Studiengangsportrait

Mamaaaa, mein Computerspiel hat mich gerade beleidigt!

  • © Hartmut Boesener
  • © Lukas Petereit
  • © Lukas Petereit

Du glaubst nicht, dass das möglich ist?

Dann sei gespannt, wer eigentlich dafür verantwortlich ist, dass du zum Beispiel ein gewisses namhaftes Schreibprogramm ganz intuitiv benutzen kannst, oder wieso deine Konsole so mit dir "spricht", dass du verstehst, was als Nächstes zu tun ist.

 

Fachübersetzer/Softwarelokalisierer ...

stehen morgens auf und putzen sich die Zähne. Danach gehen sie in der Regel in ein international tätiges Unternehmen wie z. B. Microsoft, um dort einen wichtigen Teil dazu beizutragen, dass Software wie beispielsweise das Programm Word oder auch Computer- und Konsolenspiele international vermarktet werden können. Und hier geht es bei weitem nicht nur um die reine Übersetzung der Benutzeroberfläche (Knöpfe, Menüs usw.), sondern auch um die Anpassung von Software an nationale und kulturelle Besonderheiten und Sehgewohnheiten. Softwarelokalisierer (so ist das Fachwort für Fachübersetzer, die Softwareprodukte sprachlich und kulturell anpassen) wissen, dass Wörter in verschiedenen Sprachen unterschiedlich lang sind und passen Steuerelemente entsprechend an. Sie kennen sich mit kulturellen Besonderheiten aus und wissen, was in welcher Sprache wie kommuniziert werden muss oder darf, um verstanden zu werden und niemanden zu beleidigen.

Man stelle sich vor, ...

dass ein indisches Spieleentwicklungs-Unternehmen ein Spiel international veröffentlichen und vertreiben möchte, welches in Indien bereits Rekordverkäufe erzielt hat und in dem es um das Glück geht. Auf der Benutzeroberfläche erscheint deshalb überall die "Swastika", welche in Indien als religiöses Glückssymbol vertraut ist. Ein Deutscher, der dieses Spiel erstmals öffnet, würde wahrscheinlich betreten zu Boden schauen, denn das, was in Indien als Symbol für Glück steht, heißt hierzulande "Hakenkreuz" und bedeutet – wie wir alle wissen   das völlige Gegenteil. Schlimmer noch – es beleidigt und stellt das Spiel in einen völlig falschen Zusammenhang. Softwarelokalisierer stellen sicher, dass so etwas nicht passiert und erhöhen damit auch die Chance, dass Softwareprodukte im Zielmarkt vermarktet werden dürfen und ebenso erfolgreich werden können wie im Herkunftsland.

 

Man sollte „Fachübersetzen – Software und Medien“ an der Hochschule Anhalt studieren, ...

weil es der deutschlandweit bisher einzige Bachelor-Studiengang ist, der sich der Lokalisierung von Software widmet, wie dies in Fachkreisen heißt. Er umfasst sowohl sprachlich-übersetzerische als auch informationstechnologische Inhalte. Das Studium ist praxisorientiert, beinhaltet ein Praktikum in der Industrie und vermittelt Fach- und Methodenkompetenz im Bereich der Übersetzung, der Informationstechnologie und der interkulturellen Kommunikation, um Softwareprodukte qualitativ hochwertig an verschiedene Zielmärkte anzupassen.

Übrigens: der Studiengang ist auch dual studierbar.

Studienschwerpunkte

  • Übersetzen Englisch-Deutsch/Deutsch-Englisch
  • Übersetzen mit modernen Technologien
  • Einheitliche Unternehmenssprache durch Terminologieverwaltung
  • Übersetzen von Software- und Multimedia-Produkten
  • Grundlagen der Informationstechnologie
  • Interkulturelle Kommunikation in Lokalisierungsprojekten

Ideal ist der Studiengang für jemanden...

  • mit einer Vorliebe oder auch einem Talent für Sprachen und Übersetzung
  • mit Interesse an Softwareprodukten wie Websites, Videospielen oder Programmen
  • mit einer großen Begeisterung für eine Kombination aus Sprache- Software - Kultur
  • mit Offenheit für kulturelle Besonderheiten und Unterschiede, welche sich auch im Gebrauch der Software widerspiegeln

Studienfachberaterin für fachliche Fragen zum Studiengang

Porträtfoto von Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg

Das Interesse ist geweckt?

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