Die Hochschule Anhalt auf Grünen Woche 2027 in Berlin
Die Grüne Woche Berlin (GW) ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau und hat sich bereits zur Traditionsveranstaltung etabliert. Sie findet vom 15. - 24. Januar 2027 statt.
Im Rahmen der Initiative FORSCHUNG FÜR DIE ZUKUNFT wird es zum wiederholten Mal in der Sachsen-Anhalt-Halle (23b) einen Stand WISSENSCHAFT geben, an dem sich Aussteller der Hochschule Anhalt, der Hochschule Magdeburg-Stendal, der Hochschule Merseburg, sowie der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg dem DiP-Projekt mit den Partnern Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) Halle, Fraunhofer IKTS Halle beteiligen.
Die vorgestellten Themen wechseln täglich.
Die Beteiligung der Hochschulen Sachsen- Anhalts an der Grünen Woche wird gefördert durch das
Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt
FKZ: I 267
© HS Anhalt/ AG Prof. Tischew
Grüne Infrastruktur
Klima und Biodiversität durch den Ausbau qualitativ hochwertiger Grüner Infrastruktur
Als Netzwerk natürlicher und naturnaher Ökosysteme ist die Grüne Infrastruktur eine gute Investition in die Zukunft, um die Klimaresilienz im städtischen und ländlichen Raum entscheidend zu verbessern. Artenreiche Blühflächen mit regionalen Wildpflanzen sowie Biodiversitäts-Solarparks können Elemente einer solchen Infrastruktur darstellen und sind nicht nur eine Bereicherung in ökologischer Hinsicht, sondern auch für Naherholung und Naturerleben.
An der Hochschule Anhalt haben die Arbeitsgruppen der Professorinnen Sabine Tischew, Anita Kirmer und Annett Baasch in den vergangenen drei Jahrzehnten zahlreiche Innovationen im Themenkreis ökologische Renaturierung, Management von Lebensräumen und multifunktionale Landnutzung entwickelt. Zur Überführung dieses Wissens in die Praxis baut das Projekt KompetenzGrün in der Strukturwandelregion Sachsen-Anhalts in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Burgenlandkreis ein Kompetenzzentrum für Grüne Infrastruktur auf.
Wichtige Themebereiche
- Fachlich fundierte Beratung für biodiversitätsfördernde und klimaresiliente Grüne Infrastruktur
- Kompetenzvermittlung durch Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote
- Umsetzung von Demonstrationsflächen mit dem Akteurs-Netzwerk
- Pilotvorhaben zur Kopplung von Grüner Infrastruktur und regenerativer Energieerzeugung
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Nele Adert
Carolin Feimer
Steigerung der Energie-Effizienz und der Biodiversität durch fassadengebundene Begrünung, sogenannte „Living Walls“
Eine Gebäudehülle, bestehend aus einer Substratschicht mit Bepflanzung, sorgt für Isolierung im Winter- und für Kühlung im Sommerhalbjahr. Gleichzeitig dient die Bepflanzung zur Verbesserung der Biodiversität, erhöht die Luftfeuchtigkeit, schluckt Lärm und bindet Kohlenstoff sowie Feinstaub.
An der Hochschule Anhalt führt die Arbeitsgruppe um Professor Wolfram Kircher, Jessica Fenzl, Ilka Ballerstein und Thomas Zlobinsky seit mehreren Jahren unterschiedliche Pilotprojekte mit Living Walls durch.
Getestet wurden:
- permanent feucht gehaltene Varianten mit Moorpflanzen, inklusive Heidelbeeren und Cranberries
- nass gehaltene Varianten als Filter zur Aufbereitung
- von Schwimmteich-Wasser
- Varianten für Licht-abgewandte Wände
- Trocken-Varianten mit Sukkulenten, inklusive winterharten Kakteen
- Varianten für winter-trockenes Substrat
Die Varianten 4 und 5 ermöglichen eine Optimierung der Gebäude-Isolierung durch eine Substratschicht, die von Oktober bis März komplett austrocknen darf. Bei herkömmlichen Living Walls entstehen gerade in dieser Periode durch Frosttrocknis die größten Ausfälle in der Bepflanzung. Im Test befinden sich aktuell Arten mitteleuropäischer Trockenstandorte und winterkalter
Wüsten und Halbwüsten, z. B. der westlichen USA oder der Sommerregengebiete in Hochlagen Südafrikas. Erste Ergebnisse
Winterharte Kakteen der Gattungen Echinocereus und Escobaria, sukkulente Orostachys- und Sempervivum-Arten sowie Delosperma nubigenum zeigen sich sehr robust und sorgen auch im Winter für grüne Strukturen. Einige Zwiebel- und Knollenpflanzen dürften ebenfalls geeignet sein, sind aber im Winter visuell nicht wahrnehmbar. Als Substrat hat sich Torfmoos (Sphagnum) als nachwachsender Rohstoff bewährt.
Kontakt
© Janet Krickmeier
Gelbe Erbsen als hochwertige Proteinquelle
Regional erzeugte und verarbeitete gelbe Schälerbsen können durch ihren hohen Gehalt an wertvollen Proteinen zukünftig einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung leisten.
Um die regionale Erbse fit für die Zukunft zu machen, ist es Aufgabe im Projekt DiPisum:
- auf Basis neu gezüchteter Erbsensorten (bessere Sensorik, höhere ernährungsphysiologische Wertigkeit) und
- mittels neuer Verfahren zur Gewinnung und Aufkonzentrierung der Proteine (bestmögliche Technofunktionalität)
- spezifische Anforderungen an die Konzentrate und Isolate zu definieren und
- proteinreiche Hybridprodukte auf Grundlage konventioneller Rohstoffe sowie proteinbasierte alternative Fleisch- und Wurstwaren, Fischerzeugnisse, Fertiggerichte und Feinkostartikel zu entwickeln.
Damit die Wertschöpfungskette geschlossen wird, sollen auch Anwendungsmöglichkeiten für Erbsenstärke und Erbsenfaser herausgearbeitet werden.
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Dr. Janet Krickmeier
© Kathleen Schlegel
Woran erkennt man ein frisches Ei? Und wie lange bleibt ein Ei frisch?
Eier verändern sich nach dem Legen – von außen nahezu fast unsichtbar, aber im Inneren messbar
Woran erkennt man ein frisches Ei?
Bei einem frischen Ei ist das Eiweiß sehr dick und zähflüssig. Es umschließt das Dotter sehr fest. Ja älter das Ei, desto wässriger wird das Eiweiß und läuft in der Pfanne flachauseinander.
Über die Poren in der Schale verliert das Ei an Feuchtigkeit. Die Luftkammer im Inneren wird größer. Beim Durchleuchten mit der Taschenlampe erkennt man nicht nur die Luftkammer, sondern kann auch die Position des Eidotters sehen. Je weiter unten das Dotter ist, desto älter ist das Ei.
Wie kann man das objektiv beschreiben?
Wissenschaftlich wird die Frische mit dem Wert der Haugh Units (HU) beschrieben. Ein frisches Ei erreicht Werte zwischen 100 und 72. Bei 3 Wochen Lagerung sollte der Wert nicht unter 65 abfallen.
Ein Lagerungsversuch bei 20°C an der Hochschule Anhalt im Vergleich von Eiern junger und älterer Hennen zeigt große Unterschiede.
Eier von älteren Hennen starten mit einem flüssigeren Eiklar und altern schneller. Gesetzlich muss ein Ei im Supermarkt die ersten 21 Tage nicht gekühlt werden. Da das Alter der Hennen unbekannt ist, ist die Lagerung im Kühlschrank zu empfehlen. Ein Ei mit HU 16 riecht noch völlig normal, ist aber biologisch „alt“. Nutzen Sie diese Eier nur noch zum Backen oder komplett durcherhitzt.
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© post@marcowarmuthfotografie.de
Gemeinsam für den Wald
Zusätzliche Daten für das Waldmonitoring mit Citizen Science und Modellen der Künstlichen Intelligenz
Unsere Wälder verändern sich derzeit stark. Einerseits durch den Klimawandel und andererseits durch den Waldumbau hin zu stabileren Mischwäldern. Mit der MeineWaldKI-App können alle, die sich für unsere Wälder interessieren, dazu beitragen, diese Veränderungen via Fotos zu dokumentieren. Gleichzeitig haben Nutzende die Möglichkeit, ihr Wissen zum Wald auszubauen.
Worum geht es?
MeineWaldKI ist ein Forschungsprojekt der Hochschule Anhalt, das durch die Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Baasch (Landschaftspflege und Gehölzkunde), Prof. Dr. Hänig (Künstliche Intelligenz), Prof. Dr. Meyer (Nationaler und Internationaler Naturschutz) und Prof. Dr. Groß (Datenbanksysteme / Programmierung) bearbeitet wird. In unserem Projekt untersuchen wir die Eignung von Citizen Science und Modellen der Künstlichen Intelligenz zur Erfassung von Waldstrukturparametern. Zudem möchten wir gesellschaftliches Engagement fördern und die Lust auf Waldwissen stärken. Um Veränderungen im Wald im Blick zu behalten und in Entscheidungsprozesse rund um den Wald einbeziehen zu können, ist die regelmäßige Erfassung des Waldzustands besonders wichtig. Dafür existieren bereits verschiedene Forst- und Naturschutzprogramme, die wertvolle Waldzustandsdaten liefern. Allerdings finden diese Erfassungen in relativ großen zeitlichen Abständen und/oder räumlich begrenzt mittels Stichproben statt. Gemeinsam wollen wir herausfinden, ob sich unser Ansatz eignet, die Waldzustandserfassung mit zusätzlichen Citizen-Science-Daten zu unterstützen und das Bewusstsein für aktuelle Waldthemen zu stärken.
Wie kann man mitmachen?
Mit der MeineWaldKI-App haben Nutzende die Möglichkeit, Waldfotos aufzunehmen und hochzuladen. Die App führt Schritt für Schritt durch den Prozess und bietet zugleich spannende Einblicke in das faszinierende Ökosystem Wald. Alles, was für einen Beitrag notwendig ist, ist ein Smartphone. MeineWaldKI ist kostenfrei für Android im Google Play Store verfügbar; eine iOS-Version ist in Planung. Die Nutzung ist ab 16 Jahren vorgesehen, in betreuten Bildungskontexten ist eine Teilnahme ab 14 Jahren möglich. Die ersten App-Versionen starten mit einem begrenzten Funktionsumfang. Im Projektverlauf wird die MeineWaldKI-App schrittweise um weitere KI-, Gamification- und Waldwissens-Features ergänzt.
Kontakt:
© Hochschule Anhalt / Uwe Jacobshagen
Vom Moor zum Baustoff
Paludikultur als Material- und Wertschöpfungsstrategie
Das PALUDI MEDIA LAB untersucht, wie Biomasse aus wiedervernässten Moorflächen zu neuen Baustoffen, Substraten und Funktionsmaterialien weiterentwickelt werden kann. Ziel ist die Verbindung von Moorschutz, regionaler Wertschöpfung und klimaresilientem Bauen.
Vom Rohstoff zum Material
Paludi-Biomasse ist nicht nur ein Faserrohstoff, sondern eine biogene Materialplattform. Unterschiedliche Faserstrukturen, Lignin- und Zelluloseanteile sowie feuchteresistente Pflanzenstrukturen eröffnen neue Wege für materialeffiziente Bauprodukte.
Forschung und Entwicklung
Im PALUDI MEDIA LAB werden Aufbereitung, Formgebung, Materialrezepturen und Prüfstrategien gemeinsam betrachtet. Der Forschungsweg reicht von der Biomassegewinnung über die Materialentwicklung bis zum sichtbaren Demonstrator.
Ausblick
Ziel ist ein anwendungsnaher Demonstrationspfad: vom Moor über Biomasseaufbereitung und Produktion bis zum Bauteil. So kann Wiedervernässung nicht nur als Naturschutzmaßnahme, sondern auch als regionale Wertschöpfungsstrategie sichtbar und wirtschaftlich anschlussfähig werden.
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