denkmal 2026
Die denkmal ist die Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung. Die nationale und internationale Fachwelt trifft sich vom 5.-7. November 2026 in Leipzig.
In diesem Jahr ist die Hochschule Anhalt auf zwei Ständen vertreten. Am Gemeinschaftstand Forschung für die Zukunft Halle 2/I 50 stellen wir folgendes Forschungsthema vor:
© Hochschule Anhalt / Uwe Jacobshagen
Vom Moor zum Baustoff
Hintergrund
Paludikultur als Material- und Wertschöpfungsstrategie: Das PALUDI MEDIA LAB untersucht, wie Biomasse aus wiedervernässten Moorflächen zu neuen Baustoffen, Substraten und Funktionsmaterialien weiterentwickelt werden kann. Ziel ist die Verbindung von Moorschutz, regionaler Wertschöpfung und klimaresilientem Bauen.
Paludikultur als Material- und Wertschöpfungsstrategie
Das PALUDI MEDIA LAB untersucht, wie Biomasse aus wiedervernässten Moorflächen zu neuen Baustoffen, Substraten und Funktionsmaterialien weiterentwickelt werden kann. Ziel ist die Verbindung von Moorschutz, regionaler Wertschöpfung und klimaresilientem Bauen.
Vom Rohstoff zum Material
Paludi-Biomasse ist nicht nur ein Faserrohstoff, sondern eine biogene Materialplattform. Unterschiedliche Faserstrukturen, Lignin- und Zelluloseanteile sowie feuchteresistente Pflanzenstrukturen eröffnen neue Wege für materialeffiziente Bauprodukte.
Forschung und Entwicklung
Im PALUDI MEDIA LAB werden Aufbereitung, Formgebung, Materialrezepturen und Prüfstrategien gemeinsam betrachtet. Der Forschungsweg reicht von der Biomassegewinnung über die Materialentwicklung bis zum sichtbaren Demonstrator.
Ausblick
Ziel ist ein anwendungsnaher Demonstrationspfad: vom Moor über Biomasseaufbereitung und Produktion bis zum Bauteil. So kann Wiedervernässung nicht nur als Naturschutzmaßnahme, sondern auch als regionale Wertschöpfungsstrategie sichtbar und wirtschaftlich anschlussfähig werden.
Kontakt:
Alexander Bieß
Im denkmal-Forum in Halle 2/I 53 stellen wir folgende Projekte aus der Denkmalpflege vor:
© Gert Schütze, Halle S
Was tun, wenn das Geld nicht mehr reicht für all die schönen und wichtigen, historischen und modernen Kirchenbauten in Sachsen-Anhalt? Wer fördert was nach welchen Kriterien? Und was wird aus den Bauten, die durchs Raster fallen? Diese Fragen stellte im Sommersemester 2026 ein Kooperationsprojekt der Hochschule Anhalt und des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – auf der Suche nach einer Matrix, einem ebenso begründeten wie pragmatischen Bewertungsraster.
Zum Hintergrund
Beinahe 2400 Kirchen und Kapellen finden sich im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt. Doch für viele von ihnen steht zu befürchten, dass sie ihre angestammte Nutzung verlieren, dass sie geschlossen oder gar abgerissen werden. Denn immer mehr Menschen ziehen sich aus dem ländlichen Raum zurück, immer weniger Nachwuchs steht für das Pfarramt zur Verfügung. Mit ihrer schwindenden Finanz- und Mitgliederstärke sehen sich die Bistümer und Landeskirchen zunehmend gezwungen, ihren Baubestand kritisch zu überprüfen.
Wie kaum eine andere Denkmalgruppe zeugen Kirchen von den historischen, gesellschaftlichen, architektonischen und künstlerischen Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte. Viele Menschen identifizieren sich auch über eine konfessionelle Zugehörigkeit hinaus mit den Kirchen in ihren Dörfern und Städten. Als Dritte Orte regen sie zum kulturellen, sozialen und demokratiebildenden Austausch an – und laden nicht zuletzt als Vierte Orte zu besonderen Sinnerfahrungen ein.
Zum Ertrag
Das Kooperationsprojekt erarbeitete über eine Projektstelle im Sommersemesters 2026 nachprüfbare Kriterien: Wie kann staatliche Förderung am besten für den Erhalt und die Instandsetzung von Kirchen in Sachsen-Anhalt eingesetzt werden? In einem Seminar, einem Planspiel-Workshop und einem Fachtag wurden dafür Studierende, Fachleute und Interessierte ins Gespräch gebracht.
Anhand von zwei Modellregionen entstand ein Überblick zum Bestand, der nach Aspekten geordnet, ausgewertet und erweitert werden kann. Das Projekt entwickelte so eine Orientierung für kommende Szenarien. Doch schon während der Forschungsarbeit zeichnete sich ab, dass großer Bedarf an Beratung seitens der Kirchengemeinden besteht. Wie sich dies bewerkstelligen lässt, wie mögliche Auffangstrukturen für bedrohte Kirchen aussehen können, wird zwischen beiden Projektpartner:innen weiter ausgelotet.
Weitere Informationen zum Projekt
Kontakt:
© Karin Berkemann
Ausstellung zu Kirchen und Kaufhäusern
Zum Projekt
Kirchen und Kaufhäuser, beide geben mit markanter Architektur in bester Lage ein Glücksversprechen, das sie kaum noch einzulösen vermögen. Um diesen öffentlichen Orten wieder Strahlkraft zu verleihen, entwickelten vier Stipendiat:innen in drei Monaten neue Ideen. Ihre Arbeiten wurden vom Deutschen Forum Kirche und Kulturerbe im Sommer 2026 im Rahmen des Jubiläums „Bauhaus Dessau 100“ präsentiert.
Zum Hintergrund
Die Künstlerin Karla Zipfel inszenierte in der Videoskulptur “TikTok Aesthetics” Kommerz- und Sakralbauten wie populären Nostalgie-Content. Mit dem Projekt “Dächer gleicher Ordnung” porträtierte der Fotograf Louis Volkmann zwei ostmoderne Andachtsräume und eine Kaufhalle, die ein HP-Schalendach teilen. Nicht zuletzt verhandelten die Modellaufbauten “+” der Architekten Marius Busch und Maximilian Hartinger verschiedene Konzepte, wie neue Energien verlassene Orte wiederbeleben können. Die Ausstellung „Gebrochene Verheißung“ war zu sehen im ehemaligen Kaufhaus Zeeck in Dessau – das Projekt wurde gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und kuratiert von Prof. Dr. Karin Berkemann vom Deutschen Forum Kirche und Kulturerbe an der Hochschule Anhalt.
Zum Ertrag
Das ehemalige Kaufhaus Zeeck wurde in Dessau 1908 eröffnet und in den 1920er Jahren erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder hergerichtet, in den 1970er Jahren mit einer himmelblauen Vorhangfassade versehen, wurde hier unter dem Namen “Magnet” Bekleidung verkauft. Heute zeugt der Bau von der Warenhausarchitektur der Moderne und erzählt durch seine materiellen Schichten eine über ein Jahrhundert währende Stadtgeschichte.
Hier rückte die Stiftung Bauhaus Dessau mit der Ausstellung “Algen | Schutt | CO2” disziplinübergreifende Anwendungsbeispiele in den Mittelpunkt, die ästhetische und nachhaltige Gestaltung verbinden und befördern. Die Ausstellung, kuratiert von Barbara Steiner und Juliane Aleithe, erforschte alternative Arten des Bauens und war CO2-neutral konzipiert. Auf der Etage von “Algen | Schutt | CO2” war die Ausstellung “Gebrochene Verheißung” Teil der Reihe “renaissource”. Dieser Satellit der Fachbereiche Design und Architektur der Hochschule Anhalt thematisierte die Wiedergeburt eines neuen Umgangs mit Ressourcen.
Kontakt:
© Karin Berkemann
Ökologisch, ökonomisch, sozial und baukulturell
Zum Projekt
Am 7./8. November 2025 veranstalteten die Hochschule Anhalt, die Technische Hochschule Lübeck und die Anti-Abriss-Allianz gemeinsam in Dessau eine Tagung unter dem Titel „Parameter des Bestands“, bei der die Grundlinien für den Umgang mit Bauten der Moderne herausgearbeitet wurden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Architektur ein (über die Finanzen hinausgehender) Wert eingeschrieben werden kann.
Zum Hintergrund
Diese Veranstaltung fand im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums in der Kunsthalle Dessau statt. Zentral gelegen, zwischen Rathaus und Mall, finden hier in einem ehemaligen Geschäfts- und Sozialraum verschiedene Ausstellungen und Kulturveranstaltungen statt. Das Plattenwohngebäude, die sog. Scheibe Nord, verkörperte zur Bauzeit 1965 den ostmodernen Aufschwung der Stadt. Heute steht es mitten im Umbruch der City – und war damit Ort und Gegenstand der Parameter-Tagung zugleich, an dem sich die Fragestellungen zur Moderne am augenfälligsten neu aufwerfen ließen.
Zu den Beitragenden zählten Andreas Barz (Studentendorf Schlachtensee eG), Leon Beck (Architects for Future), Prof. Dr. habil. Karin Berkemann (Hochschule Anhalt), Immanuel Duc Viet Bergmann (Hochschule Anhalt), Oliver Elser (Deutsches Architekturmuseum), Prof. Nadja Häupl (Hochschule Anhalt), Mikala Holme Samsøe (ensømble), Rainald Manthe (Soziologe und Autor), Dr. Konstantin Manthey (Katholische Akademie in Berlin e. V., Kirchenbauforum Berlin), Anna Maria Mayerhofer (Technische Universität München), Theresa Keilhacker (Aktiv für Architektur/AfA, Bündnis Klimastadt 2030), Sofie Schnitger (Untere Denkmalschutzbehörde Berlin-Mitte), Jan Schultheiß (Initiative Haus Marlene Poelzig), Prof. Dr. Alexander Stumm (Technische Hochschule Lübeck) und Corinna Tell (Anti-Abriss-Allianz). Die Tagung wurde gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.
Zum Ertrag
Bei dieser Tagung im Stil eines Kultur-Hackathons entwickelten Studierende der Hochschule Anhalt Mikroprojekte, die sie gemeinsam mit Expert:innen in „Parameter des Bestands“ überführten – zwischen Ökologie und Ökonomie, Sozialem und Baukultur.
Kontakt:
© Karin Berkemann
Ein frischer Blick auf die Kirchbaumoderne
Zum Projekt
Unter dem Titel „Seele und Substanz“ trafen sich am 4./5. Juni 2026 Fachleute und Interessierte zum „Thementag Kirchbau“. Vorträge, Exkursionen und studentische Ausstellungen drehten sich um Transformation und Teilhabe von Kirchenräumen. Eingeladen hatten das Kulturbüro des Rates der EKD in Kooperation mit der Stadt Dessau-Roßlau, dem Bauhaus Dessau, dem Deutschen Forum Kirche und Kulturerbe an der Hochschule Anhalt sowie der Anhaltischen Landeskirche..
Zum Hintergrund
Am 4. Juni 2026 gab es Impulse von Prof. Dr. Karin Berkemann, Prof. Claudia Marx, Dr. Ulrike Wendland und Marcus Nitschke sowie eine Podiumsdiskussion in der Aula des Bauhauses mit Dr. Barbara Steiner, Direktorin und Vorständin der Stiftung Bauhaus Dessau, und Dr. Stephan Schaede, Vizepräsident der EKD, und weiteren Gästen, moderiert von Andreas Hillger. Am 5. Juni 2026 fand eine Exkursion zu Standorten des Kunstprojekts „Lichtungen“ der Landeskirche mit Dr. Holger Brülls, Kirchenbaurätin Konstanze Förster-Wetzel und Pfarrer Albrecht Lindemann statt. Die Organisation lag bei Klaus-Martin Bresgott.
Begleitet wurde der Fachtag durch zwei Ausstellungen: Studierende der TU Dresden präsentierten in Modellen ihre Transformationsideen zu mittelalterlichen Kirchen auf der Insel Rügen. Und Studierende der Hochschule Anhalt zeigten ihre Stringboards, an denen sie im Semester gearbeitet hatten. Auf Pinnwänden visualisierten sie als Beziehungsgeflecht, wie der Weg von der bauhistorischen Recherche hin zu einer guten Entscheidung in Bestandsbauten verlaufen kann.
Zum Ertrag
Mit dem Fachtag der bundesweite Kirchbaudiskurs an einen der Orte geholt, an denen in Anhalt gerade über die Zukunft des Kulturerbes Kirche verhandelt wird. So rückten auch zwei konkrete Bauten in direkter Nachbarschaft zum Dessauer Bauhausgebäude in den Blick: die Auferstehungskirche von 1930 und die Laurentiushalle von 1971, die beide bereits ein Zukunftsmodell leben – das Miteinander von Gottesdienst und Kultur unter einem stilvoll gestalteten Dach. Nicht zuletzt waren die beiden studentischen Präsentationen auch über die Tagung hinaus vor Ort zu besichtigen. Hier konnten in Führungen und Zufallsgesprächen viele Diskussionen weitergeführt und Anregungen weitergegeben werden.
Kontakt:
Prof. Dr. Karin Berkemann
© Felix Benz
Teilprojekt Denkmalpflege: Neue Wege - Klima, Bauen, Denkmalschutz!
Hintergrund: Die Stadt Zeitz im südlichen Sachsen-Anhalt befindet sich seit den 1990er Jahren in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Das Reallabor ZEKIWA Zeitz (RZZ) begegnet diesem als zukunftsweisender Entwicklungs- und Experimentierraum für die nachhaltige Transformation am historischen Industriestandort der Zeitzer Kinderwagenindustrie (Zekiwa). Das ehemalige Zekiwa-Werk ist ein bedeutendes Zeugnis der industriellen Vergangenheit der Stadt und zugleich ein wichtiger Baustein für ihre zukünftige Entwicklung. Ziel des Reallabors ist es anhand dieses Fallbeispiels, neue Wege im Umgang mit bestehender Bausubstanz aufzuzeigen und beispielhafte Lösungen für eine ressourcenschonende, energieeffiziente und kreislauforientierte Stadtentwicklung zu finden. Im Rahmen der Initiative Neues Europäisches Bauhaus (NEB) arbeiten die Stadt Zeitz und ihre Partner gemeinsam daran, den Altindustriestandort schrittweise wiederzubeleben. Zum Konsortium gehören neben der Stadt Zeitz die Hochschule Anhalt, die Stiftung Bauhaus Dessau, die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie das Forum Rathenau. Das Reallabor verbindet Forschung, Bildung, Planung und praktische Umsetzung. Dabei werden innovative Ansätze für die Aktivierung leerstehender Industriegebäude und Freiräume erprobt – mit dem Ziel, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln, die den Anforderungen des Klimaschutzes, der Kreislaufwirtschaft und des Denkmalschutzes gerecht werden.
Neue Wege: Klima, Bauen, Denkmalschutz: Das Teilprojekt Denkmalpflege im Reallabor ZEKIWA Zeitz untersucht, wie ein zeitgemäßer Umgang mit Industriedenkmalen gestaltet werden kann und welche neuen Ansätze für die Verbindung von Klimaschutz, Ressourcenschonung und Denkmalschutz erforderlich sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie bestehende Gebäude als wertvolle Ressourcen verstanden und durch nachhaltige Transformation langfristig erhalten und weiterentwickelt werden können, auch im Hinblick auf den allgemeinen Gebäudebestand.
Am Beispiel des früheren Zekiwa-Gebäudes 42 werden Prozesse des Denkmalschutzes begleitet und untersucht. Neben der Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt wurden Materialuntersuchungen durchgeführt und ein Raumbuch erstellt. Außerdem soll durch Umfragen und Experten-Klausuren ein aktuelles Stimmungsbild generiert werden. Der zu entwickelnde Handlungskatalog für zukunftsfähige Baupflege soll anschließend Lösungsansätze für nachhaltigen Umgang mit Industriedenkmalen und Gebäudebestand liefern.
Kontakt:
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Der Drehkran im Braunschweiger Dom
Hintergrund
Wie verlief eine Baustelle im Mittelalter? Welche Bau-Techniken und Methoden standen zur Verfügung? Diese Fragen zählen zu spannenden Forschungsinhalten in der Auseinandersetzung mit mittelalterlicher Architektur, denn der Bauprozess prägt das Erscheinungsbild und die Konstruktion des Baus maßgeblich mit. Seine Untersuchung gibt darüber hinaus Einblicke in die Sozial- und Technikgeschichte zur Zeit des Baus: Wie entwickelten sich relevante Technologien? Wie war die Baustelle organisiert? Wie lange existierte die Baustelle?
Bei der Errichtung mittelalterlicher Großbauten spielten Maschinen eine wichtige Rolle – insbesondere Kräne, mit denen sperrige und sehr schwere Werkstücke vertikal transportiert und versetzt werden konnten. Materielle Spuren von diesen Maschinen sind ausgesprochen selten zu finden, zumal bei der Fertigstellung des Bauwerks Hilfskonstruktionen und Maschinen naturgemäß entfernt wurden. Glücklicherweise sind im Braunschweiger Dom Teile des Drehkrans, der in das 13. Jahrhunderts datiert wird, bis heute erhalten geblieben. Es handelt sich dabei um das einzig uns bekannte Beispiel dieser Gattung. Das Projekt möchte das Objekt und seine Umgebung nun im Detail untersuchen, um mehr über den Dom, die Dombaustelle und vor allem die Krantechnik zu erfahren.
Projektidee & Zielsetzung
Das Team aus Wissenschaftler:innen der Hochschule Anhalt, der Technischen Universität Braunschweig sowie der BTU Cottbus-Senftenberg plant verschiedene Untersuchungsansätze, um den Kran in seiner Konstruktion und Arbeitsweise besser zu verstehen. Dabei wird der Drehkran bauforscherisch aufgenommen, in seinem baulichen Kontext dokumentiert und naturwissenschaftlich untersucht. Die Kranaufstellung, die Weiterbearbeitung und der Rückbau sollen nachvollzogen werden. Des Weiteren soll der Kran – und ggf. auch das Turmgeschoss in dem er sich befindet – digital und physisch modelliert werden. Der Baufortschritt am Turm wird dann mit den Erkenntnissen über den Baukran in Übereinstimmung gebracht. Dabei werden auch die Bauphasen des Gebäudeteils in dem sich der Kran befindet in die Analyse einbezogen und ggf. neu datiert. Die Forschung am Domkran kann in hohem Maße dabei helfen, mehr über Krantechniken im Mittelalter zu erfahren, wobei nicht nur Aussagen über den Braunschweiger Dom getroffen, sondern auch allgemeine Erkenntnisse zu einer mittelalterlichen Baustelle gewonnen werden können.
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