Die Hochschule Anhalt hat Prof. Dr.-Ing. Gunnar Schulz-Lehnfeld auf die Professur „Denkmalpflege und Bauen im Bestand“ in den Fachbereich Architektur, Facility Management und Geoinformation an den Campus Dessau berufen. Zugleich übernimmt er die Leitung des international Masterprogramms „Architectural and Cultural Heritage (M.A.)“.
Mit seiner Arbeit verbindet Schulz-Lehnfeld wissenschaftliche Forschung, architektonische Praxis und den respektvollen Umgang mit dem baulichen Erbe. „Mich interessiert, wie Architektur über die Jahrhunderte weitergedacht und verändert wurde“, sagt er. „Wenn wir das verstehen, können wir historische Bauten nicht nur bewahren, sondern sinnvoll in die Zukunft führen.“
Heute als Projektleiter im Architekturbüro und als Bauhistoriker tätig, studierte Schulz-Lehnfeld Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar, der TU Braunschweig und der Universität Florenz. Nach mehreren Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Braunschweig forschte er als Doktorandenstipendiat der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom über Michelangelos Biblioteca Laurenziana. Für seine Dissertation erhielt er 2024 den Förderpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Koldewey-Gesellschaft. Neben seiner Forschung ist Schulz-Lehnfeld seit vielen Jahren in der denkmalpflegerischen Praxis tätig, unter anderem bei Krekeler Architekten Generalplaner GmbH in Braunschweig, wo er an der Sanierung historischer Gebäude wie dem Braunschweigischen Landesmuseum oder der Bartholomäuskirche beteiligt ist. Auch als freier Bauhistoriker arbeitet er an Projekten zur Dokumentation und Entwicklung von Baubeständen.
Für die Lehre in Dessau verfolgt Schulz-Lehnfeld einen klaren Ansatz: „Ich möchte, dass Studierende lernen, sich intensiv mit einem Gebäude auseinanderzusetzen, dessen Geschichte zu lesen, die Struktur zu verstehen und daraus Neues zu entwickeln. Denkmalpflege heißt nicht Stillstand, sondern Dialog mit dem Bestehenden.“ Mit dieser Haltung möchte er auch das internationale Masterprogramm „Architectural and Cultural Heritage“ weiterentwickeln. Ziel ist es, Studierende aus unterschiedlichen Ländern zusammenzubringen, um gemeinsam neue Perspektiven auf das kulturelle Erbe zu eröffnen.