Mit einem wissenschaftlichen Poster im Gepäck besuchte Frau Prof. Maktabi vom 12.-16. April 2026 die Konferenz und Messe SPIE Photonics Europe & Optical Systems Design. Die SPIE Photonics Europe & Optical Systems Design gehört zu den führenden Fachmessen im Bereich der Photonik und Lasertechnologie und wird alle zwei Jahre in verschiedenen europäischen Städten veranstaltet. Die Abkürzung "SPIE" steht dabei für "Society of Photo-Optical Instrumentation Engineers", eine internationale Organisation, die sich auf Optik und Photonik spezialisiert. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören fortschrittliche optische Komponenten, Lasertechnologie, Anwendungen in der Biophotonik, fortgeschrittene Fertigungsmethoden und optoelektronische Materialien. Auch biomedizinische Technologien werden hier präsentiert.
Für Professorin Maktabi ist die Messe insbesondere aus Forschungsperspektive interessant. Frau Prof. Maktabi war aber nicht nur als Besucherin vor Ort. Vielmehr konnte sie als Vertreterin des Biomedical Engineering an der Hochschule Anhalt auch ein wissenschaftliches Poster auf der Ausstellung präsentieren. Das Poster basiert auf der Masterarbeit von Paul Pöhlitz, die in Kooperation mit der Uni Leipzig entstanden ist.
Der Posterbeitrag sowie die hervorragend bewertete Masterarbeit von Herr Pöhlitz beschäftigen sich mit dem Einsatz künstlicher neuronaler Netze und der hyperspektralen Bildgebungstechnologie zur Analyse von Kolorektalkarzinomgewebe auf histopathologischen Präparaten.
Was genau ist das und warum ist es relevant für die biomedizinische Forschung und Lehre an unserem Fachbereich?
Die histopathologische Analyse von Gewebeproben spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose und Behandlung der meisten Krebserkrankungen. Kolorektalkarzinome zählen zu den häufigsten Ursachen für krebsbedingte Todesfälle, daher ist eine frühzeitige und zuverlässige Erkennung unerlässlich. Die Auswertung histologischer Schnitte ist jedoch zeitaufwendig und erfordert ein hohes Maß an pathologischer Expertise. In diesem Kontext konnte die Arbeit von Herrn Pöhlitz zeigen, dass die hyperspektrale Bildgebung (HSI) in Kombination mit künstlichen neuronalen Netzen (ANN) die Erkennung und Klassifizierung von Kolorektalkarzinomen effektiv unterstützen kann. Die Werte für Genauigkeit, Sensitivität, Spezifität und F1-Score erreichten dabei bis zu 90 %. Herr Pöhlitz konnte zeigen, dass computergestützte Systeme das Potenzial besitzen, die Diagnose von Kolorektalkarzinomen zu verbessern. Faltungsneuronale Netze stellen in Verbindung mit der hyperspektralen Bildgebung eine vielversprechende Technologie dar, um diagnostische Arbeitsabläufe zu optimieren und sie somit schneller und präziser zu gestalten.
Frau Prof. Maktabi, die Herrn Pöhlitz‘ Arbeit betreut hat, forscht auch weiterhin an diesem Themenkomplex.