Zum Sommersemester 2025 wurde Catharina Förster zur Professorin für Innenraumplanung und Entwerfen an die Hochschule Anhalt am Standort Dessau berufen. Bereits seit dem Wintersemester 2023/24 lehrte sie dort im Rahmen einer Vertretungsprofessur.
Förster versteht Architektur als räumliche Erfahrung, die weit über Maß, Funktion und Gestaltung hinausgeht. In ihrer Lehre verbindet sie analytische Methoden mit dem Anspruch, Raum atmosphärisch und gesellschaftlich zu begreifen: „Wir tragen alle ein inneres Raumarchiv mit uns – Erinnerungen, Atmosphären, Erfahrungen. Gute Architektur entsteht, wenn wir lernen, diese Ebenen ernst zu nehmen und gestalterisch umzusetzen“, sagt die Architektin. Ein zentraler Aspekt ihrer Lehre ist die Verbindung von Theorie und Praxis: Raum wird nicht nur entworfen, sondern auch gebaut, untersucht, erlebt. Exkursionen, Modellbau und 1:1-Projekte gehören zum festen Bestandteil ihres Konzepts. So etwa das studentische Projekt pluspunkt 2024 in Dessau im Rahmen der „Jungen Stadtmacherinnen“, bei dem ein leerstehendes Ladenlokal in einen nutzungsoffenen Erfahrungsraum verwandelt wurde.
Försters beruflicher Weg führte sie nach ihrem Architekturstudium an der Universität der Künste Berlin zu Weinmiller Architekten und Zanderroth Architekten. Sie war mehrere Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leibniz Universität Hannover am Institut Stadt Raum Gestaltung bei Prof. Hilde Léon, und lehrte an der TU Braunschweig und der OTH Regensburg. Parallel engagierte sie sich im Künstlerstudio Jeppe Hein im Bereich Kunst am Bau als Kreativdirektorin. Sie ist Mitgründerin des Architekturbüros REICHWALD SCHULTZ & PARTNER in Berlin und Hamburg sowie langjähriges Mitglied der Architektenkammer Berlin.
In Dessau lehrt sie sowohl im Bachelor als auch im internationalen Master DIA – und schätzt besonders den interkulturellen Austausch: „Architektur ist eine gemeinsame Sprache mit vielen Akzenten. Die Vielfalt kultureller Hintergründe in der Lehre ist eine enorme Bereicherung.“ Aktuell forscht sie zudem am Reallabor ZEKIWA Zeitz, einem dreijährigen Forschungsprojekt zur Entwicklung eines zukunftsweisenden Stadtquartiers auf dem Gelände der ehemaligen Kinderwagenfabrik. Unter dem Leitmotiv des Neuen Europäischen Bauhauses beautiful – sustainable – together entwickeln Studierende hier konkrete räumliche Konzepte und setzen diese in Form von Prototypen und Mockups mit Reuse-Materialien im Maßstab 1:1 um.