Duales Studium am Fachbereich 6

Interview mit Rouven Gruß, dualer Maschinenbaustudent im 3. Semester

Lieber Rouven, du hast dich für ein duales Studium im Maschinenbau entschieden. Warum? Welche Vorteile hast du für dich gesehen?

RG: Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung zum technischen Produktdesigner mit der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenbau abgeschlossen, die mein Interesse am Maschinenbau geweckt hat. Zusätzlich zählten schon in der Oberstufe Mathematik und Physik zu meinen stärksten Fächern, weshalb dieser Studiengang die perfekte Möglichkeit bot, mich in diesem Bereich fachlich weiterzuentwickeln und persönlich voranzukommen.
 

Wie ist dein Studium angelaufen? Welche Vorteile siehst du für dich persönlich im dualen Studium?

RG: Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung meiner Ausbildung bot mir mein Unternehmen – die AEM – „Anhaltinische Elektromotorenwerk Dessau“ GmbH – an, mich bei einem Studium zu unterstützen und mir – wie schon während der Ausbildung – eine monatliche Vergütung zu zahlen. Da ich durch die Ausbildung noch frisch in der Theorie war, bewarb ich mich nach etwas Bedenkzeit für ein duales Studium hier an der Hochschule Anhalt.
Dank der Unterstützung meines Unternehmens muss ich mir weder Sorgen um die Finanzierung des Studiums, noch Gedanken über einen zukünftigen Praxispartner für meine Bachelorarbeit machen. Außerdem kann ich in den vorlesungsfreien Zeiten weiterhin wertvolle Praxiserfahrung sammeln, was mir einen klaren Bezug zur Theorie vermittelt. Zusätzlich habe ich dazu bereits einen sicheren Arbeitsplatz in Aussicht.
 

Wie sieht ein Praxistag in deinem Unternehmen für dich aus, was sind gerade deine Aufgaben? 

RG: Durch meinen erlernten Beruf bin ich hauptsächlich für die Erstellung technischer Zeichnungen verantwortlich, die für die Fertigung in unserem Unternehmen unerlässlich sind, um die vom Kunden bestellten Maschinen herzustellen. Darüber hinaus gehören kleinere Aufgaben wie die Pflege der Zeichnungsausgabe, sowie die Revisionierung veralteter Zeichnungen und Baugruppen zu meinen Tätigkeiten.
In einigen Fällen erstelle ich aber auch CAD-Modelle für spezifische Bauteile oder Baugruppen. Zudem habe ich auch schon mehrere Vorrichtungen entworfen und die dazugehörigen Zeichnungssätze erstellt.
 

Und wie ist es an der Hochschule? Wie gestaltet sich ein Tag im Leben eines Studierenden? Was machst du besonders gerne? Was findest du besonders spannend, was eher anstrengend?

RG: An der Hochschule in Köthen fühle ich mich sehr wohl und habe mich auch schnell eingelebt, da das Umfeld hier sehr familiär und angenehm ist. Zudem bietet die Hochschule zahlreiche Freizeitaktivitäten und Events an, welche man nach den Vorlesungen gerne besucht oder z.B. an den verschiedenen Sportkursen teilnimmt.
Besonders schätze ich die vielen Praktika und das praxisnahe Lernen, da dies dabei hilft, die Theorie besser zu verinnerlichen und motivierter an neue Themen ranzugehen.
Die Mensa bietet außerdem mit ihrem breit gefächerten Mittagsangebot eine ideale Möglichkeit, täglich eine warme Mahlzeit zu genießen und sich zwischen den Vorlesungen zu erholen.
Das Einzige, was etwas anstrengend ist, ist die tägliche Fahrt nach Köthen, da ich in Bernburg wohne. Allerdings habe ich mich durch das tägliche Pendeln nach Dessau, schon während meiner Ausbildung, bereits an solche Strecken gewöhnt, sodass die Fahrt nach Köthen recht angenehm ist.
 

Als dual Studierender musst du sowohl an der Hochschule als auch im Unternehmen aktiv sein – da bist du ja schon stärker eingebunden als andere Studierende. Wie ist das für dich im Alltag? 

RG: Im normalen Studienalltag während der Vorlesungszeit beeinträchtigt mich das nicht, da ich in dieser Zeit vollständig freigestellt bin. Sobald jedoch die Vorlesungszeit endet oder an Tagen, an denen keine Vorlesungen stattfinden, wie etwa an Brückentagen, arbeite ich täglich meine rund acht Stunden ab, während sich nicht-dual Studierende in den Semesterferien oder an freien Tagen entspannen oder lernen können.
Dank meiner Urlaubstage bleibt mir trotzdem ausreichend Zeit zur Erholung und zur Vorbereitung auf die Prüfungen. Und im Unternehmen erhalte ich ebenfalls die Möglichkeit, falls mal etwas mehr Luft ist, für meine Prüfungen zu lernen.
Während meiner Zeit im Betrieb freue ich mich umso mehr auf das kommende Semester und die Vorlesungszeit – und natürlich auch umgekehrt. Durch den ständigen Wechsel zwischen Theorie und Praxis bleibt das Studium abwechslungsreich und spannend.
 

Du studierst bald im 3. Semester. Mit welchen Erwartungen bist du vorher an das Studium rangegangen … und wie sehen jetzt deine Erfahrungen aus? 

RG: Tatsächlich bin ich ohne große Erwartungen an das Studium herangegangen und habe es einfach auf mich zukommen lassen. Nach mittlerweile einem ganzen Studienjahr kann ich glücklicherweise sagen, dass ich fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht habe – sei es mit meinen Kommiliton:innen, den Dozent:innen, den Studieninhalten oder auch bei den ersten Prüfungen. Es macht auf jeden Fall Spaß, und ich freue mich auf die kommenden Semester.
 

Welche Ziele hast du für die kommenden Semester? 

RG: Hauptsächlich möchte ich alle Prüfungen idealerweise im ersten Anlauf bestehen und mein Studium in der Regelstudienzeit absolvieren. Sollte ich nach dem Bachelor weiterhin so motiviert sein, spiele ich bereits mit dem Gedanken, direkt im Anschluss noch einen Master zu machen – vorausgesetzt, mein Unternehmen würde mich auch in dieser Hinsicht unterstützen.
Darüber hinaus möchte ich natürlich auch die schöne Zeit des Studiums weiterhin in vollen Zügen genießen und viele unvergessliche Momente, sowie wertvolle Erfahrungen mit meinen Kommiliton:innen sammeln.
 

Das Studium soll auch eine Zeit sein, in der man mit Kommiliton:innen Spaß hat, hier und da über den Tellerrand schaut sowie Neues erleben und sich ausprobieren kann. Ist das für dich mit dem Pensum eines dual Studierenden vereinbar? Worauf legst du da während deines Studiums (bisher) den Fokus?

RG: Das ist es definitiv. Wie bereits erwähnt, bleibt mir während der Vorlesungszeiten genug Zeit, um in meiner Freizeit mit meinen Kommiliton:innen etwas zu unternehmen oder bei den verschiedenen Events der Hochschule mitzumachen.
Anfangs lag mein Fokus fast ausschließlich auf dem Studium, aber nachdem ich meine Kommiliton:innen besser kennengelernt habe, hat sich mein Augenmerk auch mehr auf gemeinsame Unternehmungen und die wertvollen Momente außerhalb des Hörsaals verlagert.
 

Köthen gilt als eher ruhiger Studienort und familiärer Campus, also eigentlich ganz gut für fokussiertes Lernen. Hilft dir das als dual Studierender? 

RG: Auf jeden Fall, denn hier kann man meiner Meinung nach ganz ohne Druck in einer entspannten Atmosphäre lernen. Durch das familiäre Umfeld sind außerdem die Professor:innen und Dozent:innen viel zugänglicher, was die Theorie ebenfalls greifbarer macht. Dank der kleineren Gruppengrößen hat man auch die Möglichkeit, zwischendurch oder nach der Vorlesung unkompliziert Fragen zu stellen.


Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg fürs Studium und im Unternehmen!

Interview vom 12. September 2024