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Wanderung zum Bernburger Weinberg „Waladala“ am 4. Juni 2025

  • © Renate Geue

Die Hochschule Anhalt lädt zur traditionellen Wanderung zum Bernburger Lehr- und Versuchsweinberg „Waladala“ ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch vor Pfingsten, dem 4. Juni 2025, statt. Die Wanderung beginnt bereits um 16 Uhr und startet in diesem Jahr auf Grund von Bauarbeiten von der Kirche St. Nicolai in der Breiten Straße. Alle Interessierten – ob Studierende, Bürgerinnen und Bürger, alle Weinliebhaber – sind willkommen, gemeinsam den Weg zum Weinberg anzutreten.

Begleitet von bunt geschmückten Oldtimer-Traktoren, in Mönchskostümen, bäuerlicher Tracht oder als Winzerinnen und Winzer, gestalten Studierende, Lehrende sowie Mitarbeitende der Hochschule Anhalt einen lebendigen und farbenfrohen Umzug. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Leutewagen geht es über die Flutbrücke hinauf zum Weinberg „Waladala“. Die Hochschule erinnert dabei unterwegs mit Kräutern und Rhabarberkuchen an die historische Bedeutung der Breiten Straße als Bernburgs alte Hauptgeschäftsstraße.

Auf dem Weinberg – sehen, schmecken und forschen

Oben auf dem Weinberg angekommen, erwartet die Gäste eine besondere Kombination aus landschaftlicher Schönheit, kulinarischem Genuss und wissenschaftlicher Praxis. Die von der Verwaltung der Hochschule neu gestalteten Weingaragen bieten nun beste Bedingungen für Forschung und Lehre – mit Technikräumen, einem Verkostungsbereich sowie einem Projektraum.

„Mit der neuen Ausstattung schaffen wir optimale Voraussetzungen, um praxisnahe Lehre und angewandte Forschung zu verbinden, aber auch um die interessanten Veranstaltungen zur Weinkultur abzusichern“, sagt Sabine Thalmann, Leiterin Verwaltung der Hochschule. Auch die Wasserversorgung wurde im Zuge der Umgestaltung neu gedacht: Regenwasser, das auf den Dächern gesammelt wird, fließt in mehrere Zisternen und wird von dort aus direkt zu den Bewässerungsversuchen geleitet. Zwei Rebsorten stehen dabei im Fokus, an ihnen wird untersucht wie viel Einfluss die kontinuierliche Bewässerung auf Ertrag und Qualität hat.

Auch zwischen den einzelnen Parzellen wird geforscht: „Wir haben drei unterschiedliche Parzellen: Neben Grasstreifen, Mulchstreifen gibt es mehrere Varianten mit Wildpflanzen“, erklärt Prof. Orzessek, der den Weinberg bereut. Mit Bodensensoren wird erforscht, welche Begrünung die Bodenfeuchte am besten hält – gleichzeitig sorgen die Blühstreifen für eine sehr hohe Artenvielfalt bei Pflanzen, Insekten, Schmetterlingen und anderen Kleinstlebewesen. Welche Erfahrungen zur naturnahen Zeilenbegrünung mit Wildpflanzen bisher gesammelt wurden, erfahren Besucherinnen und Besucher direkt vor Ort beim Studienbereich Naturschutz und Landschaftsplanung.

Wissenschaft genießen – mit Wein, Musik und regionalen Spezialitäten

Wer wissen möchte, wie Wissenschaft schmeckt, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Das Lebensmitteltechnikum vom Campus Köthen sowie das Weinlabor und die Lehr- und Versuchsbrennerei vom Campus Bernburg präsentieren ihre Arbeiten auf dem Weinberg. Die Weinbaufreunde Bernburg stellen ihre Pflege des „Blauen Bernburgers“ vor und laden gemeinsam mit der Winzer-Mühle aus Crüchern zur Verkostung ein.

Für stimmungsvolle musikalische Begleitung sorgen die Band „M’accord“, die ukrainische Studierendengruppe „Nadija je“ „Bei Wein, selbst gebranntem Schnaps und herzhaften Speisen lässt sich die besondere Aussicht über die Stadt in geselliger Atmosphäre genießen“, so Orzessek. Für den Rückweg steht ein Shuttle zur Kirche St. Nicolai bereit.

Mit dem Lehr- und Versuchsweinberg wird in einem Gemeinschaftsprojekt von Hochschule und Stadtverwaltung die alte Weinbautradition im unteren Saaletal wiederbelebt. In unmittelbarer Nähe befindet sich die romanische Kirche St. Stephani – ein Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und fester Bestandteil der „Straße der Romanik“. So entsteht ein besonderer Ort, an dem Geschichte, moderne Forschung, Natur und Kultur aufeinandertreffen.

Mehr Informationen:
www.hs-anhalt.de/waladala