denkmal 2026
Die denkmal ist die Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung. Alle zwei Jahre trifft sich die nationale und internationale Fachwelt in Leipzig.
In gewohnter Weise präsentiert sich die Hochschule Anhalt im denkmal-Forum 2026 vom 5.-7. November 2026 in Halle 2 mit aktuellen Projekten aus der Denkmalpflege:
© Gert Schütze, Halle S
Was tun, wenn das Geld nicht mehr reicht für all die schönen und wichtigen, historischen und modernen Kirchenbauten in Sachsen-Anhalt? Wer fördert was nach welchen Kriterien? Und was wird aus den Bauten, die durchs Raster fallen? Diese Fragen stellte im Sommersemester 2026 ein Kooperationsprojekt der Hochschule Anhalt und des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – auf der Suche nach einer Matrix, einem ebenso begründeten wie pragmatischen Bewertungsraster.
Zum Hintergrund
Beinahe 2400 Kirchen und Kapellen finden sich im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt. Doch für viele von ihnen steht zu befürchten, dass sie ihre angestammte Nutzung verlieren, dass sie geschlossen oder gar abgerissen werden. Denn immer mehr Menschen ziehen sich aus dem ländlichen Raum zurück, immer weniger Nachwuchs steht für das Pfarramt zur Verfügung. Mit ihrer schwindenden Finanz- und Mitgliederstärke sehen sich die Bistümer und Landeskirchen zunehmend gezwungen, ihren Baubestand kritisch zu überprüfen.
Wie kaum eine andere Denkmalgruppe zeugen Kirchen von den historischen, gesellschaftlichen, architektonischen und künstlerischen Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte. Viele Menschen identifizieren sich auch über eine konfessionelle Zugehörigkeit hinaus mit den Kirchen in ihren Dörfern und Städten. Als Dritte Orte regen sie zum kulturellen, sozialen und demokratiebildenden Austausch an – und laden nicht zuletzt als Vierte Orte zu besonderen Sinnerfahrungen ein.
Zum Ertrag
Das Kooperationsprojekt erarbeitete über eine Projektstelle im Sommersemesters 2026 nachprüfbare Kriterien: Wie kann staatliche Förderung am besten für den Erhalt und die Instandsetzung von Kirchen in Sachsen-Anhalt eingesetzt werden? In einem Seminar, einem Planspiel-Workshop und einem Fachtag wurden dafür Studierende, Fachleute und Interessierte ins Gespräch gebracht.
Anhand von zwei Modellregionen entstand ein Überblick zum Bestand, der nach Aspekten geordnet, ausgewertet und erweitert werden kann. Das Projekt entwickelte so eine Orientierung für kommende Szenarien. Doch schon während der Forschungsarbeit zeichnete sich ab, dass großer Bedarf an Beratung seitens der Kirchengemeinden besteht. Wie sich dies bewerkstelligen lässt, wie mögliche Auffangstrukturen für bedrohte Kirchen aussehen können, wird zwischen beiden Projektpartner:innen weiter ausgelotet.
Weitere Informationen zum Projekt
Kontakt:
© Felix Benz
Teilprojekt Denkmalpflege: Neue Wege - Klima, Bauen, Denkmalschutz!
Hintergrund: Die Stadt Zeitz im südlichen Sachsen-Anhalt befindet sich seit den 1990er Jahren in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Das Reallabor ZEKIWA Zeitz (RZZ) begegnet diesem als zukunftsweisender Entwicklungs- und Experimentierraum für die nachhaltige Transformation am historischen Industriestandort der Zeitzer Kinderwagenindustrie (Zekiwa). Das ehemalige Zekiwa-Werk ist ein bedeutendes Zeugnis der industriellen Vergangenheit der Stadt und zugleich ein wichtiger Baustein für ihre zukünftige Entwicklung. Ziel des Reallabors ist es anhand dieses Fallbeispiels, neue Wege im Umgang mit bestehender Bausubstanz aufzuzeigen und beispielhafte Lösungen für eine ressourcenschonende, energieeffiziente und kreislauforientierte Stadtentwicklung zu finden. Im Rahmen der Initiative Neues Europäisches Bauhaus (NEB) arbeiten die Stadt Zeitz und ihre Partner gemeinsam daran, den Altindustriestandort schrittweise wiederzubeleben. Zum Konsortium gehören neben der Stadt Zeitz die Hochschule Anhalt, die Stiftung Bauhaus Dessau, die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie das Forum Rathenau. Das Reallabor verbindet Forschung, Bildung, Planung und praktische Umsetzung. Dabei werden innovative Ansätze für die Aktivierung leerstehender Industriegebäude und Freiräume erprobt – mit dem Ziel, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln, die den Anforderungen des Klimaschutzes, der Kreislaufwirtschaft und des Denkmalschutzes gerecht werden.
Neue Wege: Klima, Bauen, Denkmalschutz: Das Teilprojekt Denkmalpflege im Reallabor ZEKIWA Zeitz untersucht, wie ein zeitgemäßer Umgang mit Industriedenkmalen gestaltet werden kann und welche neuen Ansätze für die Verbindung von Klimaschutz, Ressourcenschonung und Denkmalschutz erforderlich sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie bestehende Gebäude als wertvolle Ressourcen verstanden und durch nachhaltige Transformation langfristig erhalten und weiterentwickelt werden können, auch im Hinblick auf den allgemeinen Gebäudebestand.
Am Beispiel des früheren Zekiwa-Gebäudes 42 werden Prozesse des Denkmalschutzes begleitet und untersucht. Neben der Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt wurden Materialuntersuchungen durchgeführt und ein Raumbuch erstellt. Außerdem soll durch Umfragen und Experten-Klausuren ein aktuelles Stimmungsbild generiert werden. Der zu entwickelnde Handlungskatalog für zukunftsfähige Baupflege soll anschließend Lösungsansätze für nachhaltigen Umgang mit Industriedenkmalen und Gebäudebestand liefern.
Kontakt:
Kontakt:
Kontakt:
Kontakt:
Kontakt:
Kontakt:
Kontakt: