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Auf dem Weg zur grünen Hochschule

  • © Sam Sanchez; DokuTeam, Fachbereich Design Dessau, Hochschule Anhalt

Achtsames und verantwortungsvolles Miteinander, Ressourcenschutz und die Ausrichtung an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – Sabine Thalmann, Verwaltungsleiterin, und Professorin Sabine Tischew, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Nachhaltigkeit an der Hochschule Anhalt über das Selbstverständnis der Hochschule als Ort der Zukunft.

An der Hochschule Anhalt setzen wir uns federführend gemeinsam mit der Arbeitsgruppe »Nachhaltigkeit« leidenschaftlich für den Umweltschutz ein – mit Leidenschaft bedeutet, nicht etwa den kühlen Kopf zu verlieren. Wir gehen strategisch vor. Unsere Maßnahmen, unsere Projekte und unsere Ziele orientieren sich an der 2030-Agenda der Vereinten Nationen (UN) – dem Zukunftsvertrag der Weltgemeinschaft für das 21. Jahrhundert. Dafür haben wir uns vor allem acht Punkte vorgenommen, die uns ans Ziel bringen sollen.

An der Hochschule Anhalt setzen wir uns federführend gemeinsam mit der Arbeitsgruppe »Nachhaltigkeit« leidenschaftlich für den Umweltschutz ein.

Sabine Thalmann

Nachhaltigkeit im Studium

In Studium und Lehre untersuchen wir intensiv alternative Pflanzenarten, die mit den Herausforderungen der Klimaerwärmung zurechtkommen, entwickeln aus bekannten Rohstoffen neue Lebensmittel und achten auf natürliche Materialien bei der Planung von Gebäuden. Wir arbeiten an alternativen Antrieben für die Verkehrswende oder am Übergang von fossilen zu nachwachsenden Rohstoffen – und wir nutzen Cloud-Technologie für unsere interdisziplinäre Zusammenarbeit, um dabei wertvolle Rechenkapazität zu sparen. In unseren mehr als 70 Studiengängen experimentieren, konstruieren und optimieren wir gemeinsam für eine nachhaltigere Welt. 

Nachhaltigkeit in der Forschung

In der Forschung finden wir Antworten auf große Zukunftsfragen: In vielen Projekten agieren wir fachübergreifend, ressourcenschonend und energieeffizient. Dabei verstecken wir unsere Erkenntnisse nicht etwa hinter Mauern – wir spielen mit offenen Karten und schaffen Zugang zu Wissen und Innovationen, um innovative Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu finden. So leisten wir wichtige Beiträge für eine erfolgreiche und sozial verträgliche Energiewende, um dem Klimawandel mit innovativen Ideen zu begegnen und die Biodiversitätskrise zu bewältigen

Internationale Vernetzung

Globale Herausforderungen erfordern globale Lösungen. Durch mehr als 220 Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten weltweit engagieren wir uns für eine enge Zusammenarbeit und einen effektiven Wissensaustausch. Im Erasmus-Programm bieten wir als Partnerhochschule Austauschsemester an und ermutigen unsere Studierenden, für ihre Reise nicht gleich in den nächsten Flieger zu steigen, sondern umweltfreundlichere Anreiseoptionen wie die Bahn oder Carsharing in Betracht zu ziehen. Wir konzipieren internationale Studiengänge mit Doppelabschluss und setzen bei Bewerbungsprozessen auf nahezu papierlose Bewerbungsverfahren.

Nachhaltiger Betrieb der Hochschule

Unser Ziel ist es, dass unsere Hochschule langfristig treibhausgasneutral wird. Dazu ergreifen wir verschiedene Maßnahmen: Wir bauen und sanieren unsere Gebäude energieeffizient, beziehen »Grünen Strom«, investieren in hochwertige Wärmedämmung und implementieren, dort wo es möglich ist, ein modernes Heizmanagement. In den Gebäuden planen wir, unsere Lüftungsanlagen zu erneuern und zur Wärmerückgewinnung und zur Steuerung von Heizzyklen einzusetzen. Zusätzlich entwickeln wir Maßnahmen zur effizienten Nutzung von Regenwasser.

Wir schaffen grüne Dächer & legen Blüh- und Insektenwiesen an.

Dr. Sabine Tischew

Grüner Campus

Der Blick auf die optimale Nutzung von Wasser bringt uns auch die Idee für unsere nächsten Schritte: Wir schaffen grüne Dächer und legen Blüh- und Insektenwiesen an. Uns ist wichtig, dass unser Campus für Studierende nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des aktiven Engagements für die Umwelt ist. Wie gut das funktioniert, zeigen studentische Vereinigungen wie das Wurzelwerk und das COI am Campus Bernburg, das Vor-Ort-Haus in Dessau oder die Study Lounge am Campus Köthen. Sie bieten Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen und setzen sich für Nachhaltigkeit ein.

Nachhaltige Mobilität

Für eine nachhaltigere Zukunft fangen wir schon bei der Mobilität unserer Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten an. Zukünftig wollen wir Fahrgemeinschaften fördern, stellen Ladesäulen bereit und bieten am Campus Bernburg Leihfahrräder an. Um einen genaueren Überblick über unseren eigenen Mobilitätsverbrauch zu erhalten, erfassen wir die Daten des zentralen Fuhrparks, um mit diesem Wissen auch hier unsere Klimabilanz Schritt für Schritt zu verbessern.

Öffentlichkeit und Zusammenarbeit

Wir transferieren unsere Innovationen in die Stadt, in die Region oder sogar über die Landesgrenzen hinaus. Dafür öffnen wir unsere Hörsäle: Wir laden ein zu Weiterbildungen, etwa zu den Chancen von Wasserstoff als Energieträger und Kraftstoff. Wir organisieren Veranstaltungen wie die Ringvorlesung »Nachhaltigkeit«, in denen offen über zukunftsweisende Technologien und umweltfreundliche Initiativen debattiert wird – auch auf der Basis unserer wissenschaftlichen Forschung.

Soziale kulturelle Nachhaltigkeit

Nicht nur der Umweltschutz ist uns wichtig. Der respektvolle und achtsame Umgang miteinander hat für uns ebenso einen hohen Stellenwert. Alle sollen sich bei uns willkommen und unterstützt fühlen und gleichzeitig Studium, Beruf und Privatleben miteinander verbinden können. Wichtige Bausteine dafür sind Ernährung und Bewegung – unser Programm „Gesunde Hochschule“ ist breit gefächert und hat für jede und jeden etwas im Angebot.