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Interaktive Lerneinheiten und kleine Gruppe

  • © Sascha Perten

„Die Zukunft ist geprägt von Innovation und praktischer Anwendung,“ sagt Professorin Marianne Maktabi über ihr Fachgebiet, die „Biomedizinische Informationsverarbeitung“ an der Hochschule Anhalt. Im Interview spricht sie über ihre ersten Eindrücke vom Campus, die Herausforderungen in der Lehre und ihre Visionen für die Zukunft der Technologie. Außerdem verrät sie, welches Fach eine besondere Herausforderung darstellt, um das Interesse der Studierenden zu halten, und mit welchen Methoden sie genau das schafft.

 

Professorin Maktabi, Sie sind seit dem 1. Juli 2024 Professorin für „Biomedizinische Informationsverarbeitung“ an der Hochschule Anhalt. Wie waren Ihre ersten Wochen in Köthen, und wie haben Sie den Campus und die Studierenden erlebt?

Da ich bereits seit April 2022 als Vertretungsprofessorin hier tätig bin, war die offizielle Berufung keine große Umstellung für mich. Es hat sich also nicht viel geändert, außer der neuen formalen Verantwortung. Die Studierenden stehen nach wie vor im Mittelpunkt meiner Arbeit, und es ist mir ein großes Anliegen, sie optimal auf ihr zukünftiges Berufsleben vorzubereiten. Die ersten Wochen im Juli waren die letzten des Semesters, und die Studierenden waren schon stark auf die Prüfungen fokussiert. Meine Aufgabe war es, ihnen die nötige Ruhe und Sicherheit zu vermitteln, damit sie die Herausforderungen gut meistern können. Es geht darum, sie zu motivieren und ihnen das Wissen zu vermitteln, mit dem sie sicher biomedizinische Fragestellungen bearbeiten können.

 

Wie gestalten Sie Ihre Lehrmethoden, um komplexe Themen wie biomedizinische Signal- und Bildverarbeitung verständlich zu vermitteln?

Ich lege großen Wert auf Praxisnähe. Theoretische Grundlagen sind natürlich unverzichtbar, aber der eigentliche Lerneffekt tritt erst dann ein, wenn die Studierenden das Gelernte in Projekten anwenden können. Deshalb kombiniere ich interaktive Vorlesungen mit praktischen Projektarbeiten. Dabei wird nicht nur Fachwissen vertieft, sondern auch wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit trainiert, die später im Berufsleben eine große Rolle spielen.
 

Was sind die größten Herausforderungen für Studierende in Ihren Kursen, und wie unterstützen Sie sie dabei, diese zu bewältigen?

Eines meiner sehr trockenen Lehrveranstaltungsthematiken ist die Biostatistik. Hier muss ich sehr stark darauf achten, dass die Studierenden nicht das Interesse verlieren, denn es ist enorm wichtig, um die Untersuchungen von Biosignalen umfassend zu verstehen und auch korrekt auszuführen. Um das Interesse der Studierenden zu wecken und zu halten, setze ich auf interaktive Lerneinheiten und praktische Aufgaben. Dank der kleinen Praktikumsgruppen kann ich zudem individuell auf die Studierenden eingehen und eine enge Betreuung sicherstellen. Darüber hinaus ist das Berufsfeld der Ingenieure sehr vielseitig. Um diese Breite erlebbar zu machen, organisiere ich regelmäßig Exkursionen zu Messen, Unternehmen oder Fachvorträgen, die den Studierenden praxisnahe Einblicke geben.

 

An welchen Forschungsprojekten arbeiten Sie derzeit an der Hochschule Anhalt?

Meine aktuellen Forschungsprojekte konzentrieren sich auf nichtinvasive Bildgebungstechnologien und die Auswertung der dabei gewonnenen Daten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der hyperspektralen Bildgebung in Verbindung mit Methoden der künstlichen Intelligenz. Diese Forschungsprojekte führe ich in enger Zusammenarbeit mit Klinikern und Unternehmen aus der Region durch, was auch den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis fördert.

 

Wie sehen Sie die Zukunft der biomedizinischen Informationsverarbeitung in den nächsten 20 Jahren? Welche Technologien werden den größten Einfluss haben?

Der demographische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel in der Gesundheitsversorgung werden dazu führen, dass viele Arbeitsprozesse automatisiert werden müssen. In diesem Zusammenhang werden Robotik, künstliche Intelligenz und moderne Telekommunikationsinfrastrukturen eine entscheidende Rolle spielen. Diese Technologien könnten helfen, den steigenden Bedarf in der Behandlung, Therapie und Pflege von Patienten zu decken und dabei die Qualität der Versorgung zu sichern.

 

Welchen Rat würden Sie Ihrem jüngeren Selbst geben, das gerade erst in die Welt der biomedizinischen Forschung eintritt?

Vernetze dich früh und suche den Austausch mit Gleichgesinnten. Kommunikation ist der Schlüssel – sowohl in der Wissenschaft als auch im Berufsleben.

 

Prof. Maktabi, herzlichen Dank für das Gespräch.

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Prof. Dr. Marianne Maktabi

Redaktion

Veronika Rivera