "Designing and Constructing a Solar Updraft Chimney with 3D Printing".

Zuvor hatten sich die teilnehmenden Studierenden aus Ankara (Türkei), Zagreb (Kroatien), Rosenheim und Köthen (Deutschland) seit Anfang März jeweils einmal pro Woche in einem Online-Meeting getroffen, um gemeinsam Entwürfe auszutüfteln. Richtig intensiv wurde es dann aber mit der Exkursion, während der es daran ging diese Entwürfe in die Tat umzusetzen und die Prototypen zu testen. Aufgabe der Studis vom Fachbereich EMW – Yuliia, Vitalina, Nick, Tim D. und Tim P. – war es die Elektronik der Anlagen auszulegen, umzusetzen und zu testen. Eine echte Herausforderung! Tim D. meint augenzwinkernd: "Wir waren uns nicht sicher, ob unser Vorhaben klappen kann, aber dann dachten wir uns, wir machen es wie die Hummel … Nach den Gesetzen der Aerodynamik dürfte eine Hummel nicht fliegen. Das weiß sie aber nicht und fliegt trotzdem."

Die Studierenden arbeiteten in fünf Teams an ihren Projekten. Besonderer Spin dabei: Die Teams waren nicht nur interkulturell, sondern auch interdisziplinär aufgestellt, denn die Teilnehmer:innen aus Ankara und Zagreb studieren Architektur, während die Teilnehmer:innen von den beiden deutschen Hochschulen Studierende der Ingenieurwissenschaften sind. Das machte das Projekt nicht nur zu einer Begegnung verschiedener Kulturen, sondern auch zu einem Melting Pot verschiedener Arbeits- und Herangehensweisen. Die Prototypen mussten eigentlich nicht funktionsfähig fertiggestellt werden, sondern es ging vor allem um die Kollaboration und das gemeinsame Erarbeiten einer Problemlösungsstrategie. Es zeigte sich allerdings recht schnell, dass unsere angehenden Ingenieur:innen irgendwie gar nicht anders konnten, als ihr Hauptaugenmerk und ihren Ehrgeiz auf die Funktionalität zu richten – während die zukünftigen Architekt:innen sich viel stärker auf den kreativen Prozess fokussierten. Während für die Architektur-Studis der kreative Weg das Ziel war, fanden sich die Ingenieur-Studis in ein "Überlebenscamp mit Bauplan" versetzt, "die Deadline immer fest im Blick", erzählt Tim P. schmunzelnd. "Teamwork in Ankara hieß für uns: Kreativität trifft Kontrollzwang - und alle verlieren ein bisschen Schlaf."

Und das Ergebnis dieses akademischen Roller Coasters in Ankara? Fünf unterschiedliche, unter Nutzung von u.a. 3D-Druck und Lasercutting komplett selbst gebaute Solar Chimneys, also von der Sonne erwärmte Schornsteine, in denen die nach oben strömende Luft zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt wird, … und viele neue Freundschaften! "Erwartet haben wir eine internationale Gruppenarbeit mit Fokus aufs Akademische – erlebt haben wir einen interkulturellen Austausch mit türkischem Tee, landestypischen Spezialitäten und einer Gastfreundschaft, die man in ihrem Ausmaß nur nachvollziehen und richtig schätzen kann, wenn man selbst dabei gewesen ist.", sagt Nick zurückblickend auf die kurze, aber ereignisreiche Zeit.

Wir sind stolz auf unsere Studierenden, die nicht nur fachliche Expertise, sondern auch überfachliche Kompetenzen wie interdisziplinäre Teamarbeit, Kommunikation und kulturelle Offenheit unter Beweis gestellt haben.

 

Kontakt

Prof. Dr. Johannes Tümler

Redaktion

Jana Wiebach

Mehr dazu

Exkursionsbegleitend ist auch eine AR-Android-App zum Ausprobieren und Weiterentwickeln entstanden: hier downloaden.