Informationen zum Studienablauf Immobilen- und Baumanagement (B.Sc.)
Aufbau des Studiums
Das Studium ist modular aufgebaut. Ein Modul ist eine thematisch bestimmte Lehreinheit, für die der typische studentische Zeitaufwand in Anerkennungspunkten (Credits) ausgewiesen wird. Analog zu diesem Leistungsaufwand erfolgt auch die Leistungsbewertung (Noten).
Der zeitliche Ablauf und die Inhalte der Module können den Modulhandbüchern entnommen werden.
Modulübersicht
1. Semester
Das Fach vermittelt Grundkenntnisse der Immobilienwirtschaft. Wer sind aktuelle Immobilienakteure? Wie ist die Marktsituation? Welche Prüfungsprozess sind beim Kauf einer Immobilie zu beachten? Sie erlernen rechtliche und ökonomische Grundlagen des Immobilienmarktes und erfahren Wichtiges zum nachhaltiges Immobilienmanagement.
Die Vorlesung Grundlagen IT/CAD führt Sie in die Grundbegriffe und -konzepte der Informationstechnologie ein. Wir beschäftigen uns mit Computerhardware, Netzwerken, Software und deren Entwicklung, sowie konkreten anwendungsorientierten Themen, etwa Datensicherheit und Datenschutz.
Es werden Grundlagen des Computer Aides Designs CAD vermittelt. In praktischen Übungen lernen Sie, wie Sie präzise und auswertbare 2-dimensionale Zeichnungen mit dem Programm AutoCAD erstellen können.
Die Vorlesung vermittelt Wissen über die Kriterien der Behaglichkeit in Wohn- und Nichtwohngebäuden, physikalische Wirkprinzipien der Wärmeübertragung, Anforderungen an den winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz, Feuchteschutz, insbesondere nach der DIN 4108-2 und dem GEG. Weiterhin beinhaltet das Modul die Vermittlung von Kenntnissen über den Einfluss der klimatischen Bedingungen auf das Bauwerk am jeweiligen Standort, sodass nach Belegung des Moduls Aussagen zum Verhalten von feuchter Luft möglich sind und mit den entsprechenden Zustandsänderungen im hx-Diagramm dargestellt werden können.
Im Modul werden außerdem Fähigkeiten zur Beurteilung bzw. Bewertung von Bauteilen nach bauphysikalischen Kriterien und Umweltaspekten, Grundlagen zu weiterführenden Modulen der energetischen Bilanzierung von Gebäuden erlangt und vermittelt.
Das Fach Bautechnik führt in die komplexen Zusammenhänge von Baustoffen und deren Kenndaten ein. Sie erwerben Kenntnisse zu ihrer technologischen Verarbeitung und und ihrem sachgerechten Einsatz am Gebäude. Im ersten Fachsemester beschäftigen wir uns mit Natursteinen, den vielfältigen Möglichkeiten von Beton, mit Estrichen, Bindemitteln und silikatischen Wandbaustoffen.
Im Fach Konstruktion lernen Sie, unterschiedliche Baumaterialien und deren Bauweisen zu verstehen. Es geht um technische Zusammenhänge aber auch gestalterische Aspekte. Wie werden Baustoffe verarbeitet? Welche Strukturen, welche Anmutung erzeugen sie? Wie wirkt sich die Gebäudekonstruktion auf die Projektierung eines Bauvorhabens aus? Wir betrachten stets den Zusammenhang von Funktion, Form und Konstruktion.
Im Fach Softskills beschäftigen wir uns mit wechselnden Themen, in denen wir auf aktuelle Etwicklungen der Berufspraxis reagieren. Mögliche Themen sind Rhetorik, Internationales Marketing (Unterrichtssprache Englisch) oder Techniken des Computer Aided Designs (CAD).
2. Semester
Das Fach Grundlagen Projektmanagement vermittelt rechtliche Grundbegriffe zur Vorbereitung und Organisation von Bauprojekten. Sie erwerben umfängliche Kenntnisse zu Vertragsbeziehungen mit gegenseitiger Leistungsverpflichtung beider Vertragsparteien. Wir beschäftigen uns mit verschiedenen Vertragsarten - Kaufvertrag, Darlehensvertrag, Mietvertrag, Planungsvertrag, Dienst- und Werkvertrag u.a.m..
Im Fach Betriebswirtschaftslehre beschäftigen wir uns mit den Grundzügen des betrieblichen Rechnungswesens. Kernthemen sind das Wirtschaftlichkeitsprinzip, Rechtsformen der Unternehmung, Gewinn- und Kostenvergleichsrechnung und die doppelte Buchführung.
Die technische Ausrüstung eines Gebäudes beeinflusst wesentlich dessen Nutzungsqualität und Lebenszykluskosten. Sie bestimmt den Energieverbrauch und damit die Ökologie von Bauwerken. Im Fach Technische Gebäudeausrüstung erwerben Sie Kenntnisse zur Wärme- und der Strömungslehre. Wir beschäftigen uns mit Heizungs- und Kältetechnik und erstellen energetische Gebäudebilanzen. Die Vorlesungen werden durch Laborversuche, etwa zur Wärmeversorgung oder Anlagenhydraulik, praktisch ergänzt.
Das Fach Bautechnik thematisiert natur- und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen rund um Baustoffe, deren Kenndaten und technologische Verarbeitung in der Bauplanung und -ausführung. Sie erlangen Kenntnisse zu Beton und seiner Instandsetzung, metallischen Werkstoffen (Stahl/NEM), Glas, bituminösen Stoffen, sowie Holz und seinen Schadbildern.
Das Fach Konstruktion befähgt Sie, eine Detail- und Werkplanung für ein kleinmaßstäbliches Objekt (etwa ein Einfamilienhaus) selbstständig zu erarbeiten. Sie lernen, Kenntnisse in Bautechnik, Technischer Gebäudeausrüstung (TGA), Computer Aided Design (CAD) und anderen Fächern zu verknüpfen und gemeinsam anzuwenden. Sie erfahren die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den Schwerpunkten Konstruktion und Technik, Form, Material und Gestaltung. Schwerpunktthemen sind Gründungen, geneigte und flache Dächer, Decken und Fußböden, sowie Treppen.
Im Fach Softskills beschäftigen wir uns mit wechselnden Themen, in denen wir auf aktuelle Etwicklungen der Berufspraxis reagieren. Mögliche Themen sind Personalführung, Grünflächenmanagement oder fachspezifisches Englisch.
3. Semester
Sie erwerben Sie Basiskompetenzen zur Projektentwicklung von der Projektidee bis zum Controlling. Wir vermitteln Ihnen Kenntnisse über Immobilienmanagementansätze, Projektentwicklungsbeteiligte, Nachhaltigkeitsprozesse, Immobiliensorgfaltsprüfungen, Marktforschungsanalysen u.a.m..
Das Fach Betriebswirtschaftslehre vermittelt Kenntnisse zur Investitionsrechnung und zu Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Sie lernen die finanzmathematische Grundlagen kennen und beschäftigen sich u.a. mit modelltheoretischen Annahmen und dynamischen Verfahren der Investitionsrechnung.
Sie erwerben Kenntnisse im Planen und Konstruieren im dreidimensionalen Raum und schulen Ihr objektbezogenes räumliches Denken. Sie lernen, wie intelligente BIM-Objekte erstellt, modifiziert, gefügt und attributiert werden. Wir beschäftigen uns mit BIM-konformen Bauprozessketten und der BIM-Implementierung im Projekt und im Unternehmen. Konkrete Projektbeispiele setzten wir im Rahmen von Übungen im System Nemetschek Allplan um.
Das Fach beschäftigt sich detailliert mit den Einflüssen der technischen Gebäudeausrüstung auf die Nutzungsqualität und die Lebenszykluskosten von Gebäuden. Schwerpunktthemen sind Raumluft- und Klimatechnik, Sanitärtechnik, Sprinkler- und Feuerlöschtechnik, Elektrotechnik, Gebäudeautomation und Kommunikationsnetze.
Laborversuche zur Lüftungstechnik, Installationstechnik und Beleuchtung ergänzen die Vorlesungsreihe.
Das Fach Grundlagen Facility Management beschäftigt sich mit operativem und strategischem FM sowie dem Betrieblichen FIM. Sie lernen, die Immobilien-Lebenszyklus-Phasen zu differenzieren und die Lebenszykluskosten von Gebäuden zu kalkulieren.
Die Gebäudelehre unterstützt das Entwerfen. Sie vermittelt Grundlagen, Fakten, Anforderungen und Notwendigkeiten zur sachgerechten Anlage und Funktion verschiedenster Gebäudetypen. Sie lernen, wie Bauwerke und Betriebsabläufe sinnvoll organisiert werden. Und wir beschäftigen uns mit der Logik typischer Organisationsstrukturen und Gebäudesysteme. Ein Schwerpunkt ist die Transformation von Bestandsbauten zu neuen Nutzungsformen.
Im Fach Recht beschäftigen wir uns mit grundsätzlichen Werten der deutschen Rechtsordnung und ihren Auswirkungen auf den konkreten Rechtsalltag. Sie lernen, öffentliches von privatem Recht zu unterscheiden und einzuschätzen, welche praktischen Folgen diese Unterscheidung hat. Kernthemen sind das Öffentliche Baurecht, das FM-Recht mit seinen typischen Vertragsformen der Gebäudebewirtschaftung und das Private Baurecht.
Es geht etwa um die rechtlichen Regelungen der Bodennutzung, die Notwendigkeit der Erteilung von Baugnehmigungen und um Vertragsarten sowie deren ordnungsgemäßen Abschluss und Beendigung.
4. Semester
Sie erwerben Kenntnisse zur Projektentwicklung unter Einbeziehung von regional- und stadtökonomischen Rahmenbedingungen. Die Studierenden lernen, realitätsnahe komplexe Strukturen der Projektentwicklung im Bestand zu verstehen, und betrachten deren Abhängigkeiten in wirtschaftlicher, technischer, rechtlicher und ökonomischer Hinsicht. Im Zentrum des Moduls steht die Konzeption eines komplexen Projektes im Bestand.
Die Errichtung oder Instandsetzung von Bauwerken erfolgt in Zusammenarbeit einer Vielzahl von Fachplanern und Handwerkern. Die Studierenden lernen, komplexe Bauvorhaben zu strukturieren und zu organisieren - von der Kreditfinanzierung, über die Leistungsausschreibung, die Terminkoordinierung der verschiedenen Gewerke bis zur Abrechnung erbrachter Leistungen.
Es werden folgende Kompetenzen im Modul vermittelt bzw. nach Belegung des Moduls sind die Studierenden in der Lage:
Facility Management (FM) zu erklären und die unterschiedlichen Interpretationsrichtungen und Beteiligten zu erkennen und zu charakterisieren, Immobilienmanagement und CREM zu charakterisieren, die Immobilien-Lebenszyklus-Phase zu differenzieren und die Lebenszykluskosten zu kalkulieren, das FM-Model nach DIN EN 15221 anzuwenden und die operativen und strategischen Leistungsebenen zu identifizieren, die Gestaltungs-, Steuerungs- und Entwicklungsaufgaben von FM-Prozessen zu beschreiben, die Flächen innerhalb und außerhalb eines Gebäudes zu identifizieren und zu berechnen, ein Flächenbedarfsprogramm aus den Nutzerprozessen und Arbeitsplatzbedürfnisse herzuleiten, Facility Services zu beschreiben, Service Level Agreement als Instrument für das FM einzusetzen und anhand von Kennzahlen / Benchmarkberichten die benötigten Erkenntnisse abzuleiten.
Die Studierenden erwerben einen allgemeinen Überblick über die wichtigsten Entwicklungs-trends im digitalen Wandel der Immobilienwirtschaft sowie deren Chancen und Herausforderungen in der praktischen Umsetzung. Sie erwerben die Fähigkeit zur Anwendung von Building Information Modelling (BIM) im Immobilienlebenszyklus und diese Methode folgerichtig in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Die Studierenden arbeiten im Team und können die erarbeiteten Zwischenergebnisse im Diskurs eigenverantwortlich analysieren. Sie erwerben die Fähigkeit erzielte Arbeitsergebnisse zu präsentieren, ihren Standpunkt auf Basis eigener Reflexion zu vertreten sowie Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen, problembezogen weiterzuentwickeln und auf neue Anwendungsfelder zu übertragen. Die Studierenden sind in der Lage dreidimensionale Gebäudeinformationsmodelle geometrisch und alphanumerisch in einem fachübergreifenden Kontext zu verstehen und zu kommunizieren, um diese für die Visualisierung, Simulation, Analyse und Optimierung einzusetzen.
Im Modul erwerben Sie grundsätzliche Kenntnisse zur Projektentwicklung. Über welche Eigenschaften verfügt eine Immobilie? Wie ist die Nachfragesituation? Welche Nutzergruppen kommen in Frage? Wie können Geoinformationssysteme sinnvoll eingesetzt werden, etwa zur Feststellung von Topografie, Bodenrichtwerten oder dem erwartbaren Lärmaufkommen im Umfeld. Sie entwickeln und überprüfen Konzepte zur Entwicklung einer Immobilie und deren Positionierung am Markt an konkreten Beispielen.
Die Wahlpflichtmodule können aus einem Katalog verschiedener Themen nach individuellem Interesse gewählt werden. Beispielhafte Fächer sind:
Digitalisierung im Immobilienlebenszyklus
Existenzgründung
Gebäudeautomation
Projektentwicklung
Managementlehre
Immobilienbewertung
Studium Generale
5. Semester
Sie lernen, die Bau- und Nutzungskosten von Bauteilen und ganzen Gebäuden zu ermitteln. Sie analysieren, welche Auswirkungen unterschiedliche Planungs- und Ausführungsvarianten auf die Lebenszykluskosten haben. Mittels statischer und dynamischer Verfahren berechnen Sie die Wirtschaftlichkeit über zeitpunkt- und zeitraumbezogene Kennzahlen. Sie vergleichen unterschiedliche Planungs- und Ausführungsvarianten von Gebäuden hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit.
Sie lernen alle Aspekte der Planung eines Bauprojekts kennen - von der ersten Projektidee, über die Suche nach einem geeigneten Grundstück oder Bestandsobjekt, der Entwurfsplanung und Baugenehmigung, dem Bau nach architektonischem Entwurf, der Budget- und Terminkontrolle, bis zum Beginn der regulären Gebäudeverwaltung nach Fertigstellung.
Das Modul geht auf zentrale Aspekte der Themen Energieversorgung und globales Klima ein. Es erläutert Zusammenhänge von Energieverbrauch und Klimaerwärmung und den geeigneten Umgang mit endlichen fossilen Energieträgern. Sie lernen Techniken und Potenziale zur Nutzung regenerativer Energien kennen und erfahren deren Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten. Anhand anschaulicher Beispiele werden Planungsszenarien zur nachhaltigen Energieversorgung unterschiedlicher Gebäudetypen ermittelt.
Die Studierenden verfügen nach Beendigung des Moduls über Kenntnisse zur Digitalisierung im FIM, Kenntnisse zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im FIM sowie Befähigung zur Selektion, Kenntnisse und Vorstellung der verschiedenen Lösungsansätze (ERP, CAFM, IWMS) sowie Fähigkeiten zur Datenakquisition im FIM
Sie haben Befähigungen zur Ermittlung von Kosten und Nutzen sowie Kenntnisse zur Einführung von CAFM anhand eines strukturierten Vorgehensmodells inklusive Systemauswahl und Erstellen von Systemkriterien.
Die Studierenden kennen die Bedeutung und Definition von Nachhaltigkeit und ESG bezogen auf die Immobilienwirtschaft.
Die Studierenden wissen, welche konkreten Kriterien für ESG-konforme Immobilien und Investments wie geprüft, ausgewertet und beurteilt werden müssen und wie die dafür notwendigen Daten erhoben, verarbeitet und gesichert werden. Weiterhin haben die Studierenden die komplexen Zusammenhänge bei ESG bezogen auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung erkannt und können auf ESG-Konformität hinwirken.
Die Wahlpflichtmodule können aus einem Katalog verschiedener Themen nach individuellem Interesse gewählt werden. Beispielhafte Fächer sind:
Digitalisierung im Immobilienlebenszyklus
Existenzgründung
Gebäudeautomation
Projektentwicklung
Managementlehre
Immobilienbewertung
Studium Generale
6. Semester
Das berufliche Praktikum ist integraler Bestandteil des Bachelorstudiums. Es ermöglicht Ihnen, Ihre theoretisch erworbenen Kenntnisse in der Praxis zu erproben und eröffnet Perspektiven für Ihre spätere berufliche Arbeit. Tätigkeiten in allen Bereichen des Bau- und Immobilienmanagements sind möglich - bei selbstständigen Unternehmen, Behörden, Verbänden oer wissenschaftlichen Einrichtungen.
In der Bachelorthesis bearbeiten Sie selbständig ein komplexes Projekt aus dem Bereich Immobilien- und Baumanagement. Sie zeigen, dass Sie theoretisches und praktisches Wissen anwenden können. Das Thema der Arbeit kann in Absprache mit den betreuenden Professoren gewählt werden.
Im Kolloquium stellen Sie die Ergebnisse und wissenschaftlichen Erkenntnisse des bearbeiteten Themas Ihrer Bachelorarbeit dar. Dies erfolgt in Form eines Kurzvortrages mit Unterstützung moderner Medien. An die Vorstellung an schließt ein wissenschaftlicher Disput, der die Erkenntnisse vertieft und reflektiert.