Hochschule Anhalt mit mehreren innovativen Themen auf dem Campus-Bereich dabei
Die EuroTier ist die Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management. Die führende Innovationsplattform der globalen Tierhaltungsbranche bietet einen Überblick der Innovationen und etablierten Standards. Sie liefert Antworten und Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.
Der Fachbereich Landwirtschaft/Ökotrophologie/ Landschaftsentwicklung der Hochschule Anhalt ist im Campusbereich in Halle 13/F55 mit mehreren Exponaten vertreten:
© HS Anhalt/LOEL/AG Prof. Scholz
Methan-Ausscheidungen bei Mutterkühen
Hintergrund
Methan ist ein Treibhausgas, wobei bis zu 11 % des anthropogenen Methans aus der Tierhaltung stammen. Dabei wird der Fleischrinderhaltung weltweit der größte Anteil zugeschrieben (PICKERING et al., 2015). Unter deutschen Bedingungen kann die Reduktion des Methans auf 2 Wegen erfolgen: [1] Verminderung der Tierbestände oder [2] Senkung des Methanausstoßes je Tier und Zeiteinheit. Als direkte Emission auf den Landwirtschaftsbetrieben (Scope 1) muss dieser Ausstoß bilanziert und optimiert werden, was auch Ansatz der letzten Jahre war.
Ergebnisse
Die Messungen der letzten Jahre erfolgten immer mittels Methan-Detektor. Für die Erarbeitung von Ansatzpunkten für die betriebliche Optimierung wurde eine Mutterkuh-Herde gewählt, die 3 Monate Trockenstehzeit der Mutterkühe aufweist, dann 4 Monate unter den Bedingungen der Winterfütterung (TMR-Versorgung) gehalten wurde und dann von Mai bis September (5 Monate) das Grünland nutzt. Zwischen den verschiedenen Phasen der Reproduktion sind die Emissionen an Methan je Tag als gering einzustufen.
In der Summe kann damit eine Methan-Menge je Mutterkuh von etwa 90 kg Methan je Kuh und Jahr abgeleitet werden. Nun sollen weiterhin verschiedene Stufen der Extensivierung des Grünlandes und deren Effekt auf die Methan-Ausscheidungen der Mutterkühe geprüft werden. Am Ende können betriebliche Strategien oder Ansatzpunkte für eine Reduzierung angedacht werden.
Kontakt:
© HS Anhalt/LOEL/AG Prof. Scholz
Ganzpflanzensilage aus Körnerleguminosen
Hintergrund
Eine hohe Grundfutteraufnahme der Milchkühe aus Gras- und Maissilagen ist für die Gesundheit, die Ökonomie und die Nachhaltigkeit des Verfahrens essentiell. Daneben werden eiweißreiche Konservaten von Luzerne oder Klee-Gras-Gemengen eingesetzt, um den Zukauf von Eiweißfuttermitteln zu reduzieren. In den letzten Jahren ist dabei das Interesse auch an Ganzpflanzensilagen aus Körnerleguminosen (Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen, etc.) angestiegen. Werden Körnerleguminosen als Silagen genutzt, dann muss eine Ernte mittels Direktschneidwerk (ohne Anwelken) erfolgen. Damit kommt dem optimalen TM-Gehalt zur Ernte eine besondere Bedeutung zu. Hier setzte das Vorhaben an, um weiterführende Aussagen zur Entwicklung des TM-Gehaltes, des Ertrages, des Energie- und Nährstoffgehaltes sowie der Silier-Eignung zu erarbeiten.
Ergebnisse
Im Jahr 2024 wurden Erbsen, Ackerbohnen und Weiße Lupinen ab Juni bis zur Abreife der Pflanzen im zweiwöchentlichen Abstand beprobt und siliert. Im Ergebnis des ersten Jahres zeigte sich, dass der optimale Zeitpunkt der Ernte und Silierung bei einem TM-Gehalt der Ganzpflanzen zwischen 30-50 % liegen sollte. So wurden bei den Weißen Lupinen ein TM-Ertrag von 121 dt TM je ha und ein Eiweißertrag von im Mittel 23,8 dt XP je ha ermittelt. Nach der Silierung über mehr als 100 Tage konnte dabei ein TM-Verlust von unter 5 % nachgewiesen werden.
Fütterungsversuch Milchkühe
Ein Fütterungsversuch mit dem ZTT Iden (LLG Sachsen-Anhalt) zeigte, dass die TM-Aufnahme und die wesentlichen Leistungs- und Tiergesundheitskennzahlen beim Austausch von 4-5 kg TM Luzerne gegen die vergleichbare Menge an Lupinen-GPS keine Unterschiede zwischen den geprüften Varianten aufwiesen. Auch zeigte sich, dass die Verdaulichkeit der NDF zwischen der TMR mit Luzerne (73,8 %) und der TMR mit der Lupinen-GPS (74,3 %) auf einem gleichen Niveau lag.
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© Prof. Dr. Kathleen Schlegel
Beschreibung der Qualität von Eiern am Beispiel des Eiklars im Verlauf einer Legeperiode
Hintergrund
Die Qualität der Eier unterliegt im Verlauf der Legeperiode verschiedenen Veränderungen. So nimmt die Anzahl der Eier ab, während die Gewichte ansteigen. Die Höhe des Eiklars unterliegt ebenfalls Veränderungen, sie nimmt tendenziell mit zunehmendem Alter der Hennen ab.
Die Frische der Eier wird in Haugh Units (HU) angegeben. Dies ist der internationale Standard zur Beurteilung der Eiklarqualität. In die Formel zur Berechnung gehen vor allem das Gewicht des Eies und die Höhe des Eiklars 1cm seitlich des Eidotters mit ein. Nach USDA -Einteilung sind HU-Werte >72 als Güteklasse AA und HU-Werte von 71 - 60 als Güteklasse A einzustufen. Unter einem HU-Wert von 60 dürfen die Eier nicht in den Einzelhandel abgegeben werden.
Im Hühnermobil der Hochschule Anhalt wurden 2025 zwei Genetiken an Legehennen gehalten (Lohmann Tradition und ÖTZ Coffee). Für die Bewertung der Produktqualität wurden jede Woche je 5 Eier jeder Genetik an Tag 1 nach dem Legen im Labor der Hochschule Anhalt untersucht.
Ergebnisse
Das Gewicht der Eier erhöhte sich im Verlauf der Legeperiode von 52,6g (LW 24) auf 69,3g (LW 55). Die mittlere Höhe des Eiklars lag bei 6,8mm, verringerte sich dabei aber von 8,1mm (LW 21) auf 4,9mm (LW 55). Dieser Abfall war nicht linear, sondern schien mit dem Gesundheitszustand der Hennen in Verbindung zu stehen. Die Frische der Eier nahm mit steigendem Alter ab, aber nicht kontinuierlich. Die HU-Werte betrugen im Mittel 79 und bewegten sich zwischen 100 zu Beginn und 62 zum Ende der Legeperiode. In der Abbildung kann der Zusammenhang zwischen der Höhe des Eiklars und den HU-Werten gut nachvollzogen werden.
Kontakt:
Prof. Dr. Kathleen Schlegel