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Selbst anpacken, selbst verstehen

  • Ein junger Mann sitzt lächelnd auf den Stufen eines historischen Gebäudes mit verzierten Säulen und einer schwarzen Tür, trägt ein schwarzes T-Shirt, kurze graue Hose, rote Socken und schwarze Turnschuhe. © Hochschule Anhalt - Uwe Jacobshagen

Tim Poturnak hat sich seinen Weg ins Ingenieurstudium Schritt für Schritt erarbeitet – dual, international und mit vollem Einsatz.

Als Tim Poturnak noch ein Kind war, schraubte er Platinen aus dem Computer heraus. Nicht weil ihn jemand dazu gebracht hätte – sondern weil er einfach verstehen wollte, was darin passiert. Sein Opa hatte ihm eine Modelleisenbahn geschenkt, kurz bevor er starb. Tim wollte begreifen, wie sie funktioniert. Fragen konnte er niemanden, also machte er sich selbst auf die Suche.

Diese Haltung hat ihn nicht mehr losgelassen

Aufgewachsen in Dessau, Abitur – „ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss“, sagt er über sich selbst in der Schulzeit. Ein Studium? Das kam für ihn zunächst nicht infrage. Stattdessen: Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Und dort traf er auf einen Ausbilder, der nicht viel erklärte, sondern erst half, wenn man selbst schon angepackt hatte. „Friss oder stirb!“ – so beschreibt Tim das Motto. Damals fand er es hart. Heute weiß er: Genau das hat ihn angespornt.

Noch während der Ausbildung riet ihm derselbe strenge Ausbilder ernsthaft zum Studium. Tim hörte hin. Er fand eine Stelle als Dualer Student bei einem Engineering-Dienstleister, einer DB-Tochterfirma – und begann sein Studium an der Hochschule Anhalt.

„Ehrgeiz lohnt sich“

Tim Poturnak

Dual studieren: So geht das

Parallel zum Job an der Hochschule studieren, Urlaub nehmen für Prüfungen, nebenbei noch als Tutor arbeiten – das duale Studium erfordert einiges. „Man braucht ein gewisses Durchhaltevermögen“, sagt Tim. Aber es macht auch Spaß. Als Tutor unterrichtete er gemeinsam mit einem Kommilitonen andere Studierende – und merkte, wie viel er selbst dabei lernte. Was Tim antreibt, ist keine Pflicht. Es ist echtes Interesse. Technik, die er anfassen und verstehen kann. Ein Studium, das ihn nicht in einen Hörsaal setzt und auf den Abschluss warten lässt, sondern ihn mitten ins Berufsleben wirft – und ihm auch gestattet, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Im Rahmen des ERASMUS+-Projekts „Designing and Constructing a Solar Updraft Chimney with 3D Printing“ reiste Tim in die Türkei. Studierende aus Ankara, Zagreb, Rosenheim und Köthen trafen sich an der TOBB-Universität in Ankara, um gemeinsam Schornstein-Prototypen zu bauen, die Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln. 30 Studierende, fünf Teams und eine gemeinsame Woche.

„Ehrgeiz lohnt sich“

Zuvor hatten sie sich wöchentlich online ausgetauscht, auf der Exkursion ging es ans Eingemachte: Entwürfe umsetzen, Elektronik auslegen, Prototypen testen. Besonderes Merkmal der interkulturellen Teams war ihre Interdisziplinarität – Architekturstudierende aus Ankara und Zagreb trafen auf Ingenieurstudierende aus Deutschland. Offiziell stand die Kollaboration im Vordergrund, nicht die Funktionalität. Doch die Realität sah anders aus: Während die Architekturstudis den kreativen Prozess genossen, verwandelten die Ingenieurstudis das Projekt kurzerhand in einen Funktionssprint. „Kreativität trifft Kontrollzwang – und alle verlieren ein bisschen Schlaf“, lächelt Tim.

Den Bachelor hat Tim noch vor sich – die Abschlussarbeit wartet. Aber schon jetzt zeichnet sich eine neue Ingenieurstelle ab. Und danach? Masterstudium. Tim hat Pläne. „Ehrgeiz lohnt sich“, sagt er am Ende des Gesprächs. Man glaubt es ihm sofort.

Was würde der Hochschule Anhalt fehlen, wäre Tim nicht da?
Ohne Tim Poturnak ginge der Hochschule ein Studierender verloren, der zeigt, wie weit man mit Neugier und Beharrlichkeit kommt. Sein Blick fürs Machbare und seine Lust, Dinge wirklich zu begreifen, prägen jedes Team, in dem er arbeitet.

Kontakt

Bettina Kranhold

Redaktion

Katja Wallrafen

Dual studieren

Die Hochschule Anhalt bietet für zahlreiche Bachelor-Studiengänge und hier insbesondere im MINT-Bereich ein praxisintegrierendes duales Studium an. 

Wie das geht? 
Der Studierende schließt zunächst einen Arbeitsvertrag mit einem Unternehmen oder einer Institution ab, welche dann mit der Hochschule Anhalt die Durchführung der praxisorientierten Studienabschnitte vereinbart.

Hier finden Sie eine Übersicht dualer Studienangebote der Hochschule Anhalt.