GaLaBau 2024
Im FB Landwirtschaft, Ökotropholgie, Landschaftsentwicklung beschäftigt sich die Arbeitsgruppe um Prof. Kircher insbesonere mit Pflanzenverwendung und Vegetationstechnik im urbanen Raum. Auf verschiedenen Gebieten, wie zu Mischpflanzungen oder Schwimmteichen, forschen wir seit mehreren Jahren. Hinzu kommen regelmäßig aktuelle Projekte in den Bereichen des Garten- und Landschaftsbaus sowie der Pflanzenverwendung. Seit meheren Jahren betiligt sich das Team erfolgreich an der GaLABau. In diesem Jahr ist sie mit folgenden Themen in Halle 3a - Stand 120 am Start:
Hintergrund
Living Walls als fassadengebundene Begrünung können folgende Nutzeffekte bewirken:
1. Ästhetik: ungewöhnliche Vegetationsbilder, abwechslungsreicher als bodengebundene Fassadenbegrünung
2. Isolierung des Gebäudes:
- Kühlung des Gebäudes im Sommer durch Isolierung plus Verdunstung
- Isolierung im Winter: dazu muss das Substrat komplett austrocknen, was eine spezielle Artenwahl erfordert
3. Feinstaubbindung: bei Verwendung von geeigneten Moosen als Begrünung
4. Produktion von Nahrungsmitteln: bei entsprechender Artenauswahl
In kontinental getönten Klimaten werden allerdings im Frühjahr oft hohe Ausfallquoten festgestellt: Die von den Pflanzen benötigte Winterfeuchte kann nicht ausreichend bereitgestellt werden. Im Winter wird die Bewässerung abgestellt, um ein Auffrieren der Leitungen zu verhindern und die Pflanzen liegen trocken. Auch befindet sich bei stärkeren Frostperioden das gesamte Wurzelsystem im gefrorenen Substrat, so dass keine Wasseraufnahme mehr möglich ist. Bei gleichzeitiger Besonnung treten Frosttrocknisschäden auf.
Zielstellung:
In Versuchspflanzungen an der HS Anhalt, Standort Bernburg-Strenzfeld, werden aktuell Tests mit folgenden Zielstellungen durchgeführt:
- Prüfung von Arten aus wintertrockenen Herkunftsgebieten auf Eignung zur Verwen-dung in von Oktober bis März komplett trocken gehaltenen Living Walls.
- Prüfung von Kleinsträuchern mit essbaren Früchten auf Eignung in Living Walls
- Prüfung von Helophyten zur Eignung in kühlungsaktiven Living Walls mit wasser-durchrieseltem Substrat. In einem Versuch zur Eignung solcher Systeme zur Aufberei-tung von Schwimmteichwasser wurden teilweise sehr effiziente Phosphor-Eliminationsraten festgestellt.
Auf der Garten- und Landschaftsbau-Messe in Nürnberg, vom 11. bis 14. September 2024, sollen 2 verschiedene Pflanzvarianten ausgestellt werden, die die Zielstellungen 2. und 3. modellhaft visualisieren. Dazu werden 6 Living Wall Module mit je 60 x 60 cm Fläche und 7 cm Substratstärke bepflanzt. Als Substrat wird Sphagnum Moos aus nachhaltigem An-bau (Sphagnum Farming) eingesetzt, um Möglichkeiten der Verwendung von Torfersatz-stoffen zu demonstrieren.
Artenliste:
Variante „Schwimmteichfilter“ (nass gehaltene Module):
- Vaccinium macrocarpum (Cranberry)
- Vaccinium uliginosum (Rauschbeere)
- Sarracenia purpurea (Rote Schlauchpflanze)
- Drosera filiformis (Fadenförmiger Sonnentau)
- Oclemena nemoralis (Mooraster)
- Erica tetralix (Glocken-Heide)
Variante „Schattenfrüchte“ (Beerensträucher für schattige Wände mit Begleitvegetation):
- Vaccinium vitis-ideae (Preiselbeere)
- Vaccinium myrtillus (Heidelbeere)
- Fragaria vesca (Wald-Erdbeere)
- Athyrium nipponicum 'Metallicum' (Regenbogenfarn)
- Carex oshimensis 'Eversheen' o. ä. (Japansegge)
- Begonia sutherlandii (Papaya-Begonie)
- Oxalis acetosella (Wald-Sauerklee)
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