Hochschule Anhalt mit innovativen Themen im Bereich agra-Campus am Start
Vom 9. bis 12. April 2026 findet die agra Messe Leipzig - die Landwirtschaftsausstellung in Mitteldeutschland statt. Abgebildet wird das komplette Programm land- und forstwirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen.
Der agra-Campus ist die zentrale Präsentationsfläche der agra Landwirtschaftsausstellung für Fach- und Hochschulen sowie Universitäten. Als zentrales Element zur Förderung der landwirtschaftlichen Bildung und Ausbildung sowie als berufsberatende Plattform entstehen Berührungspunkte mit dem Agrarsektor. Wissenstransferangebote und Forschungsprojekte geben Einblicke in die Praxis, es werden Berufsperspektiven vorgestellt sowie Ausbildungs-, Karriere- und Kooperationspartner präsentiert.
Der Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung ist wiederholt mit folgenden innovativen Themen in Halle 2/D 23 am Start:
© HS Anhalt/LOEL/AG Prof. Scholz
Precision Livestock Farming und Automatisierung
Hintergrund
Precision Livestock Farming (PLF) und auch die Lösungen sowie Ideen für die Automatisierung der Tierhaltung zeigen die Innovationskraft der Tierproduktion. Diese Systeme sollen für eine weitere Optimierung von Abläufen, die Einsparung von Ressourcen und auch für die Unterstützung im Management der Tierbestände genutzt werden. Besonders wertvoll scheinen hier aber die tierindividuellen Sensoren zu sein, die neben der Tierbeobachtung (24/7) auch eine Gesundheitsüberwachung umsetzen können. In den aktuellen Untersuchungen und Studien der Hochschule Anhalt (FB LOEL) stehen dabei die Milchkühe und Sauen, aber auch zunehmend die extensiveren Haltungssysteme wie die Schafe und die Mutterkühe sowie Mastrinder im Fokus. Aktuelle Fragestellungen werden aber auch im Bereich der Geflügelhaltung bearbeitet.
Ergebnisse
In Fütterungsversuchen mit Milchkühen, Sauen und Mastschweinen wurden bisher zahlreiche Systeme zur Beschreibung der Auswirkungen auf die Tierindikatoren und die Tiergesundheit genutzt. Für die Mutterkuhhaltung werden derzeit Systeme wie SenseHub (MSD Deutschland),
SMATEX (smaXtec animal care GmbH) oder auch verschiedene GPS-Systeme erprobt. In Kombination mit zahlreichen Tierindikatoren konnten zum Beispiel mittels SenseHub sehr gut die Auswirkungen von Hitzestress auf das Verhalten der Mutterkühe nachgewiesen werden. Aber auch Umstellungen in der Fütterung und im Management der Herden können dabei im Monitoring begleitet und überwacht werden.
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© HS Anhalt/LOEL/AG Prof. Schlegel
Beschreibung der Qualität von Eiern
Hintergrund
Die Leistung von Legehennen verändert sich im Verlauf einer Legeperiode. Die Eier werden in ihrer Anzahl weniger und schwerer, die Eischale parallel dünner. Damit kann sich auch die Bruchfestigkeit und damit die Vermarktungsfähigkeit verändern. Im Hühnermobil der Hochschule Anhalt wurden 2025 zwei Genetiken an Legehennen gehalten (ökologisch vs. konventionell). Für die Bewertung der sich ändernden Qualität der Eier wurden jede Woche je 5 Eier jeder Genetik auf Gewicht, Formindex, Eiklar und Eidotter in Höhe und Breite, Blutflecken, Eifarbe, Inhaltsstoffe, Schalendicke und Ca-Gehalt in der Schale untersucht.
Ergebnisse
Die Gewichte der Eier als auch der Eischale nehmen im Verlauf der Legeperiode von Lebenswoche (LW) 24 bis Lebenswoche 55 zu. Das Gewicht der Eier steigt um etwa 17g und erhöht sich von einem mittleren Gewicht von 52,6g (LW 24) auf ein mittleres Gewicht von 69,3g in LW 55. Parallel dazu steigt auch das Gewicht der Eischale von 6,8g (LW24) auf 8,9g (LW55) an. Diese Anstiege sind völlig normal. Mit dieser Entwicklung erhöht sich aber das Risiko einer dünneren Schale. Die Schalendicke liegt im Mittel bei 0,3mm. Die Schalen der Hennen der konventionellen Genetik sind zu Beginn deutlich dicker als die Schalen der Hennen der ökologischen Genetik. Im Verlauf der Legeperiode nähern sich beide Werte an. Die tiefsten Werte wurden mit 0,15mm bei einer Henne der ökologischen Genetik erfasst. Je dünner die Schale, desto bedeutender ist der Gehalt an Calcium in der Schale. Diese Untersuchungen stehen noch aus, bieten aber die Grundlage für Ableitungen für das Management einer Herde.
Die Farbe des Eidotters variiert zwischen 7 (blass) bis 15 (orange). Unterschiede zwischen den Genetiken bestehen nur geringgradig. Blutflecken treten signifikant öfter bei den Hennen der konventionellen Genetik auf (1,2 vs. 0,4). Im Maximum wurden 13 (konventionell) bzw. 4 (ökologisch) erreicht.
Ausblick
Die begleitenden Analysen der Eier liefern wertvolle Hinweise zu deren Qualität. Speziell Abweichungen abseits der erwartbaren Veränderungen in der Legeperiode können frühzeitig Hinweise auf gesundheitliche Beschwerden bei den Tieren liefern.
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© HS Anhalt/LOEL/AG Prof. Knauer
Begleitung digitaler Transformationsprozesse
Das Wasser wird knapper, das Wetter unbeständiger, der Dünger teurer, die Bürokratie zeitintensiver und der internationale Wettbewerb härter: die Landwirtschaft in Deutschland steht vor immensen Herausforderungen, bei deren Bewältigung neue digitale Werkzeuge helfen können. Der landwirtschaftliche Betrieb der Zukunft muss daher durchgängig digitale Technologien nutzen und mit vor- und nachgelagerten Produktionsbereichen umfassend vernetzt sein.
Das Forschungsvorhaben TRANSFORM zielt auf die reibungslose Transformation bestehender Betriebssysteme in einen Zukunftsbetrieb. Schwerpunkte liegen in der engen Verzahnung von ökonomischer und ökologischer Perspektive, der regional besonders relevanten Frage nach neuartigen Bewässerungsstrategien, der Weiterentwicklung des Pflanzenschutzes unter Nutzung digitaler Technologien, der logistischen Optimierung von Prozessen sowie der Förderung der Artenvielfalt und damit zusammenhängenden Erhöhung der Effektivität von Ökosystemleistungen. Smart Transformation Labs an den Standorten Magdeburg und Bernburg dienen dem Wissenstransfer und machen digitale Technologien in der Landwirtschaft erlebbar.
Detaillierte Informationen zum Projekt
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Prof. Dr. Uwe Knauer
Messeimpressionen agra 2026