Unsere Fachthemen auf den DLG Feldtagen 2026
Die Hochschule Anhalt nutzt die Feldtage, um anhand von aktuellen Forschungsthemen zu zeigen, wie vielfältig und relevant moderner Pflanzenbau ist. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sich mit Bodenwasser nachhaltig wirtschaften lässt, welche Chancen die regionale Eiweißproduktion durch Körnerleguminosen bietet und wie sich der Pflanzenbau an die Klimaerwärmung anpassen kann. Auch innovative Ansätze wie die Agri-Photovoltaik (Agri-PV+) zur Erhöhung von Ökosystemleistungen werden vorgestellt. Gleichzeitig wird die Digitalisierung greifbar: Mit moderner Sensortechnik, Agrardrohnen und dem KI-gestützten Tool „AgriChat“, das an der Hochschule Anhalt entwickelt wurde, erleben Besucherinnen und Besucher, wie Technologie den Pflanzenbau verändert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Biodiversität und Klimaanpassung. Gebietseigene Wildpflanzen zeigen, wie sich Nützlinge fördern und landwirtschaftliche Systeme widerstandsfähiger gestalten lassen.
© OL, Hochschule Anhalt
Die positiven Effekte von Körnerleguminosen im Ackerbau sind seit Langem bekannt. Bereits 1886 beschrieb Prof. Hellriegel am Standort Bernburg die Symbiose zwischen Erbsenpflanzen und Knöllchenbakterien. Dennoch bleiben die Anbauflächen bislang begrenzt, da Erträge häufig schwanken und importierte Eiweißträger den Markt beeinflussen.
Im Rahmen des landesweiten Verbundprojekts „DiPisum“ wird das Ziel verfolgt, Sachsen-Anhalt als Zentrum für die Produktion von Erbseneiweiß zu etablieren. Vorgestellt werden Untersuchungen zu Winterformen, klimaangepassten Sorten sowie zum Einsatz von Biostimulanzien. Erste Ergebnisse aus Bernburg weisen auf Möglichkeiten hin, die Attraktivität des Erbsenanbaus zu steigern.
Ergänzend werden weitere Körnerleguminosen betrachtet, die unter veränderten Klimabedingungen an Bedeutung gewinnen könnten. Dazu zählen auch Ansätze zur stärkeren Integration von Sojabohnen in die landwirtschaftliche Praxis. Ergebnisse aus mehrjährigen Versuchen sowie Kooperationen mit der LLG Bernburg fließen in die Darstellung ein.
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Die Klimaerwärmung führt zu veränderten Stressphasen im Vegetationsverlauf landwirtschaftlicher Kulturen. Insbesondere im Frühjahr zeichnet sich im mitteldeutschen Trockengebiet eine zunehmende Trockenperiode ab.
Als mögliche Anpassungsstrategien werden unter anderem der verstärkte Anbau von Winterkulturen, der Einsatz später entwickelnder Arten sowie generell Kulturen mit geringerem Wasserbedarf betrachtet. Grundlage bilden Ergebnisse aus den Projekten „Aklimat“ (BMEL) und „VegPro Hirse“ (EFRE).
Im Fokus stehen klimaangepasste Kulturen wie Winterdurum und Körnerhirse. Erste Versuchsergebnisse, auch in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben, zeigen positive Perspektiven. Ergänzend werden Nischenkulturen vorgestellt, die zur Diversifizierung von Fruchtfolgen beitragen und die Resilienz landwirtschaftlicher Systeme stärken können.
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Die Kombination landwirtschaftlicher Nutzung mit der Erzeugung erneuerbarer Energien wirft zahlreiche Fragen für Betriebe, Kommunen und Energieunternehmen auf. Im EFRE-Projekt „Forschungszentrum für Agri-PV“ werden entsprechende Lösungsansätze entwickelt.
Ziel ist es, die landwirtschaftliche Produktion mit der Gewinnung von grünem Strom zu verbinden und gleichzeitig die Biodiversität durch gezielte Maßnahmen wie Blühstreifen zu fördern. Erste Ergebnisse zeigen, dass geringere Erträge durch Verschattungseffekte wirtschaftlich durch die Stromproduktion ausgeglichen werden können.
Zusätzliche Streifen mit angepassten Wildkräutermischungen tragen nachweislich zur Förderung von Flora und Fauna bei. Ergänzend besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Exkursion die Versuchsanlagen der Hochschule Anhalt zu besichtigen.
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Digitale Technologien, moderne Sensorik und Künstliche Intelligenz prägen zunehmend den Pflanzenbau der Zukunft. Die präsentierten Inhalte basieren auf den Projekten „DiPredict“ (EFRE) und „Transform“ (BMLEH).
Zu den zentralen Exponaten zählen Drohnen, der Phenotruck-AI als mobiles, digital ausgestattetes Labor sowie ein modularer Technikträger für den Sensoreinsatz im Feld. Ergänzt wird die Ausstellung durch Anwendungen moderner KI-Technologien sowie durch einen Feldversuch, der die Datenerhebung und -auswertung veranschaulicht.
Auch virtuelle Technologien kommen zum Einsatz und zeigen Möglichkeiten in Planung und Wissenstransfer auf. An mehreren Stationen wird der digitale Workflow – von der Datenerfassung über die Analyse bis hin zur Entscheidungsunterstützung und automatisierten Umsetzung – nachvollziehbar dargestellt.
Gleichzeitig geben die Inhalte Einblick in Studienmodule wie „Digitale Technologien in der Pflanzenproduktion“, „Precision Farming“ und „Landtechnik“. Das KI-Tool AgriChat steht exemplarisch für Kompetenzen, die im Studiengang AI Engineering mit agrarischer Spezialisierung erworben werden können.
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Gebietseigene Wildpflanzen leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften. Vorgestellt werden mehrjährige Blühmischungen für den Einsatz auf Ackerflächen, die Bestäuber und Nützlinge unterstützen und gleichzeitig den Erosionsschutz verbessern.
Die Maßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt entwickelt und werden kontinuierlich weiter betreut. Darüber hinaus werden Ansätze für Weinberge, artenreiche Wegraine sowie extensives Grünland präsentiert.
Solche Maßnahmen tragen nicht nur zur Artenvielfalt bei, sondern erhöhen auch die Klimaresilienz landwirtschaftlicher Flächen. Ein Demo-Schaugarten bietet die Möglichkeit, Pflanzenkenntnisse zu vertiefen und verschiedene Arten kennenzulernen. Ergänzend stehen Informationen zu geeigneten Maßnahmen und zur Pflanzenauswahl für unterschiedliche Nutzungssysteme zur Verfügung, auch im Hinblick auf Anforderungen wie die Ökoregelung 5 (Ergebnisorientierte extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen - Nachweis von regionalen Kennarten).
Für das mitteldeutsche Trockengebiet stellt die Verfügbarkeit von Wasser eine zentrale Herausforderung im zukünftigen Pflanzenbau dar. Steigende Verdunstungsraten und rückläufige Niederschläge im Zuge der Klimaerwärmung verschärfen die Situation zusätzlich.
Anhand von Bodensonden wird der Verlauf der Bodenfeuchte für unterschiedliche Fruchtarten und Anbauverfahren sichtbar gemacht. Typische Entwicklungen der nutzbaren Feldkapazität im Vegetationszeitraum verdeutlichen, wie sich Risiken durch Trockenphasen mithilfe angepasster Fruchtfolgen reduzieren lassen.
Darüber hinaus werden auf Basis unterschiedlicher Wasserverbräuche verschiedene Ansätze für einen wassersparenden Pflanzenbau aufgezeigt. Auch der Zwischenfruchtanbau unter trockenen Standortbedingungen wird einbezogen. Die Darstellung erfolgt anhand von sechs Varianten, die die Verläufe der nutzbaren Feldkapazität auf dem Versuchsfeld abbilden.