Hochschule Anhalt mit mehreren innovativen Themen auf dem Campus-Bereich dabei
Die EuroTier ist die Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management. Die führende Innovationsplattform der globalen Tierhaltungsbranche bietet einen Überblick der Innovationen und etablierten Standards. Sie liefert Antworten und Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.
Der Fachbereich Landwirtschaft/Ökotrophologie/ Landschaftsentwicklung der Hochschule Anhalt ist im Campusbereich in Halle 13/F59 mit mehreren Exponaten vertreten:
Hintergrund
Die im Jahr 2020 veröffentlichte „PraeRi-Studie“ zeigte die deutliche Variation in der Bewertung der Tiergerechtheit der Milchproduktion,
wobei die Problemfelder Klauen und auch Kälber besonders herausgestellt wurden. Sie konnten zeigen, dass in den Betrieben der östlichen Bundesländer ein Anteil an lahmen Kühen
von durchschnittlich 39,4 % ermittelt wurden (HOEDEMAKER, 2020). In den Milchviehbetrieben Sachsen- Anhalts konnten im Rahmen der Erarbeitung der Checkliste für die Bewertung der Tiergerechtheit in
den Jahren 2015 und 2016 auch ein Anteil von über 30 % ermittelt werden (SCHOLZ et al., 2016).
Zusätzlich zu den Bewertungen machen die Abgangsursachen für Klauen- und Gliedmaßen auch 10-15 % der Gesamtabgänge aus (RÖMER, 2019). Als Ursache für Erkrankungen
der Klauen können verschiedene Faktoren der Tiere und der Umwelt angeführt werden, insbesondere das Haltungssystem und die Fütterung der Kühe. Neben den
azidotischen Belastungen kann auch der Verlauf der Körperkondition als Ursache für Klauenprobleme angeführt werden. Hier soll das Projekt ansetzen und neben den
Bewertungen der Klauen und Gliedmaßen auch die Fütterung sowie den Verlauf von BCS und RFD analysieren.
Zielstellung
Ziel ist es, die Effekte von tier- und umweltassoziierten Einflußfaktoren zu beschreiben und damit die Nutzungsdauer der Kühe und eine weitere Optimierung der Tiergerechtheit
der Milchproduktion zu fördern.
Kontakt:
Hintergrund
Mutterkühe werden teilweise ganzjährig außen gehalten. Dabei sind sie verschiedenen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Durch die normalen Abläufe der Verdauung (vor allem im Pansen) und z. B. durch die
Milchbildung wird ausreichend Wärme produziert, was einer Unterkühlung entgegenwirkt. Aber der Verlust an Wärme über die Körperoberfläche ist von verschiedenen
Faktoren abhängig, die tierbezogen (z. B. von der Energieversorgung, der Lebendmasse, der Körperkondition, der Ausprägung des Winterfells und
vom Verhalten) und Umwelt bezogen sein können (z.B. Regen, Umgebungstemperatur und Windgeschwindigkeit). Für die Bewertung von „Kälte-Stress“ bei der
Winteraußenhaltung sollen hier verschiedene Indikatoren abgeleitet und in die Praxis überführt werden.
Zielstellungen
Für die derzeit laufenden und auch perspektivisch weitergeführten Datenerfassungen sowie Untersuchungen stehen
dann folgende Fragestellungen im Vordergrund:
- Wie kann ein potentieller Kälte-Stress bei Mutterkühen oder auch Fleischrindern erfasst werden und welche Kennzahlen eignen sich dazu für die praktische Umsetzung?
- Wie werden verschiedene strukturierte Liegematten auf der Winterkoppel von den Mutterkühen angenommen und welche Anforderungen sind daraus für die Praxis abzuleiten?
- Welche Möglichkeiten kann der Tierhalter ergreifen, um bei ungünstigen Wetterlagen die Sicherung der Tiergerechtheit und der Gesundheit der Tiere zu sichern?
Insgesamt sollen aus den Untersuchungen dann praktische Ableitungen für die Bewertung der Winteraußenhaltung der Mutterkühe und Fleischrinder beschrieben werden. Im
Rahmen des Vorhabens sollen dann auch Tierindikatoren und Indikatoren des Haltungssystems definiert werden, die zur Eigenkontrolle der Tierhalter genutzt werden können.
Kontakt:
Hintergrund
MULLER und BOTHA (2016) beschrieben die thermoneutrale Zone für Milchkühe bei – 5°C bis + 21°C und diese wird vor allem durch die direkte oder indirekte Sonneneinstrahlung beeinflusst. Dabei sollte bei Hitzestress
immer nach Langzeiteffekten und nach kurzfristigen Effekten unterschieden werden. Nach der TierSchNTHV § 3 Absatz 2 Nr. 3 gilt: „Haltungseinrichtungen
müssen so ausgestattet sein, dass den Tieren, soweit für den Erhalt der Gesundheit erforderlich, ausreichend Schutz vor widrigen Witterungseinflüssen geboten
wird.“ Auch im Tierschutzgesetz wird im § 2 gefordert, dass Tiere verhaltensgerecht unterzubringen sind. Aber auch die Europarats-Empfehlung aus dem
Jahre 1988 fordert auf Weide „ohne natürlichen Schutz oder ohne Schatten“, dass ein künstlicher Schutz gegen
Witterungseinflüsse anzubieten ist.
Zielstellungen
Die Weidehaltung von Wiederkäuern wird gesellschaftlich zunehmend gefordert und als eine tiergerechte Haltungsform beschrieben. Mutterkühe und deren Kälber sowie die
Masttiere der Fleischrinderrassen werden in der Weideperiode auch auf Grünland gehalten, wobei hier nicht immer ein natürlicher Schatten oder eine Schutz-Einrichtung vorzufinden
ist. Dabei ergeben sich folgende Fragestellungen:
- Wie entwickeln sich die Temperatur an der Körperoberfläche bei einem zunehmendem THI während der Weideperiode?
- Welche Veränderungen im Verhalten von Mutterkuhherden können bei kurzen oder auch langanhaltenden Hitzeperioden beobachtet werden?
- Welche Kennzahlen sind für die Überwachung und das Monitoring der Herden der Mutterkühe nutzbar und sicher einsetzbar?
- Welche Änderungen in der Futter- und Wasseraufnahme lassen sich dabei beschreiben und können diese Veränderungen über Kot- oder Harn-Analysen beschrieben werden?
- Welche Wechselwirkungen lassen sich zwischen Futteraufnahme, Qualität des Weidefutters, Veränderungen im Verhalten der Mutterkühe und der Leistung der Absetzer bis zum Herbst ermitteln?
Kontakt:
Hintergrund
Sauen erhalten in der Regel eine standardisierte Ration mit einem in der Regel optimierten Gehalt an Mengen- und Spurenelementen. Über die Analyse der
Rationen kann diese nutritive Versorgungslage auch sehr gut wiedergespiegelt werden. Für die metabolische Versorgungslage müssen allerdings die antagonistischen
Wirkungen und die Umsetzbarkeit im Stoffwechsel mitberücksichtigt werden. In den bisherigen Untersuchungen an Milchkühen und auch Mutterkühen
konnte der Gehalt an Mengen- und Spurenelementen im Kot der Tiere als gut geeigneter Indikator für die Versorgungslage identifiziert werden.
Zielstellung
Für die derzeit laufenden und auch perspektivisch weitergeführten Analysen und das Monitoring in den Sauenbeständen
stehen dann folgende Fragestellungen im Vordergrund:
- Welcher Zusammenhang kann zwischen den Gehalten an Mengen- und Spurenelementen im Futter der Sauen und den Gehalten im Kot der Tiere ermittelt werden?
- Können zwischen den Phasen der Tragezeit und der Laktation der Sauen Unterschiede in den Ausscheidungen an ausgewählten Mengen- und Spurenelementen beobachtet werden?
- Kann die Analyse des Kotes der Sauen für ein Monitoring der Versorgungslage der Tiere genutzt werden?
Insgesamt sollen aus den Untersuchungen dann praktische Ableitungen für das Monitoring der Versorgungslage der Sauen mit Mineralstoffen beschrieben werden. Neben einer ausreichenden
Versorgung mit Mengen- und Spurenelementen sollen aber auch über die Analyse der Kotproben antagonistische wirkende Elemente identifiziert werden, die zum Beispiel
über das Tränkwasser aufgenommen werden können.
Kontakt: