Wer? Wie? Was?
In unserem FAQ-Bereich finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das duale Studium. Die Einträge sind nach Zielgruppen sortiert.
Allgemein
Ein duales Studium verbindet theoretische Studienphasen an einer Hochschule mit praktischen Phasen in einem Unternehmen. Dies ermöglicht den Studierenden, wertvolle praktische Erfahrungen neben ihrem akademischen Studium zu sammeln.
Das duale Studium an der Hochschule Anhalt wechselt typischerweise zwischen Studienphasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen. Die genaue Struktur kann je nach Studiengang variieren.
Typ 1: praxisintegrierend
- wissenschaftsbezogener Teil an der Hochschule (Vorlesungen, Seminare, Übungen, Praktika) und praxisorientierter Teil im Unternehmen/in der Institution (Praxistransferphasen und Praxisprojekte, praktische Tätigkeiten in der vorlesungsfreien Zeit)
- keine zusätzliche Berufsausbildung
- gemeinsame Lehrveranstaltungen von dual Studierenden und nicht-dual Studierenden
- Wechseloption zwischen dualem und nicht-dualem Studiengang i. d. R. bis zum 3. Semester
- Theorie- und Praxisphasen sind miteinander zu verzahnen, d. h. inhaltlich aufeinander bezogen und zeitlich aufeinander abgestimmt
Typ 2: ausbildungsintegrierend
- zusätzlich wird ein Ausbildungsberuf erlernt
- an der HSA nur möglich im Bachelor Recht und Steuern
Ein duales Studium bietet die Möglichkeit, theoretisches Wissen direkt in der Praxis anzuwenden. Dies verbessert die Karriereaussichten und erleichtert den Berufseinstieg durch praktische Erfahrung und ein professionelles Netzwerk.
An der Hochschule Anhalt gibt es 17 dual studierbare Bachelorstudiengänge und 12 dual studierbare Masterstudiengänge. Eine vollständige Übersicht der Studiengänge finden Sie auf der Seite Duale Studiengänge.
Die Übersicht Zeitplan duales Studium zeigt eine zeitliche Einordnung der Verantwortlichkeiten für alle Beteiligten des dualen Studiums: Studieninteressierte, Unternehmen und Hochschule.
Studieninteressierte
Interessenten müssen sich sowohl bei einem kooperierenden Unternehmen als auch an der Hochschule Anhalt bewerben. Einzelheiten zum Bewerbungsprozess können auf der Homepage der Hochschule unter dem jeweiligen Studiengang gefunden werden.
In der Regel benötigen Bewerber eine Hochschulzugangsberechtigung wie das Abitur oder Fachabitur. Darüber hinaus wird ein Arbeitsvertrag mit einem Unternehmen/Praxispartner benötigt. Außerdem müssen die Zulassungsvoraussetzungen laut Studien- und Prüfungsordnung erfüllt werden.
Die regulären Semestergebühren der Hochschule Anhalt fallen an. Oftmals übernehmen Partnerunternehmen diese Kosten teilweise oder ganz.
Ein duales Studium bietet verschiedene finanzielle Vorteile und Einkommensmöglichkeiten:
- Vergütung durch das Partnerunternehmen: Da Sie während der Praxisphasen und teilweise auch während der Studienphasen im Unternehmen arbeiten, erhalten Sie in der Regel eine monatliche Vergütung. Die Höhe dieser Vergütung kann je nach Unternehmen und Branche variieren.
- Übernahme der Studiengebühren: Viele Partnerunternehmen übernehmen ganz oder teilweise die Studiengebühren oder Semesterbeiträge der Hochschule Anhalt.
- Stipendien und finanzielle Unterstützung: Es gibt verschiedene Stipendienprogramme für duale Studierende, die finanzielle Unterstützung bieten können.
- BAföG: In einigen Fällen haben duale Studierende Anspruch auf BAföG, abhängig von der persönlichen und finanziellen Situation.
- Nebenjobs: Sollten die Einkünfte aus der Tätigkeit beim Partnerunternehmen nicht ausreichen, besteht die Möglichkeit, während der Studiumphasen Nebenjobs oder Werkstudentenstellen zu suchen, sofern dies mit den Zeitplänen des Studiums vereinbar ist.
- Steuerliche Vorteile: Die Vergütung während des dualen Studiums kann steuerlich begünstigt sein, und bestimmte Ausbildungskosten können möglicherweise von der Steuer abgesetzt werden.
Diese finanzielle Unterstützung ermöglicht es den Studierenden, sich auf ihre Ausbildung zu konzentrieren, ohne sich intensiv um ihre finanzielle Situation sorgen zu müssen. Für detaillierte Informationen über Vergütung und Unterstützung sollten die Verträge mit dem Partnerunternehmen und die Beratungsmöglichkeiten der Hochschule genutzt werden.
Die Hochschule Anhalt arbeitet mit zahlreichen Partnerunternehmen zusammen. Eine Liste dieser Unternehmen findet sich auf der Hochschulwebsite. Studierende können sich auch eigenständig bei Unternehmen bewerben.
Die Dauer der Praxisphasen ist abhängig vom jeweiligen Studiengang und wird in Absprache mit dem Partnerunternehmen organisiert. Oftmals sind diese Phasen in den Semesterferien oder parallel zum Studium strukturiert.
Die Studierenden haben in der Regel sowohl einen Betreuer an der Hochschule als auch im Unternehmen. Diese stehen den Studierenden bei Fragen zur Seite und unterstützen die Integration von Theorie und Praxis.
Je nach Studiengang und Partnerunternehmen können internationale Erfahrungen, wie Auslandspraktika oder -studien, möglich sein. Diese sollten individuell mit Hochschule und Unternehmen geplant werden. Für detaillierte Informationen sollten Interessierte die Studien- und Prüfungsordnungen der jeweiligen Studiengänge sowie die offiziellen Informationen der Hochschule Anhalt konsultieren.
Unternehmen
- Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule Anhalt
- Auswahl der zukünftigen Mitarbeitenden
- Gewährleistung der fachlichen Betreuung während der Praxistransferphasen
- Definition konkreter Problem- und Aufgabenstellungen (einschl. Festlegung Leistungsnachweis)
- Fachliche Betreuung der Praxisphasen und ggf. Mitwirkung bei der Bewertung der Leistungen (Leistungseinschätzung)
- ggf. Mitwirkung in einem Studienausschuss
Ein duales Studium bietet Unternehmen die Möglichkeit, hochqualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und auszubilden, der bereits während des Studiums auf die spezifischen Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten wird. Dies fördert eine enge Bindung und kann den zukünftigen Fachkräftebedarf sichern.
Um als Partner für duale Studiengänge in Frage zu kommen, muss das Unternehmen in der Lage sein, den Studierenden einen passenden Arbeitsplatz sowie einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag zu bieten. Zudem sollte es Bereitschaft zur Kooperation mit der Hochschule und zur Integration der Studierenden in den Arbeitsalltag zeigen. Unser Leitfaden So werden Sie Praxispartner bietet Ihnen einen umfassenden Überblick.
Das Unternehmen ist verantwortlich für die praktische Ausbildung der Studierenden und arbeitet eng mit der Hochschule Anhalt zusammen, um sicherzustellen, dass die Praxisphasen sinnvoll und lehrreich gestaltet sind. Mentoren oder Ausbilder im Unternehmen sind Schlüsselelemente für den Erfolg der Studierenden.
Unternehmen können über die Hochschule Anhalt partnerschaftliche Beziehungen aufbauen und Interesse an dual Studierenden anmelden. Zudem können Stellenanzeigen über Hochschulportale, Karrieremessen und Praktikumsplattformen geschaltet werden.
Dual Studierende haben je nach Vertragsgestaltung entweder einen Ausbildungsvertrag oder einen Praktikumsvertrag. Die Details über Vergütung, Arbeitszeiten und Pflichten sollten vertraglich klar geregelt sein und gemäß dem Arbeitsrecht gestaltet werden.
Unternehmen müssen die Lohnkosten für die dual Studierenden berücksichtigen, die je nach Branche und Region unterschiedlich ausfallen können. Eventuelle Studiengebühren oder sonstige Ausbildungskosten können ganz oder teilweise übernommen werden, was ein attraktiver Anreiz für die Studierenden sein kann.
Angesichts von Fachkräftemangel sichern sich Unternehmen durch die Ausbildung dual Studierender frühzeitig qualifizierte Nachwuchskräfte, die mit den Prozessen und der Unternehmenskultur vertraut sind. Dies erhöht die Chance, dass die Studierenden nach dem Abschluss dem Unternehmen treu bleiben und den Fachkräftebedarf langfristig decken.
Die Hochschule Anhalt bietet Beratungsdienste und Unterstützung für Unternehmen an, die duale Studienprogramme anbieten möchten. Zudem können regionale Wirtschaftskammern oder Verbände Informations- und Vernetzungsmöglichkeiten bieten.