Aktuelles

"Japaner essen anders Keks"

  • Porträtbild einer jungen Person zeigt Fuad Ismailzade, Student im Master "Food and Agribusiness" am Campus Bernburg der Hochschule Anhalt © privat

Fuad Ismailzade, 23, studiert "Food and Agribusiness" am Campus Bernburg der Hochschule Anhalt und hat für Wikana eine Marktstrategie für Japan entwickelt. Warum deutsche Kekse dort anders beworben werden müssen und weshalb Verpackungsdesign über Erfolg oder Scheitern entscheidet.

Fuad Ismailzade, Sie haben über eine Projektarbeit in Ihrem dritten Semester den japanischen Markt für Wikana-Kekse analysiert. Was war Ihre erste Erkenntnis?

Wie groß die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Japan doch sind. Japan ist ein wirtschaftlich stark entwickeltes Land, ähnlich wie Deutschland, allerdings mit ganz anderen Konsumgewohnheiten bei Geschmacksrichtungen, Verpackungsgrößen, Verpackungsdesign. Japaner essen anders Keks. Und die Konkurrenz ist stark mit Marken wie Shiroi Koibito, Glico oder Lotte.

 

Was unterscheidet den japanischen vom deutschen Keksmarkt konkret?

Japaner konsumieren gern Süßigkeiten, legen aber auch Wert auf gesunde Ernährung und Ästhetik. Auch die Hygiene spielt eine große Rolle, sodass sie kleine Abpackungen bevorzugen, die aus umweltfreundlichem Material sind. Das Design muss minimalistisch sein und Qualität ausstrahlen. Die Lebensmittelvorschriften sind streng in Bezug auf Etikettierung und Inhaltsstoffe, sodass die Verpackungen genau geprüft werden müssen. Und beim Geschmack bevorzugen Japaner Richtungen wie Matcha, Yuzu, schwarzen Sesam und Adzuki-Bohne. 

Die Projektarbeit von Fuad Ismailzade ist eine von vielen, die von Studierenden des internationalen Masterstudiengangs “Food and Agribusiness” erstellt werden. Einige Studien und Produkte wird die Hochschule Anhalt auch wieder anlässlich der Grünen Woche in Berlin ab dem 16. Januar präsentieren. 

Wikana wirbt in Deutschland mit Tradition seit 1906. Funktioniert das in Japan auch?

Ja, durchaus. Verbraucher in Japan vertrauen ausländischen Marken, wenn diese Qualität und Sicherheit garantieren. Dafür spricht auch eine mehr als 100-jährige Tradition. 

 

Welche praktischen Hürden sind Ihnen bei der Recherche begegnet?

Beim Verhandeln zählen Höflichkeit und Respekt. Kritik wird sehr vorsichtig und indirekt formuliert. Außerdem braucht es Zeit und Geduld, um Vertrauen aufzubauen. Man muss in den Prozess einbeziehen, dass Entscheidungen oft länger dauern als in Europa.

 

Hand aufs Herz: Sollte Wikana nach Japan exportieren oder lieber bleiben lassen?

Auf jeden Fall ja. Das Potenzial ist für importierte Süßwaren ist groß, für die Hürden und Risiken haben wir eine Strategie entwickelt, die Wikana absichern. Für Wikana sprechen nicht nur die Tradition und Qualität ihrer Produkte, sondern auch ihre Anpassungsfähigkeit über neue Produkte. 

 

Informationen und Kontakt

Fuad Ismailzade, 23, kommt aus Russland und studierte zur Zeit der Projektarbeit im 3. Semester des Masters "Food and Agribusiness" an der Hochschule Anhalt. Er spricht mehrere Sprachen und kann sich eine Karriere im Export eines Unternehmens vorstellen, zum Beispiel für Futtermittel aus Deutschland für osteuropäische oder asiatische Märkte. 

 

Mehr Information stehen auf den Seiten des Studiengangs "Food and Agribusiness": https://www.hs-anhalt.de/studiengaenge/mfa.html

Geprägt hat den Studiengang Prof. Dr. Elena Kashtanova. Seit mehr als 25 Jahren stellt sie “Global Team Projects” zusammen, um Exportstrategien für regionale Unternehmen zu entwickeln und Studierende an globale Märkte heranzuführen. Ein Porträt: https://www.hs-anhalt.de/hochschule-anhalt/aktuelles/neuigkeit/zwischen-campus-und-weltmarkt-1.html

Welche Projekte anlässlich der Grünen Woche in Berlin vorgestellt werden, steht auf den Fachmesse-Seiten der Hochschule Anhalt: https://www.hs-anhalt.de/hochschule-anhalt/aktuelles/fachmessen/gruene-woche.html

 

Kontakt

Bettina Kranhold

Redaktion

Claudia Aldinger

Informationen zum Studiengang "Food and Agribusiness": https://www.hs-anhalt.de/mfa

“Zwischen Campus und Weltmarkt”. Porträt von Prof. Dr. Elena Kashtanova: https://www.hs-anhalt.de/hochschule-anhalt/aktuelles/neuigkeit/zwischen-campus-und-weltmarkt-1.html