Architectural and Cultural Heritage (M.A.)

Fachbereich Architektur, Facility Management und Geoinformation

JOSA Jüdische Orte in Sachsen Anhalt

Hintergrund

Jahrhunderte lang prägten neben christlichen Gemeinden auch die jüdischen Gemeinden die Regionen des heutigen Sachsen-Anhalts. Im Verlauf der Jahrhunderte gestalteten Synagogen, Ritualbäder, jüdischer Gemeindehäuser und Schule sowie Krankenhäuser und anderer Einrichtungen in den Dörfern und Städten das Erscheinungsbild der städtischen Landschaften maßgeblich mit. 

Trotz der Gräueltaten während der Zeit des Nationalsozialismus, in deren Zuge 1938 viele Synagogen geplündert und bis auf die Fundamente abgebrannt wurden, findet man noch heute viele jüdische Orte in der Region – in Städten wie Halle, Magdeburg, Köthen, und Dessau ebenso auch in kleineren Gemeinden wie Gröbzig, Aschersleben oder Schönebeck. Sie bilden Erinnerungsorte zu Ehren der sachsen-anhaltinischen Jüdinnen und Juden, die während des Nationalsozialismus‘ ermordeten und in die Emigration getriebenen wurden. Zusätzlich erstarkt das jüdische Leben in Sachsen-Anhalt von Neuem, sodass auch kontemporäre Synagogenbauten zu den jüdischen Orten zählen. 

 

Projektidee & Zielstellung

 

Im Jahr 2029 feiern Dessau, Sachsen-Anhalt und die Welt den 300. Geburtstag des Philosophen und jüdischen Gelehrten Moses Mendelssohn, der im 18. Jahrhundert die Haskala (die jüdische Aufklärung) prägte. Dies gibt Anlass, die Orte jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in der Gegenwart in Sachsen-Anhalt in einem interdisziplinären Forschungs- und Vermittlungsprojekt neu sichtbar und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei arbeitet die Hochschule Anhalt mit der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur der Technischen Universität Braunschweig zusammen und setzt sich zum Ziel, Orte und Gebäude in ihrer aktuellen Substanz neu zu betrachten, ihre Geschichte und Bedeutung zu beschreiben um sie sowohl als Online-Angebot (Website, Karte), als gedruckte Publikation und mit einer angemessenen Beschilderung in situ/vor Ort sichtbar zu machen.  

Für die HS Anhalt ist außerdem eine Lehr- und Forschungsstelle geplant, die sich den jüdischen Orten widmen soll. Im Vordergrund steht dabei eine Lehrveranstaltung, die den Studierenden das vielfältige jüdische Erbe in der Region mithilfe von bauforscherischen Dokumentationen vermitteln soll. Dabei eignen sich die Studierenden gleichzeitig wichtiges praktisches sowie theoretisches Wissen im Bereich der Architektur- und Regionalgeschichte an. Die Ergebnisse der Lehrveranstaltung könnten für die weitere Forschung, Arbeit und Archivierung genutzt werden.