Hochschule Anhalt mit innovativen Themen vertreten
Wie sieht der Pflanzenbau von morgen aus? Welche Lösungen gibt es für Klimawandel, Biodiversitätsverlust und nachhaltige Ernährung? Und wie können junge Menschen Teil dieser Entwicklung werden? Antworten auf diese Fragen gibt die Hochschule Anhalt bei den DLG-Feldtagen, die vom 16. bis 18. Juni 2026 auf dem Gelände des Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrums neben dem Campus Bernburg stattfinden. Unter dem Leitthema „Pflanzenbau out of the Box“ dreht sich alles um neue Ideen, innovative Technologien und nachhaltige Lösungen für die Landwirtschaft von morgen.
Unsere Fachthemen auf den DLG Feldtagen 2026
Die Hochschule Anhalt nutzt die Feldtage, um anhand von aktuellen Forschungsthemen zu zeigen, wie vielfältig und relevant moderner Pflanzenbau ist. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sich mit Bodenwasser nachhaltig wirtschaften lässt, welche Chancen die regionale Eiweißproduktion durch Körnerleguminosen bietet und wie sich der Pflanzenbau an die Klimaerwärmung anpassen kann. Auch innovative Ansätze wie die Agri-Photovoltaik (Agri-PV+) zur Erhöhung von Ökosystemleistungen werden vorgestellt. Gleichzeitig wird die Digitalisierung greifbar: Mit moderner Sensortechnik, Agrardrohnen und dem KI-gestützten Tool „AgriChat“, das an der Hochschule Anhalt entwickelt wurde, erleben Besucherinnen und Besucher, wie Technologie den Pflanzenbau verändert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Biodiversität und Klimaanpassung. Gebietseigene Wildpflanzen zeigen, wie sich Nützlinge fördern und landwirtschaftliche Systeme widerstandsfähiger gestalten lassen.
© OL, Hochschule Anhalt
Die positiven Effekte von Körnerleguminosen im Ackerbau sind seit Langem bekannt. Bereits 1886 beschrieb Prof. Hellriegel am Standort Bernburg die Symbiose zwischen Erbsenpflanzen und Knöllchenbakterien. Dennoch bleiben die Anbauflächen bislang begrenzt, da Erträge häufig schwanken und importierte Eiweißträger den Markt beeinflussen.
Im Rahmen des landesweiten Verbundprojekts „DiPisum“ wird das Ziel verfolgt, Sachsen-Anhalt als Zentrum für die Produktion von Erbseneiweiß zu etablieren. Vorgestellt werden Untersuchungen zu Winterformen, klimaangepassten Sorten sowie zum Einsatz von Biostimulanzien. Erste Ergebnisse aus Bernburg weisen auf Möglichkeiten hin, die Attraktivität des Erbsenanbaus zu steigern.
Ergänzend werden weitere Körnerleguminosen betrachtet, die unter veränderten Klimabedingungen an Bedeutung gewinnen könnten. Dazu zählen auch Ansätze zur stärkeren Integration von Sojabohnen in die landwirtschaftliche Praxis. Ergebnisse aus mehrjährigen Versuchen sowie Kooperationen mit der LLG Bernburg fließen in die Darstellung ein.
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Die Klimaerwärmung führt zu veränderten Stressphasen im Vegetationsverlauf landwirtschaftlicher Kulturen. Insbesondere im Frühjahr zeichnet sich im mitteldeutschen Trockengebiet eine zunehmende Trockenperiode ab.
Als mögliche Anpassungsstrategien werden unter anderem der verstärkte Anbau von Winterkulturen, der Einsatz später entwickelnder Arten sowie generell Kulturen mit geringerem Wasserbedarf betrachtet. Grundlage bilden Ergebnisse aus den Projekten „Aklimat“ (BMEL) und „VegPro Hirse“ (EFRE).
Im Fokus stehen klimaangepasste Kulturen wie Winterdurum und Körnerhirse. Erste Versuchsergebnisse, auch in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben, zeigen positive Perspektiven. Ergänzend werden Nischenkulturen vorgestellt, die zur Diversifizierung von Fruchtfolgen beitragen und die Resilienz landwirtschaftlicher Systeme stärken können.
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Die Kombination landwirtschaftlicher Nutzung mit der Erzeugung erneuerbarer Energien wirft zahlreiche Fragen für Betriebe, Kommunen und Energieunternehmen auf. Im EFRE-Projekt „Forschungszentrum für Agri-PV“ werden entsprechende Lösungsansätze entwickelt.
Ziel ist es, die landwirtschaftliche Produktion mit der Gewinnung von grünem Strom zu verbinden und gleichzeitig die Biodiversität durch gezielte Maßnahmen wie Blühstreifen zu fördern. Erste Ergebnisse zeigen, dass geringere Erträge durch Verschattungseffekte wirtschaftlich durch die Stromproduktion ausgeglichen werden können.
Zusätzliche Streifen mit angepassten Wildkräutermischungen tragen nachweislich zur Förderung von Flora und Fauna bei. Ergänzend besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Exkursion die Versuchsanlagen der Hochschule Anhalt zu besichtigen.
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Digitale Technologien, moderne Sensorik und Künstliche Intelligenz prägen zunehmend den Pflanzenbau der Zukunft. Die präsentierten Inhalte basieren auf den Projekten „DiPredict“ (EFRE) und „Transform“ (BMLEH).
Zu den zentralen Exponaten zählen Drohnen, der Phenotruck-AI als mobiles, digital ausgestattetes Labor sowie ein modularer Technikträger für den Sensoreinsatz im Feld. Ergänzt wird die Ausstellung durch Anwendungen moderner KI-Technologien sowie durch einen Feldversuch, der die Datenerhebung und -auswertung veranschaulicht.
Auch virtuelle Technologien kommen zum Einsatz und zeigen Möglichkeiten in Planung und Wissenstransfer auf. An mehreren Stationen wird der digitale Workflow – von der Datenerfassung über die Analyse bis hin zur Entscheidungsunterstützung und automatisierten Umsetzung – nachvollziehbar dargestellt.
Gleichzeitig geben die Inhalte Einblick in Studienmodule wie „Digitale Technologien in der Pflanzenproduktion“, „Precision Farming“ und „Landtechnik“. Das KI-Tool AgriChat steht exemplarisch für Kompetenzen, die im Studiengang AI Engineering mit agrarischer Spezialisierung erworben werden können.
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Gebietseigene Wildpflanzen leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften. Vorgestellt werden mehrjährige Blühmischungen für den Einsatz auf Ackerflächen, die Bestäuber und Nützlinge unterstützen und gleichzeitig den Erosionsschutz verbessern.
Die Maßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt entwickelt und werden kontinuierlich weiter betreut. Darüber hinaus werden Ansätze für Weinberge, artenreiche Wegraine sowie extensives Grünland präsentiert.
Solche Maßnahmen tragen nicht nur zur Artenvielfalt bei, sondern erhöhen auch die Klimaresilienz landwirtschaftlicher Flächen. Ein Demo-Schaugarten bietet die Möglichkeit, Pflanzenkenntnisse zu vertiefen und verschiedene Arten kennenzulernen. Ergänzend stehen Informationen zu geeigneten Maßnahmen und zur Pflanzenauswahl für unterschiedliche Nutzungssysteme zur Verfügung, auch im Hinblick auf Anforderungen wie die Ökoregelung 5 (Ergebnisorientierte extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen - Nachweis von regionalen Kennarten).
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Für das mitteldeutsche Trockengebiet stellt die Verfügbarkeit von Wasser eine zentrale Herausforderung im zukünftigen Pflanzenbau dar. Steigende Verdunstungsraten und rückläufige Niederschläge im Zuge der Klimaerwärmung verschärfen die Situation zusätzlich.
Anhand von Bodensonden wird der Verlauf der Bodenfeuchte für unterschiedliche Fruchtarten und Anbauverfahren sichtbar gemacht. Typische Entwicklungen der nutzbaren Feldkapazität im Vegetationszeitraum verdeutlichen, wie sich Risiken durch Trockenphasen mithilfe angepasster Fruchtfolgen reduzieren lassen.
Darüber hinaus werden auf Basis unterschiedlicher Wasserverbräuche verschiedene Ansätze für einen wassersparenden Pflanzenbau aufgezeigt. Auch der Zwischenfruchtanbau unter trockenen Standortbedingungen wird einbezogen. Die Darstellung erfolgt anhand von sechs Varianten, die die Verläufe der nutzbaren Feldkapazität auf dem Versuchsfeld abbilden.
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Orientierung im Studienangebot: Die Hochschule Anhalt am Bildungspunkt 5
Am Bildungspunkt 5 erhalten Schülerinnen und Schüler, die an Landwirtschaft, Ernährung, Naturschutz oder Landschaftsarchitektur interessiert sind, praxisnahe und interaktive Einblicke in die Studiengänge der Hochschule Anhalt. Der grüne Campus in Bernburg mit seinen 55 Hektar Versuchsfeldfläche, Projektgärten und modernen Laboren der Life Sciences wird dabei anschaulich vorgestellt. Vor Ort besteht zudem die Möglichkeit, anhand kleiner Experimente eigene Interessen zu erkunden.
Informationen zu Studienangeboten sowie zu dualen Studiengängen in Kooperation mit dem Landwirtschaftsministerium stehen ebenso zur Verfügung. Ergänzend dazu kann das eigene Wissen im Japan-Quiz zu internationalen Agrarmärkten überprüft oder nachvollzogen werden, welchen Beitrag digitale Landschaftsplanung zur Klimaanpassung leistet. Auch der persönliche Austausch bietet Gelegenheit, ein passendes Studium zu finden.
Unsere Bildungspunkte auf den DLG Feldtagen 2026
Vom Korn zum Brot: Ernährung verstehen
Die Entstehung von Brot aus Getreide und die Hintergründe unserer Lebensmittel werden hier anschaulich vermittelt. Am Stand lässt sich praktisch nachvollziehen, wie aus pflanzlichen Rohstoffen Lebensmittel entstehen. So kann beispielsweise beobachtet werden, welche Rolle Gluten für die Backfähigkeit von Teig spielt, indem es eigenständig ausgewaschen wird. Auch die Eigenschaften von Stärke werden erfahrbar, wenn sie unter Druck scheinbar fest wird und anschließend wieder verflüssigt.
Darüber hinaus eröffnet sich ein Einblick in die Welt der Bienen und des Honigs: Unterschiede zwischen Honigsorten sowie das Zusammenspiel von Pflanzen und Bestäubern werden deutlich. Durch das Zusammenspiel von Schmecken, Messen und Vergleichen entsteht ein lebendiges Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Natur, Lebensmitteln und Technik und damit auch für das Studium der Ökotrophologie.
Mit Sensortechnik und KI den Pflanzenbau digitalisieren
Ein interaktiver Rundgang vermittelt, wie Entscheidungen im modernen Pflanzenbau getroffen werden. Den Ausgangspunkt bildet die Datenerfassung: Sensoren liefern Informationen zur Bodenfeuchte oder erfassen Vogelstimmen und schaffen damit die Grundlage für nachhaltige Bewirtschaftung. Im mobilen Labor wird anschließend gezeigt, wie Schaderreger direkt vor Ort analysiert und KI-Modelle trainiert werden.
Im weiteren Verlauf stehen Drohnen und ein Messfahrzeug im Fokus, die neue Perspektiven auf Pflanzenbestände eröffnen. Luftbilder liefern dabei wertvolle Zusatzinformationen, die über das menschliche Auge hinausgehen. Abschließend wird veranschaulicht, wie ein KI-Tool unterschiedliche Datenquellen zusammenführt, um etwa den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln effizienter und ressourcenschonender zu gestalten. Auch moderne Agrardrohnen zur Ausbringung von Dünger oder Saatgut sind Teil der Präsentation.
So wird deutlich, wie eng Technik, Umwelt und Landwirtschaft miteinander verzahnt sind. Gleichzeitig geben die Inhalte einen Einblick in den Aufbau der Studiengänge im Bereich AI Engineering mit Spezialisierung Agrarwirtschaft und -technik sowie in das Landwirtschaftsstudium an der Hochschule Anhalt.
Gebietseigene Wildpflanzen zur Erhöhung der Biodiversität, Förderung von Nützlingen und Verbesserung der Klimaresilienz
Trotz der Dominanz einzelner Kulturpflanzen in der Landwirtschaft bestehen vielfältige Möglichkeiten, die Artenvielfalt gezielt zu fördern. Am Bildungspunkt wird gezeigt, wie Blühstreifen und gebietseigene Wildpflanzen Lebensräume schaffen und Nützlinge unterstützen. Konkrete Beispiele verdeutlichen, welche Pflanzen für Bestäuber besonders relevant sind und wie sie sinnvoll eingesetzt werden können.
Eigene Beobachtungen und Gespräche regen dazu an, Zusammenhänge zu erkennen und neue Ideen zu entwickeln. Dabei wird nachvollziehbar, dass Landwirtschaft und Biodiversität sich nicht ausschließen müssen. Vielmehr eröffnen sich Ansätze, Agrarlandschaften ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen zu gestalten. Das Studienangebot im Bereich Naturschutz und Landschaftsplanung greift diese Perspektiven auf.
Anbaustrategien im Pflanzenbau
Zentrale Fragen moderner Landwirtschaft und die Auswirkungen des Klimawandels stehen hier im Mittelpunkt. Es wird aufgezeigt, welche Kulturen in Deutschland angebaut werden, welche Nutzungen sie haben und weshalb vielfältige Fruchtfolgen eine wichtige Rolle spielen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nährstoffversorgung von Pflanzen: Die Bedeutung einzelner Nährstoffe, die Notwendigkeit einer präzisen Düngung sowie neue Ansätze wie Biostimulanzien werden verständlich erläutert. Auch der Pflanzenschutz wird thematisiert: von bewährten Verfahren bis hin zu aktuellen Herausforderungen infolge veränderter Klimabedingungen.
Anschauliche Beispiele und interaktive Elemente verdeutlichen schließlich das enge Zusammenspiel von Forschung und Praxis. Ziel ist es, Erträge zu sichern und zugleich Umwelt und Ressourcen nachhaltig zu schonen. Gleichzeitig entsteht ein konkretes Bild davon, was im Studiengang Landwirtschaft an der Hochschule Anhalt erwartet werden kann.
© Staatskanzlei ST/MWU
Beteiligung der Hochschule Anhalt an den DLG.Feldtagen 2026 am Internationalen Pflanzenbauzentrum Bernburg-Strenzfeld
FKZ: I308