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Friendly Reminder: Nachhaltig handeln im Hochschulalltag

  • Foto zeigt roten Türanhänger mit Aufdruck zum Energiesparen an der Hochschule Anhalt © hs anhalt

Klimaneutralität auf dem Campus: Die Hochschulen in Sachsen-Anhalt dabei zu unterstützen, ist das Ziel des Projekts KlimaPlanReal. Teams aus verschiedenen Hochschulen haben dazu Strategien und Maßnahmen entwickelt. Leitideen waren dabei Beteiligungsmöglichkeiten und ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen. Ein Statusbericht von der Hochschule Anhalt auf dem Klimablog.

Ein realer Plan für klimaneutrale Hochschulen: Das Projekt in Kürze

Warum das Projekt wichtig ist

Der Weg zur Klimaneutralität ist für Organisationen mit einschlägigen Veränderungen verbunden – das gilt gleichermaßen für Hochschulen. Solche Change-Prozesse sind intensiv und erfordern Ressourcen. Das Projekt KlimaPlanReal hat dabei speziell über zwei Transformationswege unterstützt: die Gründung statusgruppenübergreifender Hochschulklimaräte für die konzeptionelle Phase und Initiierung von Pilotprojekten für die – aktuelle – Umsetzungsphase. Parallel wird dieser Veränderungsprozess evaluiert: Wie wirksam erweisen sich die transformativen Mittel? Wie wirksam sind die einzelnen Maßnahmen?

 

Was das Projekt und die Begleitforschung bisher erreicht haben

Die Hochschule Anhalt hat seit 2023 einen Klimaplan. Die Vorschläge dafür kommen vom Klimarat der Hochschule, in dem Akteure aus dem gesamten Campusleben vertreten sind – gewählt per Losverfahren, ähnlich wie bei Bürgerräten. Aus sechs Handlungsfeldern wurden zunächst zwei Maßnahmen für eine erste Umsetzungsphase ausgewählt. Grundlage für die Auswahl war eine Wirkungsabschätzung nach verschiedenen Kriterien. An diesen ersten beiden Maßnahmen arbeitet seit Januar 2024 das sogenannte Transferlabor-Team:

Im November 2024 wurde in einer neuen Transferlabor-Teambesetzung mit der Umsetzung einer weiteren Maßnahme begonnen, die bis August 2025 abgeschlossen sein soll. Sie widmet sich dem Thema „Mehr artenreiche Blühwiesen und Flächenpflanzungen“ aus dem Handlungsfeld Biodiversität. Weitere ausgewählte Maßnahmenvorschläge des Hochschulklimarates sollen – im Zuge der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule Anhalt – über die Projektlaufzeit hinaus umgesetzt werden.

 

Wie die Ergebnisse genutzt werden können

Schon jetzt sind das Vorgehen der Hochschulen, ausgearbeitete Analysen, entwickelte Strategien und Pläne über die Projekthomepage nachvollziehbar. Die aus der Begleitforschung abgeleiteten Erkenntnisse werden in Form eines digitalen Best-Practice-Berichts sowie Blaupausen zur Verfügung gestellt. Dazu gehören auch Erfahrungen mit der Ressourcenplattform „anny“ für den Gerätepool und Reaktionen auf die Tipps & Tricks  zum Energiesparen im Hochschulalltag.

Klimaneutralität mit Wissenschaft und Praxis:

Ausblick mit Dr. Silke Rühmland von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,  Projektleiterin und Leiterin des Nachhaltigkeitsbüros, sowie Michael Klein, Projektmitarbeiter für Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement an der Hochschule Anhalt.

Nachhaltiges Handeln erfordert nicht nur individuelle Verhaltensänderungen, sondern auch systemische Anpassungen.

Dr. Silke Rühmland

Frau Dr. Rühmland, was ist an nachhaltigem Handeln eigentlich so schwer? Und unterscheiden sich in dieser Frage Einzelpersonen und Organisationen?Während Einzelpersonen oft mit internen (psychologischen) und externen (strukturellen) Barrieren zu kämpfen haben, stehen Organisationen vor noch größeren Herausforderungen durch wirtschaftliche und institutionelle Zwänge. Nachhaltiges Handeln erfordert daher nicht nur individuelle Verhaltensänderungen, sondern auch systemische Anpassungen, um nachhaltige Entscheidungen attraktiver und zugänglicher zu machen. Diese Veränderungen sind an vielen Stellen gleichzeitig zu tätigen und verlangen von uns auch einen langen Atem, um die neuen Prozesse nachhaltig und gleichzeitig an unsere Bedürfnisse anzupassen.

Die Energieeffizienz gilt als einer der wichtigsten Faktoren auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Michael Klein

Herr Klein, Hand auf das Praxisherz: Wie gut können ein Gerätepool und Tipps und Tricks zum Energiesparen zur Klimaneutralität der Hochschule beitragen?

Beide Maßnahmen sind aus verschiedenen Gründen sinnvoll: Werden Geräte mehrfach genutzt, dann gibt es weniger Mehrfachbeschaffungen. Das spart Emissionen, die mit dem Lebenszyklus von Geräten einhergehen: Herstellung, Lieferung, Entsorgung.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Energieeffizienz: Sie gilt als einer der wichtigsten Faktoren auf dem Weg zur Klimaneutralität. Sowohl in der Gestaltung von Technologien als auch in ihrer Nutzung. Daran wollen wir mit einfachen Tipps erinnern: zur richtigen Bedienung von Thermostaten, was bei Heizkörpern zu beachten ist, zum Stromsparen mit Licht. Obwohl es einen breiten Konsens zu den Themen gibt, begegnen mir immer wieder falsche Annahmen und Angewohnheiten. Genau darauf gehen die Infografiken auch ein: Hintergründe zur Handlungsempfehlung, eine leicht merkbare Anleitung und Fakten statt Mythen.

Energiesparen! Poster, Postkarten und andere „Friendly Reminder“ zeigen, wie das einfach geht

Damit in den Räumen der Hochschule mehr Strom und Wärme eingespart werden, hat das Transferlabor-Team verschiedene Erinnerungen erarbeitet. Die Poster, Postkarten und Türanhänger werden in ausgewählten Bereichen der Hochschule platziert, wo eine Veränderung besonders wünschenswert wäre: zum Beispielen in Räumen mit hohem Licht- und Wärmeverbrauch und viel Einsparpotenzial. Inhaltlich erarbeitet wurden sie von Michael Klein. Grafisch umgesetzt von zwei Studierenden des Fachbereichs Design in Dessau.

Dem Verbundprojekt KlimaPlanReal

… gehören neben der Hochschule Anhalt die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Verbundkoordination), die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Hochschule Magdeburg-Stendal und die Hochschule Harz an. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben seit September 2022. Bis September 2025 soll es abgeschlossen sein.

Kontakt zu KlimaPlanReal an der Hochschule Anhalt

… über Prof. Dr. Sabine Tischew, Tel.: +49 (0) 3471 355 1217, E-Mail: sabine.tischew@hs-anhalt.de oder Heiner Hensen, Tel.: +49 (0) 3471 355 1229, E-Mail: heiner.hensen@hs-anhalt.de; Yannik Wehr, Tel.: +49 (0) 3471 355 1174, E-Mail: Yannik.Wehr@hs-anhalt.de

Das Thema Nachhaltigkeit an der Hochschule Anhalt

… trägt verschiedene Facetten. Eine davon ist das Projekt KlimaPlanReal. Weitere sind auf den Seiten der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit nachzulesen. Dazu gehören unter anderem eine Nachhaltigkeitsstrategie, der Maßnahmenplan zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie, Veranstaltungen und Pilotprojekte.

Redaktion

Claudia Aldinger