04/09/26 | Fachtag zum Kirchenbau in Halle
© LDA Sachsen-Anhalt, Gunnar Preuß
Matrix reloaded – Kirchen bewerten in Sachsen-Anhalt?
Was tun, wenn das Geld nicht mehr reicht für all die schönen und wichtigen, historischen und modernen Kirchenbauten in Sachsen-Anhalt? Wer fördert was nach welchen Kriterien? Und was wird aus den Bauten, die durchs Raster fallen? Diese Fragen stellt sich seit Jahresbeginn ein Kooperationsprojekt der Hochschule Anhalt und des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – auf der Suche nach einer Matrix, einem ebenso begründeten wie pragmatischen Bewertungsraster.
Der Fachtag „Matrix reloaded“ stellt die Projektergebnisse am 4. September 2026 vor und zur Diskussion. In der Christuskirche in Halle (Saale) werden kirchliche wie ganz weltliche Perspektiven miteinander ins Gespräch gebracht. Nicht zuletzt schauen drei Workshops auf mögliche Kriterien und Lösungsansätze in den Themenfeldern Ressource, Sinn und Gemeinschaft.
Hintergrund
Beinahe 2400 Kirchen und Kapellen finden sich im Denkmalverzeichnis des Lands Sachsen-Anhalts. Doch für viele dieser Bauten steht zu befürchten, dass ihre gegenwärtigen kirchennahen Nutzungen aufgegeben werden und damit Standorte verloren gehen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Immer mehr Menschen ziehen sich aus dem ländlichen Raum zurück, immer weniger Nachwuchs steht für das Pfarramt zur Verfügung. Mit ihrer schwindenden Finanz- und Mitgliederstärke sehen sich die Bistümer und Landeskirchen zunehmend gezwungen, ihren Baubestand kritisch zu überprüfen.
Wie kaum eine andere Denkmalgruppe zeugen Kirchen von der Geschichte, von den gesellschaftlichen, architektonischen und künstlerischen Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte. Viele Menschen identifizieren auch über eine konfessionelle Zugehörigkeit hinaus mit den Kirchen in ihren Dörfern und Städten. Diese Bauten bilden traditionelle Arbeitsfelder des Handwerks, eine gewachsene materielle wie ökologische Ressource sowie attraktive touristische Ziele und damit einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für Sachsen-Anhalt. Als Dritte Orte regen sie zum kulturellen, sozialen und demokratiebildenden Austausch an – und laden nicht zuletzt als Vierte Orte zu besonderen Sinnerfahrungen ein.
Programm: zum Download
- 9.30 – 10.00 Uhr: Einführung
- Begrüßung
- Einführung und Projektüberblick | Marion Kohnke | Hochschule Anhalt
- 10.00 – 11.00 Uhr: Wie bewerten die Kirchen und das Land ihre Bauten?
- Perspektive der Kirche | Elke Bergt | Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
- Perspektive der Denkmalpflege | Volker Seifert | Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
- Perspektive der Hochschularbeit | Karin Berkemann | Deutsches Forum Kirche und Kulturerbe, Hochschule Anhalt
- 11.00 – 11.30 Uhr: Kaffee-/Teepause
- 11.30 – 12.30 Uhr: Christuskirche in Stationen – mit Akteur:innen vor Ort ins Gespräch kommen
- 12.30 – 13.30 Uhr: Mittagsimbiss
- 13.30 – 15.45 Uhr: Fehlt da nicht noch was?
- 13.30 – 13.45 Uhr: Einführung in die Workshops
- 13.45 – 15.45 Uhr: Workshops von Gemeinschaft bis Ressource
- mit Ulrike Rose | Bleibe – Zeitgemäßes Beherbergen in Klöstern
- mit Stefan Heinig | Referent im Zentrum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau
- mit Bernd Lülsdorf | Pastoralreferent im Bistum Mainz
- Kaffee/Tee steht in den Workshops bereit
- 15.45 – 16.30 Uhr: Abschlussrunde
Kooperationsprojekt
Das Projekt „Kulturerbe Kirche – Kirchengebäude in Sachsen-Anhalt erhalten und beleben“, eine Kooperation zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und dem Deutschen Forum Kirche und Kulturerbe an der Hochschule Anhalt, erarbeitet im Laufe des Sommersemesters 2026 nachprüfbare Kriterien: Wie kann staatliche Förderung am besten für den Erhalt und die Instandsetzung von Kirchen in Sachsen-Anhalt eingesetzt werden?
Als Grundlage wird ein Überblick zum Bestand erarbeitet, der nach einzelnen Aspekten und deren Überlagerungen geordnet und ausgewertet sowie zukünftig nach Bedarf erweitert werden kann. Ziel des Projekts ist nicht eine feste Auswahl zu treffen, sondern eine erste Orientierung für kommende Szenarien zusammenzustellen. Doch schon während der laufenden Forschungsarbeit zeichnet sich ab, dass großer Bedarf an Beratung seitens der Kirchengemeinden besteht. Wie sich dies am besten bewerkstelligen lässt, ist ebenso zu diskutieren wie mögliche Auffangstrukturen, die der temporären Sicherung bedrohter Kirchenbauten dienen.
Tagungsort
In der Freiimfelder Straße in Halle (Saale) errichtete man die evangelische Christuskirche 1926/27 nach Entwürfen von Georg Roediger. Der denkmalgeschützte, expressionistische Klinkerbau mit Dachreiter wird durch die Reliefs des Bildhauers Paul Horn und eine weitgehend originale Innenausstattung besonders ausgezeichnet. 1983 fand hier eines der ersten großen Punk-Konzerte in der DDR. Bis heute bietet das „Bürgerhaus Christuskirche“ neben der Liturgie auch Raum für einen Kindergarten, Gemeinde- und Familienarbeit sowie Kulturveranstaltungen – und ist in seiner lebendigen Mischnutzung der ideale Tagungsort zum Thema.
Kooperationspartner:innen
Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt zählt zu seinen Aufgaben die Erforschung und Dokumentation der Kulturdenkmale, die Führung des nachrichtlichen Denkmalverzeichnisses, die fachliche Beratung von Behörden, Eigentümern und Besitzern, die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse u. v. m.
Das Deutsche Forum Kirche und Kulturerbe ist an der Professur Baugeschichte und Denkmalpflege der Hochschule Anhalt verortet. In Dessau, in direkter Nachbarschaft zum 100-jährigen Bauhausgebäude, widmet sich dieser Forschungsschwerpunkt dem Wechselspiel von Architektur und Denkmalpflege, von Nutzung und Vermittlung im kirchlichen Raum.
Auf einen Blick
© LDA Sachsen-Anhalt, Volker Seifert
FACHTAG: Matrix reloaded – Kirchen bewerten in Sachsen-Anhalt?
ORT UND TAG: Halle (Saale), Christuskirche, 4. September 2026
ANMELDUNG: Die Teilnahme ist kostenfrei und offen für Interessierte. Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt. Um Anmeldung bis zum 27. August 2026 bei Frau Elisabeth Klopf wird gebeten: elisabeth.klopf@hs-anhalt.de
PROGRAMM: online hier: www.hs-anhalt.de/fachbereiche/forschung/kirchenbau.html
PUNKTE: Die Veranstaltung wird gemäß der Fort- und Weiterbildungsordnung der Architektenkammer Sachsen-Anhalt als Fortbildung für Mitglieder aller Fachrichtungen mit 5 Fortbildungsstunden (UE à 45 min) anerkannt.
PARTNER:INNEN: Fachtag des Kooperationsprojekts „Kulturerbe Kirche“ der Hochschule Anhalt und des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen-Anhalt, Tagungsleitung: Karin Berkemann, Marion Kohnke, Volker Seifert
Ausstellung "Gebrochene Verheißung"
Bis 12. Mai in Dessau – und online hier
Start der Ausstellung "Gebrochene Verheißung – Kirche und Kaufhaus"
Kirchen und Kaufhäuser, beide geben mit markanter Architektur in bester Lage ein Glücksversprechen, das sie kaum noch einzulösen vermögen. Um diesen öffentlichen Orten wieder Strahlkraft zu verleihen, entwickelten vier Stipendiat:innen in drei Monaten neue Ideen: Die Künstlerin Karla Zipfel inszeniert in der Videoskulptur “TikTok Aesthetics” Kommerz- und Sakralbauten wie populären Nostalgie-Content. Mit dem Projekt “Dächer gleicher Ordnung” porträtiert der Fotograf Louis Volkmann zwei ostmoderne Andachtsräume und eine Kaufhalle, die ein HP-Schalendach teilen. Nicht zuletzt verhandeln die Modellaufbauten “+” der Architekten Marius Busch und Maximilian Hartinger verschiedene Konzepte, wie neue Energien verlassene Orte wiederbeleben können. Die Ausstellung “Gebrochene Verheißung”, die vom 29. März bis zum 12. Mai 2026 im ehemaligen Kaufhaus Zeeck in Dessau zu sehen ist, wird gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und kuratiert von Prof. Dr. Karin Berkemann, Hochschule Anhalt.
WANN: 29. März bis 12. Mai 2026, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr | Eröffnung am 29. März 2026: 11 Uhr Führung durch “Algen | Schutt | CO2, 12 Uhr Vernissage zu ”Gebrochene Verheißung" und “renaissourcen” im ehemaligen Kaufhaus Zeeck
WO: Kavalierstraße 72, 06844 Dessau – im zweiten Obergeschoss des ehemaligen Kaufhauses Zeeck bzw. Magnet, auf der Etage der Jubiläumsausstellung “Algen | Schutt | CO2” der Stiftung Bauhaus Dessau, Eintritt: 10 Euro
WER: Arbeiten von Marius Busch, Maximilian Hartinger, Louis Volkmann und Karla Zipfel, kuratiert von Prof. Dr. Karin Berkemann (Hochschule Anhalt), gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
WOMIT: in der Reihe "renaissource", einem Satellit der Fachbereiche Design und Architektur der Hochschule Anhalt
Der Ort
Das ehemalige Kaufhaus Zeeck in der Dessauer Innenstadt wurde 1908 eröffnet und in den 1920er Jahren erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder hergerichtet, in den 1970er Jahren mit einer himmelblauen Vorhangfassade versehen, wurde hier unter dem Namen “Magnet” Bekleidung verkauft. Heute ist der Bau ein herausragendes Beispiel der Warenhausarchitektur der Moderne und erzählt durch seine materiellen Schichten eine über ein Jahrhundert währende Stadtgeschichte.
Hier rückt die Stiftung Bauhaus Dessau mit der Ausstellung “Algen | Schutt | CO2” vom 28. März bis 27. September 2026 disziplinübergreifende Arbeitsweisen und Anwendungsbeispiele im Mittelpunkt, die ästhetische und nachhaltige Gestaltung verbinden und befördern. Die Ausstellung, kuratiert von Barbara Steiner und Juliane Aleithe, erforscht alternative Arten des Bauens und ist CO2-neutral konzipiert.
Die Reihe
Auf der Etage von “Algen | Schutt | CO2” ist die Ausstellung “Gebrochene Verheißung” Teil der Reihe “renaissource”. Dieser Satellit der Fachbereiche Design und Architektur der Hochschule Anhalt thematisiert die Renaissance (Wiedergeburt) eines neuen Umgangs mit Ressourcen. Ab dem 19. Mai folgen in der Reihe:
- 19. Mai bis 31. Juli 2026: Using Design to connect: Drei Projekte, drei Visionen, eine gemeinsame Mission: die Welt zu verändern. Julia Lohmann „Department of Seaweed”, Francesca Tambussi „Hyperburgers”, Leonardo Mesa Cabrera „Druckbar” und Wencke Hamann „VorOrt-Haus”.
- 4. August bis 29. September 2026: Erbgut: Drei künstlerische Positionen zeigen den individuellen Umgang mit Objekten eines kulturellen Erbes. Martin Maleschka „Gemengelage”, Nikita Vinokurov „Frankenpot” und Katrin Günther „Gerhard”.
- Kaufhaus Z — inside out: Ein Magazin, das sich mit dem Gebäude, seinen Bewohner:innen und seiner Historie auseinandersetzt und mit der direkten urbanen Nachbarschaft Kontakt aufnimmt. Prof. Gerald Christ und Studierende.
Was bisher geschah
Die Vorbereitungen haben begonnen
© Karin Berkemann
Ende März, zum Start des zweiten Dessauer Bauhausjubiläumsjahrs, soll es so weit sein: Die Arbeiten der Stipendiat:innen des Deutschen Forums Kirche und Kulturerbe werden präsentiert. Im ehemaligen Kaufhaus Zeeck, das 2026 eine Gruppenausstellung der Stiftung Bauhaus aufnehmen wird, sind auch zwei Räume für die Hochschule Anhalt reserviert. Sie werden gerade fachkundig vom Fachbereich Design hergerichtet, um später Installationen, Projektionen und vieles mehr aufzunehmen.
Ab Januar werden dann die vier Stipendiat:innen (zwei von ihnen teilen sich ein Stipendium) ihre Recherchen aufnehmen: die Architekten Maximilian Hartinger und Marius Busch, der Fotograf Louis Volkmann und die Künstlerin Karla Zipfel. Ihr verbindendes Thema, Kirche und Kaufhaus als Leerstände in zentraler Lage, wird sie zu ganz unterschiedlichen Ansätzen inspirieren. Es bleibt also spannend. Und, save the date, neben der Ausstellungseröffnung am 28. März 2026 werden die stipendiatischen Arbeiten auch beim Kirchbau-Studientag präsentiert, den das Deutsche Forum Kirche und Kulturerbe gemeinsam mit dem EKD-Kulturbüro und weiteren Kooperationspartner:innen in Dessau ausrichten darf.
Studierende und Expert:innen erarbeiten Werte für den Bestand
© Karin Berkemann
Zwei Tage ging es in der Kunsthalle Dessau unter dem Titel “Parameter des Bestands” um die Werte, die wir Bauten zuweisen - oder eben nicht. Denn neben den rund drei Prozent Denkmalen bundesweit ist es vor allem die große Gruppe der guten (aber nicht atemberaubenden), ihren Dienst tuenden (aber eben nicht überwältigenden) Alltagsarchitekturen, die im Umgang künftig den Unterschied machen werden. Und, wenn Kirchenbauten auch in der Regel durch Lage und gestalterische Qualität herausstechen, verdienen die Kleinkirchen, Gemeindehäuser und Pfarrkirchen im großen kirchlichen Bestand nicht minder die fachliche Aufmerksamkeit.
Unter der Leitung von Corinna Tell (Anti-Abriss-Allianz), Prof. Dr. Alexander Stumm (TH Lübeck) und Prof. Dr. habil. Karin Berkemann (Hochschule Anhalt) kamen daher am 7. und 8. November 2025 Studierende, Expert:innen und Dessauer:innen zusammen, um über Argumente und Werte zu diskutieren. Es wurde in Input und Diskussion, in Tischgesprächen und im Themenclustern, im kreativen Auswerten und Vortragen lebhaft hin und her geschoben und gewendet, was künftig im Gespräch mit Bauherr:innen und Investor:innen die Werte und Akteur:innen, eben die “Parameter des Bestands” sein könnten.
Am Ende stand eine Abstimmung mit den Füßen in Dessau, vor der Tür der Kunsthalle (vor der ostmodernen “Scheibe Nord ”und der Nachwende-Mall “Rathaus Center”), ein Anti-Abriss-Twistern zum Erfahrbarmachen von Argumentationswegen und nicht zuletzt eine Zusammenstellung möglicher Wertehierarchien: soziale, ökologische, baukulturelle und ökonomische Aspekte. Nicht zu vergessen Kategorien wie der Transformations-, Alters- und Neuheitswert, die nun weitergetragen und verfeinert werden sollen, um auch im Umgang mit leerfallenden Kirchen und kirchlichen Immobilien neue Perspektiven zu schaffen.
Mit von der Partie waren bei der Tagung referierend, begleitend und kommentierend auf der Expert:innenseite Andreas Barz (Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft, Studentendorf Schlachtensee eG, Deutscher Werkbund Berlin), Leon Beck (Architects for Future), Immanuel Duc Viet Bergmann (Hochschule Anhalt), Oliver Elser (Deutsches Architekturmuseum), Prof. Nadja Häupl (Hochschule Anhalt), Rainald Manthe (Soziologe und Autor), Anna Maria Mayerhofer (Technische Universität München), Theresa Keilhacker (Aktiv für Architektur, Bündnis Klimastadt 2030), Prof. Architektin Mikala Holme Samsøe, Sofie Schnitger (Untere Denkmalschutzbehörde Berlin-Mitte) und Jan Schultheiß (Initiative Haus Marlene Poelzig). Gefördert wurde die Veranstaltung vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.
Einladung zu Fachtagung in Kunsthalle Dessau
© Karin Berkemann
Am 7./8. November 2025 veranstalten die Hochschule Anhalt, die Technische Hochschule Lübeck und die Anti-Abriss-Allianz gemeinsam in Dessau eine Tagung unter dem Titel „Parameter des Bestands“, bei der die Grundlinien für den Umgang mit Bauten der Moderne herausgearbeitet werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Architektur ein (über die Finanzen hinausgehender) Wert eingeschrieben werden kann – in der Zusammenschau von Perspektiven aus Baukultur, Ökologie und Sozialem. Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums in der Kunsthalle Dessau stattfinden. Denn hier – in einem ehemaligen Geschäfts- und Sozialraum im zentral gelegenen Plattenwohngebäude, der sog. Scheibe Nord – lassen sich die Parameter der Moderne am augenfälligsten neu aufwerfen und um aktuelle Fragestellungen erweitern.
Die Tagung versteht sich als offenes, fächerübergreifendes, partizipatives Format nach dem Vorbild eines Kultur-Hackathons. Über zwei Tage hinweg arbeiten die Teilnehmenden gemeinsam mit ausgewählten Studierenden (Hochschule Anhalt) und geladenen Expert:innen am Beispiel konkreter Bauten, vom Hochhaus bis zur Kirche, die sich gerade im Wandel befinden. Aus ersten Ideen entwickeln sich so konkrete Mikroprojekte, die durch begleitende Fachleute immer wieder in einen weiteren Horizont gestellt, präsentiert und dokumentiert werden.
Für den Hauptvortrag am zweiten Tag konnte Oliver Elser, Kurator am Deutschen Architekturmuseum (DAM), gewonnen werden.
Expert/-innenteam
- Andreas Barz, Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ Berlin), Studentendorf Schlachtensee eG, Deutscher Werkbund Berlin
- Leon Beck, Architects for Future
- Prof. Dr. habil. Karin Berkemann, Hochschule Anhalt
- Immanuel Duc Viet Bergmann, Hochschule Anhalt
- Oliver Elser, Deutsches Architekturmuseum (DAM)
- Prof. Nadja Häupl, Hochschule Anhalt
- Rainald Manthe, Soziologe und Autor
- Dr. Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin e. V., Kirchenbauforum Berlin
- Anna Maria Mayerhofer, Technische Universität München
- Theresa Keilhacker, Aktiv für Architektur (AfA), Bündnis Klimastadt 2030
- Sofie Schnitger, Untere Denkmalschutzbehörde Berlin-Mitte
- Jan Schultheiß, Initiative Haus Marlene Poelzig
- Prof. Dr. Alexander Stumm, Technische Hochschule Lübeck
- Corinna Tell, Anti-Abriss-Allianz
Kooperationspartner/-innen
Anti-Abriss-Allianz (Corinna Tell)
Hochschule Anhalt (Prof. Dr. habil. Karin Berkemann)
Technische Hochschule Lübeck (Prof. Dr. Alexander Stumm)
Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.
Residence-Stipendien ausgeschrieben | Residence scholarships announced
© Karin Berkemann
(For the English version see below)
Sie stehen an prominenter Stelle, werben mit markanter Architektur um Laufkundschaft und haben zunehmend Mühe, dieses Versprechen auch einzulösen: Innerstädtische Kirchen und Kaufhäuser teilen das Schicksal, immer häufiger leer zu stehen. Für beide Baugattungen wird daher aktuell lebhaft diskutiert und erprobt, wie sie als Dritte (und Vierte) Orte im urbanen Raum erhalten und genutzt werden können. Unter dem Motto „Gebrochene Verheißung“ soll im Residence-Stipendium „Kirche und Kulturerbe“ vergleichend herausgearbeitet werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede, welche Vergangenheit und Zukunftsmöglichkeiten sie als öffentliche Räume haben.
Das Deutsche Forum Kirche und Kulturerbe an der Hochschule Anhalt schreibt zum Jahresbeginn 2026 – für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. März 2026 – drei Stipendien aus. Bewerben können sich bis zum 30. September 2025 Nachwuchsexpert:innen aus Wissenschaft und Kunst, Residenzort ist Dessau oder Köthen. Unter dem Thema „Gebrochene Verheißung“ sollen vergleichende Beiträge zum Leerstand von Kirchen und Kaufhäusern erarbeitet werden. Am Ende können die Stipendiumsbeiträge mit der Stiftung Bauhaus Dessau während des Bauhausjubiläums einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden. Gefördert werden die Stipendien durch die Hochschule Anhalt und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
ENGLISH VERSION
They occupy prominent locations, attract passers-by with their striking architecture, and are finding it increasingly difficult to deliver on this promise: inner-city churches and department stores share the fate of standing empty more and more often. For both types of buildings, there is currently lively discussion and experimentation on how they can be preserved and used as third (and fourth) places in urban spaces. Under the motto “Broken Promise,” the “Church and Cultural Heritage” residence scholarship aims to compare and contrast the similarities and differences, the past and future possibilities they have as public spaces.
The German Forum Church and Cultural Heritage (Deutsches Forum Kirche und Kulturerbe) at Anhalt University of Applied Sciences is offering three scholarships at the beginning of 2026 – for the period from January 1 to March 31, 2026. Young experts from the fields of science and art can apply until September 30, 2025. The place of residence is Dessau or Köthen. Under the theme “Broken Promise,” comparative contributions on the vacancy of churches and department stores are to be developed. At the end, the scholarship contributions can be presented to a wider public with the Bauhaus Dessau Foundation (Stiftung Bauhaus Dessau) during the Bauhaus anniversary. The scholarships are funded by Anhalt University of Applied Sciences and the German Foundation for Monument Protection (Deutsche Stiftung Denkmalschutz).
Das Deutsche Forum Kirche und Kulturerbe ist an der Professur Baugeschichte und Denkmalpflege der Hochschule Anhalt verortet. In Dessau, in direkter Nachbarschaft zum 100-jährigen Bauhausgebäude, widmet sich dieser Forschungsschwerpunkt dem Wechselspiel von Architektur und Denkmalpflege, von Nutzung und Vermittlung im kirchlichen Raum.
Deutsches Forum Kirche und Kulturerbe
Hochschule Anhalt, Fachbereich Architektur, Facility Management und Geoinformation, Geb. 16 - Statz-Haus, 1.Obergeschoss, Raum 201, Hardenbergstraße, D-06846 Dessau, karin.berkemann@hs-anhalt.de, +49 (0) 340 5197 1638
Prof. Dr. habil. Karin Berkemann, Professorin Baugeschichte und Denkmalpflege - FB3 AFG, karin.berkemann@hs-anhalt.de, Tel.: +49 (0) 340 5197 1638
Elisabeth Klopf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, elisabeth.klopf@hs-anhalt.de
Marion Kohnke, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kooperationsprojekt “Kirche und Kulturerbe” mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen-Anhalt, marion.kohnke@hs-anhalt.de