agra 2022

Hochschule Anhalt mit innovativen Themen im Bereich agra-Campus am Start

Vom 21. bis 24. April 2022 präsentieren sich zur agra 2022 auf der Leipziger Messe nach einem Jahr pandemiebedingter Verzögerung mehr als 1.000 Aussteller auf rund 110.000 m2. Die diesjährige agra bietet in gewohnter Weise ein umfassendes Ausstellungs- und Rahmenprogramm mit Sonderschauen zu den Themen der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft.

Der agra – Campus ist die zentrale Präsentationsfläche der agra Landwirtschaftsausstellung für  Fach- und Hochschulen sowie Universitäten. Der Fachbereich Landwirtshaft , Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung ist wiederholt in Halle 2/D15 mit folgenden innovativen Themen am Start:

  • Mineralstoffversorgung bei Fleischrindern
    Bild: Gute Mineralstoffversorgung bei Fleischrindern


    Hintergrund

    Die bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung von Mutterkühen ist mit dem Blick auf die Sicherung der Tiergesundheit, der tierge­rechten Versorgung und die Fruchtbarkeit der Tiere bedeutsam, denn eine lange Nutzungsdauer der Mutterkühe ist für eine nachhaltige Tierhaltung essentiell (ROFFEIS und MÜNCH, 2007). Unter deutschen Bedingungen mit einer zunehmenden Extensivierung der Weideflächen wird sowohl die Abschätzung der Futteraufnahme vom Grünland als auch die Bestimmung der Energie- und Nährstoffgehalte sowie die Ermittlung der Mineralstoffe schwieriger, denn die Angaben der GfE (2001) sind je kg TM des Futters unter Beachtung einer vorgegebenen TM-Aufnahme ausgewiesen, die unter extensiven Weidebedingungen nicht immer erreicht werden kann. In einer Praxiserhebung in Mutterkuhherden wurden verschiedene Medien zur Bestimmung der Versorgungslage der Tiere bewertet. Die Leberbiopsie stellt dabei den besten Standard dar, da die Leber als Speicherorgan fungiert.

    Zielstellungen  

    Zur Abschätzung der Versorgungslage von Mutterkühen in Bezug auf die Mengen- und Spurenelemente wurden seit dem Jahr 2020 in 12 Herden jeweils am Ende der Weideperiode und der Stallperiode in den Medien Kot, Harn, Blut, Haare und der Leber die Konzentration der Elemente bestimmt. Zur Beschreibung der Perioden wurden in der Weideperiode von Mai bis September monatlich Kot- und Futterproben und in der Winterfütterung mindestens 3x diese Proben analysiert. Dabei stehen folgende Fragestellungen im Fokus:

    1. Kann der Gehalt ausgewählter Mengen- und Spurenelemente in der Leber zur Beschreibung der Versorgungslage der Tiere am Ende der Weide- und der Stallperiode dienen?
    2. Wie hoch ist die Übereinstimmung zwischen den beobachteten Gehalten in der Leber und der anderen analysierten Medien der Kühe wie Kot, Harn, Blut oder Haaren? 
    3. Können Auswirkungen einer differenzierten DCAB der TMR auf die Ausschei­dungen der Mengen- und Spurenelemente bei den Mutterkühen über Kot und Harn ermittelt werden und wird die NSBA nachhaltig verändert?

    Aus den Ergebnissen sollen erste Anhaltspunkte zur Bewertung der Versorgungslage der Mutterkühe in Bezug auf den Mineralstoffhaushalt abgeleitet werden.  

    Kontakt:

    Prof. Dr. Heiko Scholz

  • Luzerne in der Milchviehfütterung


    Hintergrund

    Auch wenn Luzerne bei den Trockenmasse- und Energieerträgen insbesondere dem Silomais unterlegen ist, gibt es Gründe diese Futterpflanze, dort wo die Standortbedingungen passen, anzubauen. Für die Luzerne sprechen ackerbauliche Aspekte wie Fruchtfolgelockerung und gute Vorfruchtwirkung sowie Bodenauf­schluss, Erosionsminderung und phytosanitäre Effekte. Insbesondere für nieder­schlags­arme Gebiete kann die gegenüber Ackergras höhere Ertragssicherheit ein Vorteil sein. Aus Erntemengen und aus den vergleichsweise hohen Proteingehalten der Luzerne resultieren dann entsprechende gute Erträge an Grobfutterfutterprotein. Die Ertragsüberlegenheit sowie die mehrjährige Nutzung, durch die sich die Arbeitserledigungskosten reduzieren sowie auch der Verzicht auf N-Düngung ermöglichen günstige Produktionskosten je Mengeneinheit Futter und Rohprotein. Interessant kann der Anbau auch aufgrund der möglichen Einbeziehung in die ökologische Vorrangflächen (Greening) sein.    

    Zielstellungen

    Im Rahmen eines Futterwert­monitorings der Hochschule Anhalt in Zusammenarbeit mit dem ZTT Iden der LLG Sachsen-Anhalt zu unterschiedlich konservierten Luzernefuttermitteln aus den Praxisbe­trieben ergaben sich dabei folgende Fragestellungen:

    1. Welche UDP-Gehalte können in den Konservaten der Luzerne ermittelt werden und welche Verfahren zeichnen sich dabei besonders aus?
    2. Können Effekte unterschiedlicher Konservierungsvarianten der Luzerne (nach Möglichkeit später Ergänzung durch Rotklee) im Vergleich zum Ausgangsmaterial oder dem Erntegut ermittelt werden?
    3. Prüfung möglicher Konservierungserfolge in der Erzeugung der Silagen unter Beachtung der TM-Gehalte und des Einsatzes von Siliermitteln?
    4. Kann die Luzerne und deren Konservate einen Beitrag zu Verbesserung der Strukturwirkung von Milchviehrationen, der Re­du­zierung des Risikos subklinischer Azidosen und zu einer Verbesserung der Tiergesundheit leisten? Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen und Beratungsgrundlagen erarbeitet werden, um die Sicherung der einheimischen Eiweißquellen zu forcieren. 

    Kontakt:

    Prof. Dr. Heiko Scholz

Messeimpressionen agra 2022

  • Messeimpressionen agra 2022 © Hochschule Anhalt/FB LOEL/Heiko Scholz
  • Messeimpressionen agra 2022 © Hochschule Anhalt/FB LOEL/Heiko Scholz
  • Messeimpressionen agra 2022 © Hochschule Anhalt/FB LOEL/Heiko Scholz
  • Messeimpressionen agra 2022 © Hochschule Anhalt/FB LOEL/Heiko Scholz
  • Messeimpressionen agra 2022 © Hochschule Anhalt/FB LOEL/Heiko Scholz