EuroTier 2022

Hochschule Anhalt mit mehreren innovativen Themen auf dem Campus-Bereich dabei

Die EuroTier ist die Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management. Die führende Innovationsplattform der globalen Tierhaltungsbranche bietet einen Überblick der Innovationen und etablierten Standards. Sie liefert Antworten und Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

Der Fachbereich Landwirtschaft/Ökotrophologie/ Landschaftsentwicklung der Hochschule Anhalt ist im Campusbereich in Halle 26/C21 mit mehreren Exponaten vertreten:

  • Silierung von Luzerne


    Hintergrund

    Die Luzerne, auch als „Königin der Futterpflanzen“ bezeichnet und oft auch seitens des Anbaus als „Diva der Futterpflanzen“ tituliert, gewinnt in den letzten Jahren vor allem aus Sicht der betrieblichen Versorgung mit einheimischen Eiweißpflanzen eine verstärkte Beachtung. Für die Luzerne sprechen ackerbauliche Aspekte wie Frucht­folgelockerung und gute Vorfruchtwirkung sowie Bodenaufschluss, Erosions­minderung und phytosanitäre Effekte. Insbesondere für niederschlags­arme Ge­biete kann die gegenüber Ackergras höhere Ertrags­sicherheit ein Vorteil sein. Aus Erntemengen und aus den vergleichsweise hohen Proteinge­halten der Luzerne resultieren dann entsprechende gute Erträge an Grobfutterfutterprotein. Die Er­trags­überlegenheit sowie die mehrjährige Nutzung, durch die sich die Arbeits­erledigungskosten reduzieren sowie auch der Verzicht auf N-Düngung ermöglichen günstige Produktionskosten je Mengeneinheit Futter und Rohprotein. Interessant kann der Anbau auch aufgrund der möglichen Einbeziehung in die ökologische Vorrangflächen (Greening) sein. Neben den ackerbaulichen Gesichtspunkten wird aber oft die Silierung der Luzerne aufgrund des geringen Zuckergehaltes und der hohen Pufferkapazität als kritisch betrachtet. Hier setzt die Untersuchung an und vergleicht in den verschiedenen Schnittzeitpunkten den Effekt von ausgewählten Siliermitteln und einer unbehandelten Kontrolle auf den Siliererfolg und die Gärprodukte.

    Zielstellungen

    Im Rahmen der Untersuchungen sollen folgende Zielstellungen bearbeitet werden:

    1. Welcher Energie- und Nährstoffgehalt kann bei den verschiedenen Schnittzeit­punk­ten der Luzerne ermittelt werden und können für die Aussaatstärke und die Sorte unter den gegebenen betrieblichen Bedingungen Effekte ermittelt werden?

    2. Welche Pufferkapazität und welcher Gehalt an wasserlöslichen Kohlenhydraten weist das Ausgangsmaterial vor der Silierung auf und welche Effekte können dabei beschrieben werden?

    3. Wird das Gärsäure-Muster der silierten Luzernesilagen durch den Einsatz von Siliermitteln im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrolle verändert und welche Ableitungen lassen sich daraus für die Praxis erarbeiten?

    Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen für die Luzerne-anbauenden Betriebe abgeleitet werden und ein weiterer Beitrag zur Stabilisierung der Futterqualitäten beigetragen werden.

    Kontakt:

    Prof. Dr. Heiko Scholz

  • Bewegungsverhalten von Milchkühen


    Hintergrund

    Die im Jahr 2020 veröffentlichte „PraeRi-Studie“ zeigte die deutliche Variation in der Bewertung der Tiergerechtheit der Milchproduktion, wobei die Problemfelder Klauen und auch Kälber besonders herausgestellt wurden. Sie konnten zeigen, dass in den Betrieben der östlichen Bundesländer ein Anteil an lahmen Kühen von durchschnittlich 39,4 % ermittelt wurden (HOEDEMAKER, 2020). In den Milchviehbetrieben Sachsen-Anhalts konnten im Rahmen der Erarbeitung der Checkliste für die Bewertung der Tiergerechtheit in den Jahren 2015 und 2016 auch ein Anteil von über 30 % ermittelt werden (SCHOLZ et al., 2016). Zusätzlich zu den Bewertungen machen die Abgangsursachen für Klauen- und Gliedmaßen auch 10-15 % der Gesamtabgänge aus (RÖMER, 2019). Als Ursache für Erkrankungen der Klauen können verschiedene Faktoren der Tiere und der Umwelt angeführt werden. In besonderem Maße werden hier die Haltungssysteme und die Fütterung der Kühe benannt. Neben den azidotischen Belastungen durch die Fütterung kann auch der Verlauf der Körperkondition als Ursache für Klauenprobleme angeführt werden. Hier soll das Projekt ansetzen und neben den Bewertungen der Klauen und Gliedmaßen auch die Fütterung sowie den Verlauf von BCS und RFD analysieren. Ziel ist es, die Effekte von tier- und umweltassoziierten Einflußfaktoren zu beschreiben und damit die Nutzungsdauer der Kühe und eine weitere Optimierung der Tiergerechtheit der Milchproduktion zu fördern.

     

     

    Zielstellungen

     

    Dabei stehen folgende Fragestellungen im Fokus der Praxiserhebung:

    1. In welchen Stadien der Laktation können die meisten Abweichungen im Locomotion Score ermittelt werden und können Einflussfaktoren wie die Fütterung oder mögliche Umwelteffekte (z.B. Hitzestress) die Ausprägung vermindern oder verstärken?

    2. Können Wechselwirkungen zwischen dem Verlauf der Körperkondition der Kühe und dem Auftreten von Klauenerkrankungen oder Störungen im Bewegungsablauf der Kühe nachgewiesen werden und kann das Ursache-Wirkungs-Prinzip aufgedeckt werden?

    3. Beeinflusst das Exterieur (vor allem die lineare Bewertung des Fundamentes) einerseits die Ausprägung sowie die Stärke von Klauenerkrankungen und anderseits den Bewegungsablauf der Tiere?

    4. In welchem Zusammenhang können Abweichungen im LCS oder in Bezug auf die Klauengesundheit zu technischen Systemen wie HEAT-TIME beobachtet werden und welche Möglichkeiten der Erkennung können daraus abgeleitet werden?

    5. Kann aus den verschiedenen Kennzahlen und Einflussfaktoren auf die Klauen­ge­sund­heit der Milchkühe ein System der Früherkennung von Klauenerkran­kungen für die Praxis aufgebaut werden und wie müsste dieses System dann in der Milchviehhaltung umgesetzt werden?

     

    Kontakt:

    Prof. Dr. Heiko Scholz