Madlen studiert Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Anhalt – und Brian ist immer dabei. Doch Brian ist kein Kommilitone, sondern eine Lern-App, die Madlen dabei unterstützt, ihr Studium erfolgreich zu meistern. Am Fachbereich Wirtschaft werden in einem neuen Praxisprojekt personalisierte Lernansätze mit digitalen Tools erforscht. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung der KI-basierten Lernapp Brian, die in diesem Wintersemester im Marketingkurs zum Einsatz kommt.
Wie Madlen, profitieren immer mehr Studierende von digitalen Technologien, die den Lernprozess unterstützen und individuell anpassen. Doch welche Voraussetzungen braucht es, damit diese effizient in die Lehre integriert werden können? Und wie verändern sie traditionelle Lehrmethoden? Diesen Fragen widmen sich aktuell Mitarbeitende am Fachbereich Wirtschaft, unter der Leitung von Dr. Stefan Stumpp Professor für Betriebswirtschaftslehre und Transformationsprozessmanagement.
Die Initiative kam vom Forschungsprojekt Praxwerk. Dieses verfolgt das Ziel, die Digitalisierung an der Hochschule voranzutreiben und die Lehre zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Durch dieses gemeinsame Praxisprojekt soll gezeigt werden, wie moderne Technologien wie Brian das Potenzial digitaler Lernmethoden ausschöpfen und eine praxisnahe Ausbildung an der Hochschule Anhalt unterstützen können.
„Digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten für individuelles und nachhaltiges Lernen“, erklärt Professor Stumpp. „Um Wissen erfolgreich zu vermitteln, müssen Lernansätze stärker auf die Bedürfnisse der einzelnen Studierenden zugeschnitten sein.“ Im Rahmen des Praxisprojekts wird untersucht, wie die Lern-App Brian traditionelle Lehrmethoden ergänzen und den Lernprozess individualisieren kann. Über 100 Studierende nutzen die App, ergänzend zum Lernmanagementsystem Moodle, seit Beginn des Wintersemesters für ihren Marketingkurs.
Wenn Madlen die Lernapp öffnet, befindet sie sich direkt in ihrer persönlichen Lernreise für ihren Marketingkurs. Die Inhalte sind in einem klaren Lernpfad gegliedert und auf die Vorlesung abgestimmt. Durch gezielte Fragen wird nicht nur ihr Wissen und Verständnis getestet, sondern auch geprüft, ob Madlen die Theorie auch auf Transferaufgaben anwenden kann. Die App unterstützt sie bei Verständnisfragen mit zusätzlichen Erklärungen und regt durch Forendiskussionen den fachlichen Austausch mit Kommilitonen an. Ein besonderes Highlight ist die Integration eines KI-gestützten Lernpartners, durch den die App mehr bietet als eine reine Wissensabfrage. Dieser führt interaktive Dialoge durch und gibt, wie ein Tutor, individuelle Hilfestellungen und begleitet sie und die anderen Studierenden durch offene Aufgabenstellungen. Eine Besonderheit dabei ist, dass der Tutor nicht einfach die Antworten verrät, sondern durch Nachfragen und Tipps dazu beiträgt, dass Madlen sukzessiv die Antworten alleine finden kann.
Die bisherigen Eindrücke von Stefan Stumpp und seinem Team zeigen bereits nach wenigen Wochen erste Erfolge. "Seit Madlen und die anderen Studierenden die App nutzen, scheinen sie zielgerichteter zu lernen und ein besseres Verständnis für die Inhalte zu entwickeln." Doch die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Nach dem Semester sollen die Stärken und Schwächen der App-Nutzung weiter analysiert werden. Besonders spannend ist die Frage, wie sich Brian als Ergänzung für das Lernen „zwischendurch“ - etwa im Bus oder in der Pause - bewährt. Kann die App die Motivation der Studierenden zum Lernen steigern? Steht sie vielleicht sogar für eine neue Ära des Lernens?
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