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Carmen Chiu zum Thema Hybride Lehre

Ansprechpartner Hybride Lehre
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Frau Carmen Chiu ist seit Oktober 2023 Weiterbildungsstudentin im berufsbegleitenden Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie im Wintersemester 2024/25 nicht mehr an den Präsenzveranstaltungen am Hochschulstandort Köthen teilnehmen. Um Frau Chiu trotzdem die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen zu ermöglichen, stellte die Studienorganisation sicher, dass sie an jeder Lehrveranstaltung hybrid teilnehmen konnte. Wir möchten ihr daher 5 Fragen zur hybriden Teilnahme stellen:

 

eSALSA: Wie war Ihre anfängliche Einstellung zur hybriden Lehre? Hatten Sie Bedenken?

C. Chiu: Ich hatte keine Bedenken zur hybriden Lehre, da ich es aus der Corona-Zeit gewohnt war, mich schnell umzustellen und an die digitale Lehre anzupassen. Außerdem wurde ich während der Corona-Zeit auch an meinem Arbeitsplatz digital eingearbeitet und geschult. Ich wusste, welche Voraussetzungen ich brauchte (regelmäßige Kommunikation mit den Organisatoren, Bereitstellung der notwendigenTechnik und die Hoffnung, dass die Dozenten Verständnis und Flexibilität für diese Art der Lehre haben). Ich war sehr darauf angewiesen, dass mir die hybride Lehre angeboten wurde, da ich aus gesundheitlichen Gründen eine Zeit lang nicht mehr an den Präsenzveranstaltungen teilnehmen konnte.

 

eSALSA: Hat sich Ihre Einstellung im Laufe des Semesters geändert?

C. Chiu: Mein Vertrauen in das Verständnis und die Flexibilität der Dozenten hat sichbestätigt. Mir ist bewusst geworden, dass es durchaus möglich ist, hybrid teilzunehmen und ich konnte aus meinen Erfahrungen aus Studium und Arbeit in der Corona Zeit schöpfen, um diese Herausforderung zu bewältigen.

 

eSALSA: Welche Herausforderungen hatten Sie zu bewältigen?

C. Chiu: Ich hatte Herausforderungen mit Dozenten, welche noch an den Lehrmethoden aus der Präsenzlehre festgehalten haben. Es wäre sehr hilfreich, Tafelbilder digital zu machen. Die visuelle und auditive Teilnahme an einer Vorlesung ist unerlässlich. Beides ist notwendig, um der Vorlesung folgen zu können. Fehlt eines davon, ist es nicht mehr möglich, der Vorlesung zu folgen. Außerdem ist es notwendig mit dem Dozenten während der Lehrveranstaltung eine Art Feedback-Kultur zur Vorlesung über mögliche technische Störungen zu haben. Eine sehr große Herausforderung war für mich das Modul, in dem an einer digitalen CNC-Fräsmaschinegearbeitet werden musste. Ich konnte durch ein kurzes Vorgespräch mit dem Dozenten sicherstellen, dass Bildschirm und Ton geteilt wurden und das ich als Online-Teilnehmerin während der laufenden Übung Zwischenfragen stellen durfte, wenn ich nicht mitkam. Dazu war es notwendig, dass der Dozent etwas wartete, damit ich schnell alles einstellen konnte, wie im Beispiel gezeigt. 

 

eSALSA: Wie war die Kommunikation und Interaktion mit Kommilitonen und Lehrenden?

C. Chiu: Die Kommunikation mit den Kommilitonen hat sich über WhatsApp oder ggf. Anrufe bei Gruppenarbeiten gut gestalten lassen. Meine Kommilitonen waren sehr inklusiv und haben mich auch von sich aus in die täglichen Interaktionen in der Vorlesung und auch in den Pausen selbst mit einbezogen. Die Lehrenden waren insgesamt sehr offen und sehr darauf bedacht, gute Voraussetzungen für die Vorlesung in technischer Form auch durch regelmäßiges Feedback zu gestalten. 

 

eSALSA: Fassen Sie bitte die positiven und negativen Aspekte der hybriden Lehre aus Ihrer Erfahrung zusammen.

C. Chiu: Positiv war die Flexibilität meiner Kommilitonen und der Dozenten, dass Sie bereit waren sich auf diese Veränderung positiv einzulassen. Die Organisation mit der Hochschule hat sehr gut geklappt und ich konnte auch die Möglichkeit nutzen mit etwas Vorlauf an Klausuren und mündlichen Prüfungen digital teilzunehmen. Es war sehr hilfreich, dass alle Vorlesungsunterlagen digital zur Verfügung standen. Negativ war, dass es manchmal zu technischen Störungen kam und die Dozenten manchmal vergessen haben, den Bildschirm zu teilen oder das falsche Medium (Folien, Kamera bei Tafelbild oder Diskussionen) geteilt wurde. Zusammenfassend muss ich sagen, dass es sowohl für die Dozenten als auch für mich eine Lernkurve darstellt, eine hybride Vorlesung anzubieten, und dass dies auch Erfahrung mit digitalen Veranstaltungen,Kommunikation und Eigeninitiative braucht. Es hilft auch, einfach die Kamera einzuschalten, um ein Gesicht zu sehen und so die Kommunikation zu erleichtern.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Chiu!