Mit Prof. Dr. habil. Karin Berkemann gewinnt die Hochschule Anhalt eine ausgewiesene Expertin für Denkmalpflege, Kirchenbau und moderne Baukunst. Am Fachbereich Architektur, Facility Management und Geoinformation in Dessau verantwortet sie das Fachgebiet Denkmalpflege und Baugeschichte.
Die Theologin und Kunsthistorikerin verbindet akademische Tiefe mit breiter Praxiserfahrung: Sie forschte zur Architektur der Nachkriegsmoderne, war viele Jahre für das Landesamt für Denkmalpflege Hessen tätig, arbeitete und lehrte als Kustodin an der Universität Greifswald. Ab 2023 wirkte sie zudem als Privatdozentin an der TU Dortmund. Ihre Promotion und Habilitation widmete sie dem kirchlichen Kulturerbe – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit zieht.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Lehre liegt auf dem Umgang mit dem Bestand: „Denkmalpflege ist keine nostalgische Disziplin. Es geht darum, bestehende Gebäude zu verstehen, weiterzudenken – und gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort neue Wege für alte Räume zu finden“, so Berkemann. In ihrer Lehre legt sie großen Wert auf vernetztes, praxisnahes Lernen: Mit den Studierenden analysiert sie etwa leerstehende Kaufhäuser und Kirchen als öffentliche Räume mit Zukunftspotenzial – oder erprobt neue Methoden der Denkmalerfassung bei Bauten der 1970er bis 2000er-Jahre. Die neu entwickelte 3D-Lehre im Holodeck der Hochschule eröffnet dabei virtuelle Zeitreisen durch Architekturgeschichte.
Auch über die Lehre hinaus bringt sich Prof. Berkemann vielfältig ein: als Herausgeberin des Online-Magazins moderneREGIONAL, als Mitgründerin der Anti-Abriss-Allianz, im Kuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder als Mitglied im Deutschen Werkbund Berlin.