Medientechnik

Automatische Farbkorrektur im SDI-Datenstrom (Prof. Strauß)

Im Rahmen eines vom BMWi geförderten Forschungsprojektes wurde ein System zur automatischen Korrektur von Videosignalen entwickelt, ein Labormuster vollständig gefertigt und die geplante Funktionsfähigkeit nachgewiesen.
Was bedeutet automatische Farbkorrektur?
Die Grundidee des an der Hochschule Anhalt - gemeinsam mit dem Industrieparter, der DREFA-MSG in Leipzig - entwickelten Gerätes, besteht darin, Pegel- als auch Phasenfehler im Videosignal, deutlich schneller und damit effizenter als bisher korrigieren zu können. Das patentierte Verfahren bewertet für die Korrektur den (normaler Weise) bei allen professionellen Video-Tapes vorangestellten, standardisierten EBU-Farbbalken. Die zahlreichen Archivbestände an analogem Videomaterial, die noch auf eine Digitalisierung warten, verfügen alle über die unangenehme Eigenschaft, dass Lagerzeit und Stabilität der Videosignale leider nicht zusammen passen. In der Regel wird bei mehrjähriger Lagerung ein mitunter deutlicher Verlust von Farb- und Helligkeitswerten festgestellt. Die Farbwerte verändern sich dazu noch ungleichmäßig. Eine Abhilfe sah vor der Digitalsierung solcher Bänder bisher vor, diese in ein dafür geeignetes Schnittsystem einzulesen, manuelle Korrekturen an Farb- und Helligkeitswerten vorzunehmen und danach über das System wieder eine Video-Datei (dann natürlich gleich digital) zu erzeugen. Dieses Prinzip war bekannt und bewährt - hatte jedoch einen entscheidenden Nachteil - es war sehr zeit- und damit kostenintensiv. Unter der Annahme, dass ein Videoband im Regelfall nach mehrjähriger Lagerung altert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Band über den gesamten Inhalt sich überwiegend gleichmäßig verändert einer der entscheidenden Ansatzpunkte für das Konzept einer automatischen Korrektur. Da sich vor den regulären Videoinhalten ein technisch definierter Vorspann befindet, vom dem alle Parameter bekannt und standardisiert sind (Pegel- und Phasenlagen), können Änderungen dieser Werte automatisiert bewertet werden. Pegel- und Phasendifferenzen, die durch einen Vergleich des technischen Vorspannes mit den im Standard hinterlegten Werten gefunden wurden, werden dann als Korrekturparameter für das gesamte Videoband zugrunde gelegt. Dieses Verfahren ist extrem effizient, erfolgt in Echtzeit und unterstützt vor allem automatisierte Digitalisierungsprozesse.

 

 

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Entwicklung einer Plattform zur inhaltlich temporären Steuerung der Programmvielfalt (Prof. Schnöll)

Projekt: „Temporäre Erhöhung der im Multiplex verfügbaren Programmvielfalt” 

im Pilotprojekt „Dynamische Rekonfiguration im Digitalradio“ der Medienanstalt Sachsen-Anhalt

Das Pilotprojekt “Dynamische Rekonfiguration im Digitalradio” verfolgt das Ziel, die Regionalisierung von Nachrichten und Werbung, sowie neue Techniken der Verkehrsinformationen zu erproben. Dahingehend sollen außerdem neue technische Möglichkeiten zur Anbindung an die Werbevermarktungstechnik eruiert und getestet werden.

In Kooperation mit der Arbeitsgruppe Mediensysteme der Hochschule Anhalt unter der Leitung von Prof. Matthias Schnöll, soll daraus der Punkt “Temporäre Erhöhung der im Multiplex verfügbaren Programmvielfalt” bearbeitet werden, der sich insbesondere auf die Regionalisierung digitaler Radiowerbung bezieht. Thematischer Schwerpunkt des Vorhabens ist die konzeptionelle Entwicklung und technische Umsetzung eines datenbankbasierten Managementsystems zur Pflege und Verwaltung von programmegleitenden Zusatzinformationen.

DAB+ ermöglicht die adaptive Ausstrahlung von Audiosignalen und programmbegleitenden Zusatzinformationen. Hinsichtlich der technischen Möglichkeiten dieses Übertragungsstandards soll ein automatisiertes System entwickelt werden, welches je nach Anwendung dynamische Metadaten generiert. Anhand der Metadaten lässt sich der Inhalt der über DAB+ ausgesendeten Zusatzinformationen bestimmen sowie die Ausstrahlung in Zusammenarbeit mit einem Multiplexer steuern. Hierbei können temporäre als auch regionale Ereignisse über das System gezielt abgebildet werden, womit neue Dienste umsetzbar sind.


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