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Wissen weiterzugeben macht einfach Freude

  • © Sascha Perten

Wenn Medizin auf Technik trifft, wird es spannend – und genau an dieser Schnittstelle bewegt sich Prof. Dr. Peter Trommler als neu berufener Honorarprofessor der Hochschule Anhalt. Der erfahrene Anästhesist und Intensivmediziner ist nicht nur ein Experte in seinem Fachgebiet, sondern bringt bereits seit mehr als zehn Jahren Studierenden Medizintechnik nahe. Mit viel Spaß an der Lehre zeigt er auf, wie entscheidend das Zusammenspiel von Technik und Biologie für die Entwicklung innovativer Lösungen ist. Im Interview spricht er über seine Motivation, die besondere Verantwortung in der Medizintechnik und den Wert von Aha-Momenten in der Lehre.

 

Prof. Trommler, Sie arbeiten seit über 30 Jahren als Anästhesist und Intensivmediziner und sind seit 2012 in der Lehre an der Hochschule Anhalt tätig. Was treibt Sie an, Ihr Wissen mit Studierenden zu teilen?

Ganz klar: die Freude daran! Es macht mir einfach Spaß, Wissen weiterzugeben – vor allem, wenn ich merke, dass die Studierenden die Zusammenhänge verstehen und der sprichwörtliche „Aha-Moment“ eintritt. In der Medizintechnik kommt es nicht darauf an, medizinische Fakten auswendig zu lernen, sondern die Schnittstellen zwischen Technik und menschlicher Biologie zu verstehen. Das Wissen über biochemische und physiologische Zusammenhänge hilft dabei, technische Geräte besser zu entwickeln, zu betreiben oder zu optimieren.

Sie sind nicht nur Lehrender, sondern auch Chefarzt in der Helios Klinik Köthen. Wie prägt Ihre klinische Erfahrung die Inhalte Ihrer Lehrveranstaltungen?

Die Praxisnähe ist für mich entscheidend. Ich bilde seit Jahrzehnten Ärztinnen und Ärzte aus, seit 13 Jahren lehre ich an der Hochschule Anhalt. Hier versuche ich, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Besonders in meinem Masterkurs „Intensive Care Technology“ findet ein Teil der Lehre direkt auf der Intensivstation statt. Dort können die Studierenden die zuvor besprochenen Inhalte in einem realen Umfeld erleben: Geräte „live“ ausprobieren, Abläufe verstehen und sich einen Eindruck von der Technologie verschaffen. Theorie allein reicht nicht – es geht um das praktische Verständnis.

Sie bieten Fachpraktika an, bei denen Studierende medizintechnische Geräte direkt ausprobieren können. Wie laufen diese ab, und was lernen die Studierenden dabei?

Die Praktika orientieren sich immer an den Themen der Vorlesungen. Zum Beispiel stellen wir typische Geräte wie Beatmungsgeräte oder Monitore in einem Parcours vor. Die Studierenden können diese dann selbst bedienen, Fehlerquellen entdecken und erleben, was passiert, wenn etwas nicht richtig eingestellt ist. Besonders spannend wird es, wenn sie Anwendungen am eigenen Körper ausprobieren, etwa eine nicht-invasive Beatmungsmaske oder eine Ultraschalluntersuchung. Ziel ist es, nicht nur die Funktion der Geräte zu verstehen, sondern auch, wie diese mit den Vitalfunktionen des Menschen interagieren. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie motiviert die Studierenden sind, wenn sie die Technik anfassen und selbst ausprobieren dürfen.

Welche Kompetenzen sind aus Ihrer Sicht unverzichtbar für Studierende, die in der Medizintechnik erfolgreich sein wollen?

Neugier ist das A und O! Wer wissen will, wie etwas funktioniert – oder warum es nicht funktioniert –, ist in diesem Bereich genau richtig. Besonders in Zeiten rasanten technischen Fortschritts ist es entscheidend, den Dingen auf den Grund zu gehen und kritisch zu hinterfragen. Wie zuverlässig sind die Daten, die ein Gerät liefert? Welche Risiken könnten auftreten? Studierende sollten lernen, Technik nicht nur zu nutzen, sondern auch zu verstehen und zu verbessern. Ein gesunder kritischer Blick – nicht zweifelnd, sondern neugierig – hilft, sich immer weiterzuentwickeln.

Sie erwähnen die Verantwortung bei der Entwicklung und Nutzung von Medizintechnik. Was möchten Sie den Studierenden in diesem Bereich besonders mitgeben?

Die Verantwortung für den Patienten endet nicht beim Arzt oder Pflegepersonal. Auch Entwickler und Hersteller von Medizintechnik tragen eine moralische Verantwortung. In meinen Kursen sensibilisiere ich die Studierenden dafür, dass jede technische Innovation auch Risiken birgt. Wir sprechen über echte Beispiele, bei denen fehlerhafte Technik schwerwiegende Konsequenzen hatte. Mein Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig ein durchdachtes Design und Risikomanagement sind. Denn am Ende ist es nicht nur eine Frage der Technik – es geht um das Leben von Menschen.

Prof. Trommler, herzlichen Dank für das Gespräch!

Kontakt

Prof. Dr. Peter Trommler

Redaktion

Veronika Rivera